Histaminintoleranz / Histaminunverträglichkeit

Die Symptome einer Histaminintoleranz treten auf, wenn zu viel Histamin in die Blutbahn gelangt. Nach dem Verzehr von histaminhaltigen Lebensmitteln wird das Histamin normalerweise im Darm abgebaut. Vermutlich weil dies nicht funktioniert, gelangt das überschüssige Histamin ins Blut und löst dort die allergieähnlichen Symptome aus.

HistaminintoleranzDer Verzehr von Histamin ist normalerweise unbedenklich, denn das aufgenommene Histamin wird vom Körper abgebaut. Histamin gehört wie Tryptamin und Serotonin zu den biogenen Aminen. Biogene Amine sind körpereigene Substanzen, die vom menschlichen Körper selbst gebildet werden und für wichtige Funktionen (z. B. die Magensaftproduktion) notwendig sind.

Das Krankheitsbild der Histaminunverträglichkeit ist wenig erforscht, teilweise umstritten und schwer zu diagnostizieren.

Seit Mitte der 80er-Jahre stehen biogene Amine im Verdacht, auch beim Verzehr geringer Mengen unterhalb der Vergiftungsdosis, bei bestimmten Personen Unverträglichkeitsreaktionen zu verursachen. Die Diskussion beschränkt sich meist auf die histaminhaltigen Lebensmittel, obwohl andere biogene Amine (wie beispielweise Tyramin, Serotonin, Putrescin, Spermin) ebenfalls Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen oder den Histaminhaushalt beeinflussen können.

Die Symptome der Histaminintoleranz entstehen, wenn der Körper mit mehr Histamin belastet wird, als er gegenwärtig abbauen kann. Dabei ist es unerheblich, aus welcher Quelle das Histamin kommt.

Für einen Histaminüberschuss gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Histamin kann:

  • vom Körper selbst produziert sein,
  • durch verzehrte histaminhaltige Lebensmittel aufgenommen werden,
  • durch Lebensmittel gebildet werden (Histaminliberatoren), die Histamin auch ohne Immunreaktion freisetzen,
  • durch allergische Erkrankungen (wie z. B. Heuschnupfen) im Körper ausgeschüttet werden.


Begriffe

Die Histaminintoleranz wird auch Histaminose (veraltet), Histaminunverträglichkeit oder fälschlicherweise Histamin-Allergie genannt.

In der Vergangenheit ging man davon aus, dass die Symptome durch eine Abbaustörung des Enzyms Diaminoxidase (DAO) verursacht wird. Deshalb wurde zuerst die Bezeichnung Histaminintoleranz genutzt, quasi in Anlehnung an den Begriff der Laktoseintoleranz (= Milchzuckerunverträglichkeit infolge eines Mangels des spaltenden Enzyms, der Laktase).

Neue wissenschaftliche Beurteilungen stellen diesen Enzymdefekt als Ursprung oder zumindest als einzigen Ursprung in Frage. Bis zur Klärung der Ursache für die Symptome, wird deshalb von Experten empfohlen, die Krankheit Histaminunverträglichkeit zu nennen. 2 5


Häufigkeit

Über die Häufigkeit der Erkrankung sind sich die Experten nicht einig. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 1 % der erwachsenen Bevölkerung unter einer Histaminintoleranz leidet, davon sind rund 80 % Frauen. 1 11


Pseudoallergie / Histaminintoleranz ist keine Allergie

Eine Histaminintoleranz zählt nicht zu den Allergien und klassischen Lebensmittelallergien, da das Immunsystem nicht direkt beteiligt ist. Die Histaminunverträglichkeit kann daher auch nicht mit einem Allergietest festgestellt werden, denn es kommt nicht zu einem Anstieg der Antikörper im Blut.

Bei der Histaminunverträglichkeit handelt es sich um eine Pseudoallergie. Als Pseudoallergien werden Erkrankungen bezeichnet, deren Symptome denen einer Allergie ähneln.

Die Bezeichnung Pseudoallergie wird oft falsch verstanden, denn „Pseudo“ bedeutet schließlich auch „vorgetäuscht“.  Die Symptome einer Pseudoallergie sind aber genauso „echt“ wie bei anderen Erkrankungen und müssen konsequent behandelt werden.


