Clean Eating: Was ist das? Wie geht das?

Clean Eating ist ein neuer Trend aus den USA. Beim Clean Eating geht es nicht um eine Diät. Vielmehr verbirgt sich dahinter eine Ernährung, die uns selbst gesund und die Welt ein Stück besser machen kann. Wir erklären die Clean-Eating Regeln und was genau hinter dem neuen Ernährungstrend steckt.

Stimmt! Die Trends für gesunde Ernährung wechseln sich schneller als Modetrends. In New York isst und trinkt man gerade verstärkt ein Superfood das eigentlich unseres ist: Den Grünkohl - englisch Kale. Und zwar in den unterschiedlichsten Zubereitungen: als Smoothie oder Suppe, im Rohkostsalat oder als selbstgemachte Chips.

Und dann gibt es dort auch einen Ernährungstrend der sich Clean Eating nennt. Auch dieser Trend kommt aus den USA, einem Land das gleichzeitig auch für gesteigert schlechte Ernährung steht.


Was ist Clean Eating?

Wie auch bei Paleo meidet ein Clean-Eating-Anhänger die neuzeitlichen Lebensmittel, allerdings nur die industrieller Herkunft. Die Basis von Clean Eating ist die Natürlichkeit. Alle verzehrten Lebensmittel sollten beim Einkauf und in der Zubereitung so natürlich sein wie möglich sein. Alles ist erlaubt, auch Kohlenhydrate.

Das Ziel dabei ist, gesundheitsbewusster zu leben, körperliches Wohlbefinden und innere Balance zu erreichen.

Clean Eating ist ganz klar keine Diät, denn es geht nicht um Verzicht, sondern um bewusstes Essen. Und da wird das Frühstück mit Haferflocken, Chiasamen und Mandelmus gern so richtig zelebriert.

Tabu sind beim Clean Eating alle stark verarbeiteten Lebensmittel, wie Weißmehl oder raffinierter Zucker und Lebensmittel mit synthetischen Zusatzstoffen. Es gilt die Faustregel: je kürzer die Zutatenliste, desto besser. Somit gibt es auch keine Fertiggerichte, wie Fischstäbchen, keine Schokoriegel und keine Sojamilch mehr.

Anstatt künstlich und fertig hergestellte Lebensmittel zu essen, kommen naturbelassene, unverarbeitete, natürliche Lebensmittel, wie Gemüse, Obst, Salat, Fleisch, Fisch und Vollkornprodukte auf den Teller.

Das Besondere an Clean Eating ist: Gesundheit und Glück beziehen sich nicht nur auf die eigene Person, sondern wirken sich auch auf die Umwelt und Natur aus. Die Rückbesinnung zum Ursprünglichen umfasst auch die artgerechte Tierhaltung und den Anbau ohne Pestizide. Clean Eating bedeutet Verantwortung übernehmen für das, was um uns herum passiert, für die Umwelt und unseren Körper. Durch die freiwillige Beschränkung, helfen wir uns und der Welt.


Ist Clean Eating gesund?

Clean Eating entspricht im Prinzip den Empfehlungen einer ausgewogenen Vollwert Ernährung. Wer naturbelassene Lebensmittel bevorzugt, auf die Bio-Qualität achtet und seine Mahlzeiten selbst zubereitet, lebt eindeutig gesünder. Er verzichtet automatisch auf künstliche Zusatzstoffe, Süßstoffe, Zucker, Farb- und Aromastoffe, Geschmacksverstärker und ungesunde Transfette in verarbeiteten Lebensmitteln. Und das ist sehr gut für die Gesundheit.

Gesund ist es auch für alle anderen Beteiligten, denn die Clean-Eating Ernährung unterstützt nicht nur unsere eigene Gesundheit, sondern ihre Anhänger achten bei der Auswahl der Lebensmittel auch darauf, wie die Tiere gehalten und geschlachtet werden, welche Herstellungsverfahren verwendet und ob Pestizide eingesetzt werden. Umwelt und Natur werden geschont und dies ist für alle Menschen nachhaltig gesund.

