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Medikamente bei Histaminintoleranz

Welche Medikamente helfen bei Histaminintoleranz und welche sollte man meiden?

Es gibt Medikamente, die bei Histaminintoleranz helfen, indem sie die Ausschüttung von Histamin verhindern oder dem Körper helfen Histamin abzubauen. Aber auch einige Medikmente, die man bei Histaminunverträglichkeit meiden sollte. In diesem Artikel verraten wir Ihnen, welche Medikamente dies sind.

Allergietabletten / Antihistaminika

Nehmen Sie bei Bedarf vor dem Essen Allergietabletten (Antihistamine) ein, um möglichen Beschwerden vorzubeugen. Einige Antihistaminika sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich, andere verschreibungspflichtig. Welches Antihistaminikum mit welchem Wirkstoff das Richtige für Sie ist, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Dies richtet sich unter anderem nach den individuellen Beschwerden.


Enzym Diaminoxidase als Nahrungsergänzungsmittel

Das fehlende Enzym Diaminooxidase (DAO) können Sie in Form von Tabletten oder Kapseln einnehmen. Die auf dem Markt erhältlichen Medikamente heißen Daosin und Daofood. Sie sind rezeptfrei in Apotheken oder im Internet erhältlich.


Mastzellstabilisatoren

Mastzellstabilisatoren sind Arzneien mit antiallergischer Wirkung. Der Wirkstoff Cromoglicinsäure stabilisiert die Zellmembran von Mastzellen und damit die Freisetzung von Histamin und weiteren Entzündungsstoffen. Mastzellstabilisatoren werden bei Histaminintoleranz empfohlen. Es gibt diese Medikamente in Form von Kapseln (Allergoval) oder als Spray für die Nase (Nasic Nasenspray, RatioAllerg Nasenspray). Ihre volle Wirkung entfalten diese Medikamente erst bei längerer Anwendungsdauer.


Vitamine & Mikronährstoffe

Vor allem ein Mangel an Vitamin B6, Vitamin C, Folsäure, Kupfer und Zink verstärkt die Histaminunverträglichkeit. Sind diese Vitamine und Spurenelemente nicht ausreichend vorhanden, können die beiden Enzyme DAO und N-Methyltransferase nicht optimal produziert werden. Das Kombipräparat Betadianin ist speziell auf diese Anforderungen einer Histaminintoleranz zugeschnitten ist.


Probiotika

Da die Enzymbildung der DAO vom Darm und dem Darmbiom abhängt, hilft eine darmgesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen und erlaubten probiotischen Lebensmitteln. Auch Probiotika können helfen, die Histamin-Aktivität von Mastzellen zu verringern. Finnische Forscher haben im Jahr 2011 eine Studie zu dem Thema veröffentlicht. Demnach erwies sich im Laborversuch, dass verschiedene Darmbakterien die Verbindungsstellen (Rezeptoren) von Histamin auf Zellen beeinflussen.


Medikamente / Medikamentenstoffe, die zu meiden sind

Es gibt Medikamentenwirkstoffe, die das Histamin abbauende Enzym Diaminoxidase (DAO) beeinträchtigen und so zu einem Histaminanstieg im Körper führen. Die nachstehende Liste führt außerdem Histamin freisetzende Medikamente (sogenannte Histaminliberatoren). Diese sind mit * gekennzeichnet.

Histaminintolerante sollten vorsichtig mit den in der Übersicht genannten Medikamenten-Wirkstoffen sein. Wenn Sie genannte Medikamente einnehmen, besprechen Sie mögliche Alternativen mit Ihrem Arzt oder achten Sie besonders konsequent auf eine histaminarme Ernährung. Sie sollten Medikamente niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen.

Wirkstoff Einsatz des Medikaments als Beispiele für Medikamente im Handel
Acemetacin Antirheumatikum Rantudil forte®
Acetylcystein Schleimlöser, Hustenlöser ACC akut®, Myxofat®
Acetylsalicylsäure * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend) Aspirin®, ASS Hexal®, Neuralgin®
Alcuroniumchlorid Muskelrelaxantien, Narkosemittel Alloferin®
Alprenolol Betablocker, Blutdrucksenker Aptin®
Ambroxol Schleimlöser, Hustenlöser Ambroxol®, Mucosolvan®
Amilorid Entwässerungsmittel (bei Bluthochdruck oder Herzschwäche) Amilorid HCT AL®, Diaphal®
Aminophyllin Asthma-Medikament Aminophyllin 125®
Amitriptylin Antidepressivum Saroten®, Tryptizol®
Cefotiam Antibiotikum Spizef®, Texotil®, Taketiam®
Cefuroxim Antibiotikum Zinacef®
Chinidin Herzmittel Cordichin®
Chloroquin Malariamittel, Antirheumatikum
Cimetidin H2-Antihistaminikum, Hemmung der Magensäureproduktion Cimetidin acis®
Clavulansäure Antibiotika  
Cycloserin Antibiotika Seromycin®
Cyclophosphamid Krebsmittel, Autoimmunkrankheiten Endoxan®
Diazepam Beruhigungsmittel (Psychopharmaka) Valium®
Dihydralazin Blutdrucksenkendes Medikament Nepresol®, Depressan®
Dobutamin Notfallmedikament Herztherapie  
Diclofenac * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend) Voltaren®
Flurbiprofen * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend) Dobendan®
Framycetin Antibiotikum Leukase N®
Furosemid Harntreibendes Medikament Lasix®
Haloperidol Neuroleptikum (Psychopharmaka) Haldol®
Indometacin * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend) Indo-Top-Rationpharm®-Spray
Isoniazid Tuberkulose-Medikament  
Ketoprofen * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend)
Mefenaminsäure * und Meclofenaminsäure * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend)
Metamizol Schmerzmittel Novalgin®
Metoclopramid Magen-Darm-Mittel (Übelkeit und Erbrechen) auch in Schmerzmitteln verwendet MCP Ratiopharm®, Paspertin®
Morphin Schmerzmittel
Naproxen * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend)
Pancuronium Muskelrelaxantien, Narkosemittel
Pethidin Schmerzmittel Dolantin®
Prilocain Lokales Betäubungsmittel  
Propafenon Medikament bei Herzrhytmusstörungen  
Propanidid Narkosemittel  
Röntgenkontrastmittel (alle) * Röntgenkontrastmittel  
Theophyllin Asthma-Medikament Euphilin®
Thiopental Schlafmittel Trapanal®
Verapamil Herz-Kreislauf-Mittel Isoptin®

Tabelle / Übersicht: Liste unverträglicher Medikamente und Medikamentenwirkstoffe bei Histaminintoleranz, Quellen: Jarisch 2013, Fritzsche 2013 (s.u. Quellenverzeichnis)


Autorin: Sabine Theiding

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