Histamin – Was ist das?

Histamin ist ein biogenes Amin, das aus der Aminosäure Histidin gebildet wird. Aminosäuren sind natürliche Protein-Bausteine (Eiweißbausteine) im Körper.

Histamin übernimmt verschiedene Funktionen im Körper:  

  • es ist ein Botenstoff für Entzündungsreaktionen,
  • es stimuliert die Magensäure-Produktion,
  • es ist zuständig für die Gefäßerweiterung, für den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Appetitkontrolle und die Lernfähigkeit und
  • es hemmt bestimmte Zellen des Immunsystems. 5

Histamin ist der Stoff, der bei einer allergischen Reaktion im Körper freigesetzt wird und für die Symptome der Allergie verantwortlich ist.

Histamin selbst ist farb-, geruch- und geschmacklos.

Neben der normalen körpereigenen Produktion, nehmen wir Histamin auch durch die Nahrung auf. Es ist in praktisch jedem Nahrungsmittel enthalten. Besonders viel Histamin entsteht in Lebensmitteln während sie reifen oder gären. Besonders hochkonzentriert kommt es in Fisch, Wurst, alkoholischen Getränke, Gemüse und Hefeprodukten oder Käse vor.

Andere biogene Amine sind beispielsweise Tyramin, Serotonin, Putrescin und Spermin. Auch diese sind in Lebensmitteln enthalten und stehen im Verdacht Unverträglichkeitsreaktionen hervorzurufen oder den Histaminhaushalt zu beeinflussen.


Symptome der Histamin-Intoleranz

Die Symptome der Histaminunverträglichkeit machen sich meist einige Minuten bis zu vier Stunden nach dem Essen histaminreicher oder histaminfreisetzender Lebensmittel bemerkbar.

Sie sind individuell sehr unterschiedlich. Sie entsprechen weitgehend den Symptomen, die das Histamin auch bei Allergien auslöst.

Liste der Symptome, die das Histamin auslösen kann 1 2:

Symptome des Magen-Darm-Traktes

  • Durchfälle (Diarrhö)
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen (Flatulenz)
  • Sodbrennen
  • Erbrechen
  • Übelkeit

Symptome der Haut

  • Urtikaria (Nesselsucht, Nesselfieber)
  • Hautrötungen (Flush-Symptomatik)
  • Schwellungen der Augenlider
  • Ekzeme, Quaddeln, Juckreiz

Symptome zu Herz-/Kreislaufbeschwerden

  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Herzstolpern (Extrasystolen)
  • Herzrhythmusstörungen
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Symptome im Allgemeinbefinden

  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Gliederschmerzen

Weitere Symptome

  • Laufende Nase
  • Verstopfte Nase
  • Asthma
  • Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung
  • Regelbeschwerden, besonders am ersten Tag der Regel, PMS (Dysmenorrhoe)
  • Heißhunger
  • Seekrankheit

Heuschnupfen-Patienten, die an einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie (Kreuzallergie) leiden, haben ein statistisch erhöhtes Risiko für eine Histaminintoleranz.1


Ursachen der Histaminintoleranz und der Histaminüberlastung des Körpers

Das Krankheitsbild der Histaminunverträglichkeit ist wenig erforscht. Über die genauen Abläufe sind sich die Experten noch nicht im Klaren. Es werden die nachstehenden Gründe für die Entstehung der Unverträglichkeitsreaktionen diskutiert.

Wodurch entsteht eine Histaminunverträglichkeit?

1.) Hormonelle Gründe

Da 80% der erkrankten Patienten weiblich sind und sich insbesondere in der Altersgruppe um die 40 Jahre finden, liegt ein Zusammenhang mit der Abnahme von weiblichen Geschlechtshormonen nahe.1

2.) Umwelteinflüsse

Neben den körperlichen Ursachen wirken sich eventuell Umwelteinflüsse wie Stress, Lebensmittelzusatzstoffe, Tabakrauch, Luftverschmutzung, Duftstoffe und andere Umweltgifte ungünstig auf den Histaminstoffwechsel aus.2

3.) Medikamente

Bestimmte Medikamente stehen im Verdacht das histaminabbauende Enzym über mehrere Wochen zu hemmen. Die Tabelle gibt Auskunft, bei welchen Wirkstoffen vorsichtig geboten ist. Setzen Sie jedoch niemals ein Medikament ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.