Auch das schlechte Gewissen der Umwelt gegenüber wird sinken und die Angst durch industriell veränderte Lebensmittel krank zu werden. Dies macht Clean Eating Anhänger zusätzlich fröhlicher und damit gesünder.


Gibt es Risiken beim Clean Eating?

Es gibt keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Clean Eating. Doch es kursieren trotzdem vollmundige Versprechungen in Blogs und sozialen Medien, die über Gewichtsverlust, reinere Haut, weniger Kopfschmerzen, mehr Energie, kein Blähbauch, bessere Konzentrationsfähigkeit und anderes berichten. Wer vorbehaltlos all diesen Versprechen zu Schönheit und Gesundheit glaubt, könnte am Ende enttäuscht sein. Das ist aber auch alles, was bei der Ernährungsphilosophie Clean Eating als Risiko erkennbar ist.


Macht Clean Eating schlank?

Sicher wird durch Clean Eating sogar tatsächlich das ein oder andere Kilo purzeln, wenn satt Fertiglasagne und Schokopudding gesunde frische Lebensmittel auf den Teller kommen. Dies zeigen auch die Bilder der Instagramer.

Wer jedoch vorher auf seine Ernährung geachtet hat, bei dem wird nicht das Gewicht runtergehen, dafür aber das schlechte Gewissen der Umwelt gegenüber. Und die Angst durch Zusatzstoffe in Lebensmitteln krank zu werden.


Clean Eating Regeln

Wie funktioniert Clean Eating? Es gibt einige Regeln die clean Esser befolgen. Viele der Clean Eating Regeln drehen sich um eine ausgewogene Ernährung. Alles selbst zu kochen ist keine Pflicht, ist aber oft nötig, um reines und natürliches Essen überhaupt zu bekommen.

Das sollten clean Eater tun:

1. Eiweiß essen & mit komplexen Kohlenhydraten kombinieren

EiweißEiweiß ist ein wichtiger Bestandteil des Körpers, der viele Körperfunktionen reguliert. Eiweiß sollte deshalb täglich verzehrt werden. Versuchen Sie Ihren Eiweißbedarf überwiegend aus Pflanzenkost zu decken und Fleisch und andere tierische Lebensmittel wie Ei und Milch in Maßen zu essen. Wichtig dabei ist die richtige Kombination. Essen Sie eiweißhaltige Lebensmittel wie Milch- oder Sojaprodukte möglichst zusammen mit komplexen Kohlenhydraten wie Vollkornbrot oder Vollkornreis. Sie regulieren den Stoffwechsel, so bleibt der Heißhunger aus. Gut zusammen passen zum Beispiel Naturreis mit Wild oder Bohnen, Fisch mit Kartoffeln oder Hafer mit Naturjoghurt. Außerdem: Wenn Sie eiweißreiche Lebensmittel wie Fisch oder Quark mit Zitronensaft beträufeln, kann Ihr Körper das Eiweiß besonders gut verwerten.

2. Zucker und Weißmehl möglichst begrenzen

Zucker und Weißmehl meidenIndustrieller, raffinierter Zucker oder helles Weizenmehl findet sich in fast jedem verarbeiteten Lebensmittel und wird dadurch in viel zu hohen Mengen konsumiert. Zucker und Weißmehl bestehen aus einfachen Kohlenhydraten, die den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen lassen. Sie sind „leere Kalorienträger“, das heißt sie haben viele Kalorien aber keine Nährstoffe. Dies ist eine der Ursachen für Diabetes und Übergewicht. Es gibt zahlreiche gesündere Alternativen zum herkömmlichen Zucker. Speisen können gut mit Datteln, Stevia, Agavendicksaft, Birkenzucker (Xylit), Kokosblütenzucker, Mequite, Lucuma, Apfeldicksaft oder Honig gesüßt werden. Diese Süßungsmittel sollten Sie aber möglichst sparsam verwenden.