4.) Genetischer Enzymdefekt

Eine sehr seltene Form der Histaminintoleranz beruht auf einem angeborenen Enzymdefekt, bei dem das Histaminabbauenzym Diaminoxidase nicht ausreichend vom Körper hergestellt wird. 10

5.) Erkrankungen können die Histaminintoleranz verursachen

Liegt ein Magen-Darm-Infekt, wie beispielsweise Durchfall oder eine durchfallartige Störung vor, kann die Dünndarmschleimhaut, die das Enzym Diaminoxidase enthält, ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen. Normalerweise kommt es in solchen Fällen nur zu einer kurzzeitigen Histaminintoleranz. Ist die Darmschleimhaut regeneriert, kann das Enzym Diaminoxidase Histamin wieder abbauen.

Welche Ursachen kann ein Histaminüberschuss haben?

Das Missverhältnis zwischen Zufuhr und Abbau von Histamin kann folgende Ursachen haben:

1.) Gestörter Histaminabbau im Körper

Es sind zwei Abbauwege für Histamin bekannt:

  1. Das Enzym Diaminoxidase (DAO) baut Histamin im Darm ab.
  2. Die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) baut Histamin im Inneren der Zellen ab.

Funktionieren diese Helfer nicht ausreichend, entsteht ein Überschuss an Histamin mit den entsprechenden Folgen.2 5 11

2.) Die Nahrung enthält zu viel Histamin

Die Aufnahme von Histamin durch die Nahrung ist die häufigste Ursache für eine Histaminüberlastung. Lebensmittel sind allerdings nicht von Natur aus histaminreich, sondern Reifungs- und Gärungsprozesse steigern den Histamingehalt in den Lebensmitteln. Besonders hohe Histaminkonzentrationen findet man vor allem in Lebensmitteln, denen für die Reifung Bakterien zugesetzt wurden. Dies ist z. B. bei Rotwein, geräuchertem Fleisch, Fischkonserven, Käse und Sauerkraut der Fall.

3.) Histamin-Liberatoren fördern die Ausschüttung von Histamin

Es gibt Lebensmittel, die das körpereigene Histamin freisetzen (Histamin-Liberatoren). Bei dem Verzehr dieser Lebensmittel produziert der Körper Histamin. Typische Histamin-Liberatoren sind Zitrusfrüchte, Erdbeeren und Alkohol. Alkohol fördert nicht nur die Freisetzung körpereigenen Histamins, sondern hemmt zusätzlich die Aktivität des Enzyms Diaminoxidase (DAO), das für den Abbau von Histamin zuständig ist.

4.) Das Abbauenzym Diaminooxidase (DAO) wird durch andere Amine blockiert

Histamin ist ein biogenes Amin. Werden mit der Nahrung andere biogene Amine aufgenommen, dann werden diese durch das Enzym abgebaut. Für den Histaminabbau ist dann nicht mehr genügend Enzymaktivität vorhanden. Das Histamin gelangt so ins Blut und überlastet den Körper.

5.) Verstärkte Ausschüttung von Histamin

Einige biogene Amine führen zu einer verstärkten Ausschüttung von Histamin. Auf diese Weise kann auch Nahrung, die kein Histamin, dafür aber andere biogene Amine enthält, Beschwerden hervorrufen. Auch Zusatzstoffe können die Freisetzung von Histamin in den Mastzellen auslösen.

5.) Hemmung des Histaminabbaus

Die Hemmung des Histamin-Abbau-Enzyms Diaminoxidase (DAO) hat ebenfalls eine negative Wirkung auf die Histaminbilanz. Zahlreiche Medikamente wie z. B. Schlaf- und Schmerzmittel, hustenlösende Arzneimittel und bestimmte Medikamente gegen Rheuma stehen im Verdacht die Wirkung der Diaminoxidase zu hemmen.
Auch Alkohol wirkt sich negativ auf die Aktivität von DAO aus. Zudem haben bestimmte Alkoholika von sich aus schon einen hohen Histamingehalt. Beispielsweise Rotwein und Bier werden Bakterien zur Reifung (bzw. zur Gärung) zugesetzt, die während des Reifungsprozesses Histamin bilden.

 


Diagnose der Histamin-Intoleranz

Die Diagnose der Histaminintoleranz ist anspruchsvoll. Zur Diagnose steht zur Zeit kein aussagekräftiger Test zur Verfügung, der eine Histaminintoleranz in jedem Fall zweifelsfrei feststellen kann.2 5 

Anamnese

Das ausführliche Gespräch zur Vorgeschichte des Betroffenen steht am Anfang einer Behandlung. Erfragt werden Symptome, mögliche Auslöser, eingenommene Medikamente und der Alkoholkonsum.

Ausschluss anderer Erkrankungen (Differenzialdiagnostik)

Im zweiten Schritt wird der Arzt Krankheiten ausschließen, die ähnliche Beschwerden, wie eine Histaminintoleranz hervorrufen. Diese sind:

Dreistufige Ernährungsumstellung plus Symptom- und Ernährungstagebuch 2 5

Bleibt nach der Abklärung anderer Erkrankungen der Verdacht einer Histaminunverträglichkeit bestehen, wird im Anschluss eine dreistufige Ernährungsumstellung empfohlen.

1. Stufe: Karenzphase
Dauer: 10 -14 Tage

Es wird empfohlen, sich nur von histaminarmen Lebensmitteln zu ernähren (histaminarme Diät). Auch Lebensmittel mit anderen biogenen Aminen sollen gemieden werden. Ziel dieser Eliminationsdiät ist, die Beschwerden weitestgehend zu reduzieren. Ein symptomfreier Zustand ist wichtig, um heraus zu finden, welche Lebensmittel vertragen werden und welche nicht.

2. Stufe: Testphase
Dauer: 6 Wochen

Für 6 Wochen wird die Lebensmittelauswahl wieder erweitert. Es werden gezielt auch histaminreichere Lebensmittel gegessen. Die strikten Diätvorgaben der Karenzphase werden also gelockert. Bewährt hat sich, alle zwei bis drei Tage ein neues Lebensmittel einzuführen. Details besprechen Sie bitte mir Ihrem Arzt oder Ihrer Ernährungsfachkraft.

Ziel dieser zweiten Phase ist es, die individuelle Histaminunverträglichkeit zu ermitteln (Was kann ich ohne Beschwerden essen?).

3. Stufe: Dauerhafte Ernährung

Mit Arzt und Ernährungsfachkraft werden individuelle Ernährungsempfehlungen erarbeitet und auch schriftlich festgehalten. Die Empfehlungen orientieren sich an der individuellen Histaminintoleranz des Betroffenen. Das Symptom- und Ernährungstagebuch hilft den Ernährungsexperten bei der Ermittlung verdächtiger Mengen und Lebensmittel und der Begleitumstände, die eine Überempfindlichkeit erzeugen.

Ziel bei der dauerhaften Ernährungsumstellung ist, die Lebensqualität möglichst hoch zu halten. Pauschale Ernährungsregeln und eine strikte histaminarme Diät sind dafür hinderlich.

Provokationtest (optional)

Nach Bedarf erfolgt nach der Karenzphase (Stufe 1), eine Provokation mit einer Histaminlösung zur Festlegung der individuellen Dosis in 2-Stunden-Abständen oder mit histaminreichen Lebensmitteln. Dieser orale Provokationstest sollte idealerweise in einem doppelblinden placebo kontrollierten Testverfahren durchgeführt werden. Es besteht jedoch bis heute kein etabliertes Standardverfahren für diesen Test. 5

Beschwerde-/ Ernährungstagebuch

Um die Symptome und einen Zusammenhang zwischen Lebensmitteln zu erforschen, ist es ratsam vor dem Arztbesuch ein Beschwerde-/Ernährungstagebuch zu führen. Hier notieren Sie genau und mit Uhrzeit,

  • was Sie essen und trinken,
  • welche Medikamente Sie nehmen
  • welche Beschwerden aufgetreten sind und
  • weitere Faktoren, wie z. B. Stress

Auch eine spätere histaminarme Diät wird mit einem Ernährungs-Beschwerde-Protokoll begleitet.