3. Beim Einkauf auf Qualität der Lebensmittel achten

WeideküheKaufen Sie möglichst nur Fleisch und Eier von glücklichen ökologisch und artgerecht gehaltenen Tieren, bevorzugen Sie Bio-Lebensmittel, regionales und saisonales Gemüse und Obst. Kaufen Sie am besten aus dem Hofladen oder vom Wochenmarkt. Fragen Sie nach, wo das Essen herkommt.
Frische pflanzliche Produkte der Saison aus biologischem Anbau enthalten sehr viel weniger Nitrate und Rückstände von chemischen Pflanzenschutzmitteln als Obst und Gemüse aus herkömmlichem Anbau. Bio Gemüse und Obst haben auch einen höheren Anteil an gesunden sekundären Pflanzenstoffen und essenziellen Nährstoffen, wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Dafür gibt es zwei Gründe: Da Bio-Erzeugnisse sich selbst vor Fressfeinden schützen müssen, bilden Sie mehr gesunde Stoffe wie z. B. Antioxidantien. Zudem nehmen gedüngte Pflanzen mehr Wasser auf, so dass sich der Gehalt an Nährstoffen verdünnt. Pflanzenkost aus der Region, verhindert nährstoffraubende Transportwege und ist damit gut für die Umwelt und für Geschmack und Vitamingehalt. Glückliche Kühe liefern mehr Omega-3 Fettsäuren: Rinder und Kühe, die auf der Weide grasen, haben im Gegensatz zu Stalltieren, ein hohen Anteil an gesunden Omega-3-Fettsäuren in Milchprodukten und Fleisch.

Mahlzeiten Teller

4. Viele Mahlzeiten mit kleinen Portionen essen

Essen Sie fünf bis sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Zwischen Frühstück, Mittagessen und Abendbrot und vor dem Zubettgehen empfiehlt sie eine Zwischenmahlzeit. Wenn Sie aber keinen Hunger haben, können Sie auch abweichen und Zwischenmahlzeiten weglassen. Achten Sie auf Ihr natürliches Sättigungsgefühl.

5. Möglichst viel Obst und Gemüse essen

Mehr Gemüse und ObstAlle wissen: Pflanzenkost ist gesund. Es wird jedoch zu wenig Obst und Gemüse gegessen. Versuchen Sie so oft wie möglich Obst und Gemüse einzuplanen. Für den menschlichen Organismus ist Frischkost quasi die einzige Quelle für Vitamin C. Außerdem enthalten Obst und Gemüse Vitamine der Gruppe B, Betacaroten (Provitamin A), sekundären Pflanzenstoffe, Ballaststoffe sowie Mineralstoffe und Spurenelemente (Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen, Kupfer usw.) und Polyphenole. Essen Sie fünf mal täglich Frischkost und Sie werden von den zahlreichen Gesundheitseffekten profitieren: Die schützende Wirkung in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten, Schutz vor Zellschäden, Stärkung des Immunsystems, Verdauungsförderung, eine gesunde Darmflora und vieles mehr. Trauen Sie sich auch an Rohkost-Rezepte oder trinken Sie ab und zu einen grünen Smoothie, der enthält die geballte Ladung an Gemüse und Obst.

6. Zusatzstoffe & Süßstoffe verbannen

Zutatenliste lesenJe mehr ein Lebensmittel verändert wurde, desto ungesünder ist es für uns. Lesen Sie daher die Zutatenliste und vermeiden Sie Lebensmittel mit Zusatzstoffen wie Farb-, Konservierungs- und Aromastoffe, E-Nummern, Geschmacksverstärker und dergleichen. Je länger die Zutatenliste, desto weiter ist es in der Regel vom Naturzustand entfernt. Am schlimmsten sind die Zusatzstoffe, die man im Chemiebuch nachschlagen muss oder die man gar nicht aussprechen kann. Auch künstliche Süßstoffe wie Aspartam, Isomalt, Maltit, Mannit, Neotam, Laktit, Xylit, Cyclamat, Acesulfam-K, Saccharin, Sorbit und Thaumatin sind verboten. Stevia ist ein natürliches Süßungsmittel und ist erlaubt.
Zu fast jeder Ihrer Lieblingsspeisen aus dem Supermarkt gibt es eine "cleane Alternative". Der Unterschied ist, dass Sie beim selbst zubereiten genau wissen was darin steckt.