Erst in der Beobachtung über einen längeren Zeitraum ist ein Rückschluss über die Herkunft von Beschwerden möglich. Sehr häufig gehen mit der Histamin-Unverträglichkeit eine oder mehrere andere Unverträglichkeiten einher. Auch dem behandelnden Arzt fällt damit eine Eingrenzung der Symptome und Ursachen deutlich leichter.

Nicht empfohlene Tests / Laboruntersuchungen

Zur Diagnose einer Histaminintoleranz gibt es folgende Tests und Untersuchungen:

Blut-Test / Blutanalyse

  • Diaminoxidase-Aktivität (im Serum oder Plasma) / Histaminabbaukapazität
  • Bestimmung des Plasmahistaminspiegels
  • Vitamin-B6 und Vitamin-C-Spiegel

Urintest

  • Methylhistaminkonzentration

Stuhluntersuchung

  • Histaminmenge im Stuhl

Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, sind diese Untersuchungen und Tests nicht aussagekräftig und können lediglich Anhaltspunkte liefern. Sie werden nicht empfohlen. 5

Man weiß heute, dass der Darm das wichtigste Organ zum Abbau des durch Lebensmittel zugeführten Histamins ist. Eine diagnostische Aussagekraft kommt möglicherweise der Messung der Enzymaktivitäten der Diaminoxidase (DAO) und eventuell der Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) in der Darmschleimhaut per Biopsie zu. 5


Therapie / Wie behandelt man eine Histaminunverträglichkeit?

Alle Maßnahmen, die das Ungleichgewicht im Histaminhaushalt vermeiden, sind geeignet. Neben einer histaminarmen Ernährung gibt es auch Medikamente die Betroffenen helfen.

Die wichtigsten therapeutischen Maßnahmen sind: 10

1. Langfristige Behandlung mit einer histaminarmen Diät

Für die längerfristige Behandlung sollte eine individuell abgestimmte histaminarme Diät eingehalten werden. Nach der Diagnose werden mit dem Arzt oder Ernährungsberater individuelle Ernährungsempfehlungen erarbeitet und auch schriftlich festgehalten. An diesen Festlegungen wird die Ernährung ausgerichtet.

Streichen Sie histaminreiche Lebensmittel dieser Liste vom Speiseplan und meiden Sie Lebensmittel, die Histamin im Körper freisetzen (Histaminliberatoren). Essen Sie keine pseudoallergenen Lebensmittel und auch Lebensmittel die ungeeignete Zusatzstoffe enthalten. Bevorzugen Sie frische, kurz gelagerte Lebensmittel.
Vermeiden Sie alkoholische Getränke, da diese die Enzyme zum Abbau von Histamin hemmen.

Die kochenOHNE-Tabelle histaminarme Lebensmittel / histaminhaltige Lebensmittel informiert über geeignete und ungeeignete Lebensmittel bei Histaminiunverträglichkeit.

Rezepte bei Histaminintoleranz können Sie ebenfalls bei uns recherchieren.

2. Medikamente: Allergietabletten / Antihistaminika

Nehmen Sie bei Bedarf vor dem Essen Allergietabletten (Antihistamine) ein, um mögliche Beschwerden vorzubeugen. Einige Antihistaminika sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich, andere verschreibungspflichtig.
Welches Antihistaminikum mit welchem Wirkstoff das Richtige für Sie ist, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Dies richtet sich unter anderem nach den individuellen Beschwerden.

3. Medikamente: Enzym Diaminoxidase in Tablettenform als Nahrungsergänzungspräparat

Das fehlende Dünndarm-Enzym Diaminooxidase (DAO) kann mittels Tabletten / Kapseln dem Körper zugeführt werden. Das auf dem Markt erhältliche Medikament heißt DAOsin. Es ist freiverkäuflich in Apotheken oder über den Internetversand erhältlich. Preise liegen bei ca. 0,82 - 0,66 Euro pro Kapsel.

Testen Sie für sich, ob diese Medikamente bei Ihnen helfen. Dafür nehmen Sie ein bis zwei Kapseln nach Erläuterungen in der Packungsbeilage vor einer histaminhaltigen Mahlzeit ein und beobachten Ihre individuellen Beschwerden. Bei schweren Verläufen der Histaminunverträglichkeit ziehen Sie für diesen Medikamenten-Test unbedingt einen erfahrenen Arzt hinzu.

4. Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung

Achten Sie auf die ausreichende Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen. Auch hierfür ist eine Ernährungsberatung bei einer Ökothrophologin oder Diätassistentin angeraten. Nehmen Sie falls erforderlich nach Absprache mit einem Arzt oder Ernährungsberater lebensnotwendige Mikronährstoffe und Spurenelemente als Nahrungsergänzungsmittel ein. Vor allem ein Mangel an Vitamin B6, Vitamin C, Folsäure, Kupfer und Zink stehen im Verdacht die Histaminunverträglichkeit zu verstärken.

5. Bestimmte Medikamente meiden

Neben der Einnahme von Medikamenten ist es wichtig bestimmte Medikamente zu meiden, da sie die Histaminintoleranz verschlimmern. Vermeiden Sie Medikamente, die Histamin freisetzen und/oder den enzymatischen Histaminabbau im Darm hemmen. Eine Liste der ungeeigneten Medikamente finden Sie auf kochenOHNE.de.


Histaminarme Ernährung

Im Durchschnitt nehmen wir etwa 4 Milligramm Histamin pro Tag mit der Nahrung zu uns. Gesunde Menschen können dies und auch größere Mengen problemlos abbauen. Histaminintolerante bereiten jedoch schon kleine Mengen von 20 Mikrogramm Beschwerden. 11

Die Therapie besteht in einer histaminarmen Ernährung. Wie streng die Diät sein muss, hängt von der individuellen Sensibilität ab. Um unnötige Diäten zu vermeiden, ist es wichtig die individuelle Verträglichkeit einzelner Lebensmittel herauszufinden (siehe Diagnose).

Histamin ist in fast jedem Lebensmittel enthalten, daher ist eine histaminfreie Ernährung gar nicht möglich. Viele Lebensmittel enthalten jedoch Histamin in sehr geringen, unbedenklichen Dosen. Der Histamingehalt unterliegt einer hohen Schwankungsbreite, je nach Frische, Reife und Sorte. Sie liegt zwischen 0,4 bis 250 Milligramm je 100 Gramm Lebensmittel. 11

Grundwissen / Tipps für eine histaminarme Ernährung

  • Je länger ein Lebensmittel lagert, desto mehr ist es mit Histamin belastet. Darum sollten die Produkte so frisch wie möglich verzehrt werden. Übrig gebliebene und aufgewärmte Speisen können deshalb zu Unverträglichkeiten führen.

  • Histamin ist hitze- und kältestabil. Darum wird es weder durch Backen, Braten, Kochen oder Tiefkühlen zerstört.

  • Alkohol sollte gemieden werden, da Alkohol den Abbau von Histamin hemmt, die Aufnahme von Histamin im Darm erleichtert und zusätzlich auch noch die körpereigene Histaminproduktion anregen kann. 

  • Histamin in Flüssigkeiten wird vom Darm leichter aufgenommen (resorbiert). Deshalb sind histaminhaltige Getränke besonders schädlich. Ein Glas Wein oder Bier zum Essen ist daher zu meiden.

  • Am Besten verträglich ist Essen, das mit frischen Zutaten selbst zubereitet ist (ohne Zusatzstoffe) und nicht fertig gekauft wurde.

  • Der Histamingehalt in Lebensmitteln steigt stark an:
    • je länger der Reife-, Trocknungs,- und Lagerungsprozess (Käse, Wurst, Rotwein) ist,
    • bei Gärungsprozessen (Sauerkraut, Hefeprodukte, Alkohol) oder 
    • in Räucherwaren (Fisch, Fleisch).

  • Es gibt zwar eine Liste von Lebensmitteln, die als ungeeignet gelten. Für jeden Patienten muss jedoch individuell festgestellt werden, was er verträgt und was nicht, oder welche Lebensmittel er eventuell in kleinen Mengen zu sich nehmen kann.