7. Mehr gute Fette essen

Avocado Lachs Leinsamen enthalten Omega-3-FettsäurenDer Körper braucht ungesättigte Fette für Stoffwechselvorgänge und um die Zellwände flexibel zu halten. Besonders Omega-3-Fettsäuren sind wichtig. Diese Zellschmeichler stecken zum Beispiel in Lein-, Raps- und Walnussöl, Avocados, Nüssen, Hering und Lachs. Sie bieten außerdem die optimale Herz-Kreislauf-Prophylaxe, schützen vor Rheuma und sind „Balsam fürs Gehirn“. Außerdem verbessern sie die Insulinwirkung: Der Körper benötigt weniger Insulin und hat damit eine höhere Fettverbrennung und weniger Heißhunger. Reduzieren sollten Sie die gesättigten Fettsäuren, die in Sahne, Käse oder Leberwurst stecken. Sie hemmen das Sättigungsgefühl und werden schneller in Fettzellen eingelagert. Meiden Sie zudem gehärtete Fette, die sogenannten Transfette. Sie finden sich oft in Croissants, Margarine und Chips und können zu erhöhtem Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Herzinfarkt führen.

8. Selbst kochen & klever Kochen

Freude am Essen

Essen Sie keine Fertiggerichte, kein Junk- oder Fast Food. Selbst kochen mit möglichst natürlichen Zutaten, hilft die Kontrolle über unser essen zu behalten. Um sich auch unterwegs clean zu ernähren, hilft nur eins: Mahlzeiten vorbereiten und mitnehmen.
Tun Sie alles Nötige, um Vitamine und Nährstoffe in Lebensmittel zu erhalten: Durch schonendes Kochen können Sie zum Beispiel 50 % der Folsäure in Gemüse erhalten. Dünsten ist noch schonender. Kaufen Sie lieber öfter ein, denn auch mehr Frische bedeutet mehr Vitamine & Co. Auch die richtige Lagerung ist wichtig.

9. Essen geniessen, Essen zelebrieren

Essen zum Mitnehmen und schnell nebenbei satt werden: Dies verdirbt die Freude am Essen. Halten Sie inne, und entwickeln Sie ein neues Bewusstsein für Geschmack und Genuss. Seien Sie dankbar für gutes Essen. Machen Sie es sich zur Regel, nur im Sitzen zu essen und versuchen Sie langsamer zu Essen. Kauen Sie jeden Bissen gründlich durch und vermeiden jede Ablenkung am Tisch, wie Laptop, Smartphone, Fernsehen oder Zeitung. So werden Sie schneller satt und können das Essen viel intensiver wahrnehmen.

10. Das tägliche Frühstück ist Pflicht

Frühstücken ist PflichtEin nährstoffreiches Frühstück stärkt die Konzentration und das Immunsystem und kurbelt den Stoffwechsel an. Der Blutzuckerspiegel ist ausgeglichener und das Bedürfnis nach schnellen Kalorien sinkt. So kann der Griff zum Schokoriegel vermieden werden. Ein Frühstück gibt Energie und ermöglicht positiv in den Tag zu starten.

11. Viel Trinken & Alkohol meiden

Trinken Sie jeden Tag mindestens zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßten Tee, grünen Tee oder heißes Wasser mit Zitrone. Vermeiden Sie Softdrinks, gesüßte und alkoholische Getränke. Alkohol ist Gift für den Körper. Er muss mühsam vom Körper abgebaut werden und stört den Stoffwechsel. Mit dem Verzicht, verlängerst Du dein Leben.


 

Stöbern Sie außerdem im Ernährungsplan für eine Woche und auf unserer Seite mit vielen Clean-Eating-Rezepten.

erstellt von Sabine Theiding

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