  • Was vertragen wird, kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein, dies hängt unter anderem damit zusammen, ob bereits histaminhaltige Lebensmittel mit anderen biogenen Aminen zu sich genommen wurden.

Recherchieren Sie histaminarme Rezepte auf kochenOHNE.


Histaminarme & Histaminhaltige Lebensmittel

In der nachfolgenden Liste der „nicht geeigneten“ und „geeigneten“ Lebensmittel bei Histaminintoleranz sind folgende Kategorien eingearbeitet: 

  • histaminarme Lebensmittel (linke Spalte) und histaminhaltige Lebensmittel (rechte Spalte)
  • Lebensmittel, die andere biogene Amine (Tyramin, Serotonin usw.) enthalten, da auch diese den Abbau von Histamin hemmen und darum ebenso (je nach individueller Verträglichkeit) zu Symptomen führen.
  • Lebensmittel, die in Verdacht stehen, dass der Körper Histamin durch sie produziert (Histaminliberatoren).

Hinweis: Vollkommen histaminfreie Lebensmittel gibt es quasi nicht, denn Histamin ist in fast jedem Lebensmittel enthalten.

Lebensmittelliste Histaminintoleranz: Übersicht

Obst bei Histaminintoleranz / Tabelle verträgliches Obst

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltiges Obst)

Äpfel
Aprikosen
Brombeeren
Heidelbeeren (=Blaubeeren)
Johannisbeeren
Khaki
Kirschen
Litchi
Mandeln
Mango
Melonen
Mirabellen
Nektarinen
Pfirsiche
Preiselbeeren
Weintrauben

Ananas
Avocado
Bananen
Birnen
Erdbeeren
Fruchtsäfte
Grapefruit
Himbeeren
Kiwi
Mandarine
Nüsse (Cashewnüsse, Walnüsse, Erdnüsse)
Obstkonserven
Orangen
Papaya
Pflaumen
Rhabarber
Steinpilze
Trockenobst
Zitronen
Zitrusfrüchte (alle)

 

Gemüse bei Histaminintoleranz

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltiges Gemüse)

Artischocken
Blumenkohl
Brokkoli
Champignon
Chinakohl
Grüner Salat
Gurke
Karotten / Möhren
Kartoffeln
Knoblauch
Kohlrabi
Kohlsorten
Kürbis
Lauch
Mais
Paprika
Pastinake
Pfifferlinge
Radieschen
Rapunzel
Rettich
Rhabarber
Rote Beete
Spargel
Salat
Salatgurke
Spargel
Zucchini
Zwiebel

Auberginen
Avocados
Bohnen
Erbsen
Eingelegtes Gemüse in Essig (Gurken, Rote Beete etc.)
Gemüsekonserven (z.B. Mais aus der Dose)
Gemüsesäfte
Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Kichererbsen)
Sauerkraut
Spinat
Steinpilze
Tomaten und Tomatenprodukte (z. B. Tomatenmark)

 

Fleisch und Fleischprodukte bei Histaminintoleranz

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltiges Fleisch)

Frisches und tiefgefrorenes Fleisch
(alle Sorten soweit nicht rechts aufgeführt - Filet, Nacken, Steak, Lende - Vorsicht bei mariniertem Fleisch)

Frische Schnittwurst (Mortadella, Bierschinken)
Hackfleisch (selbst frisch hergestellt)

Geflügel (Huhn, Pute)
Lamm / Hammel
Rinderfleisch
Schweinefleisch

Cervelatwurst
Ente
geräucherte Wurst
geräuchertes Fleisch
Hackfleisch (abgepackt)
Innereien (Herz, Leber, Niere, Zunge, Magen)
Jagdwurst
Leberwurst
Mett /Mettwurst
Parmaschinken
Rohschinken
Salami
Schinken (roh & geräuchert)
Speck
Streichwurst
Wild (Wildschwein, Reh, Kaninchen)

 

Fische, Meerestiere, Schalentiere und deren Erzeugnisse bei Histaminintoleranz

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltiger Fisch)

Allgemein

Fangfrische Fische
Tiefgefrorene Fische

Fischstäbchen

Allgemein

Getrocknete, geräucherte, gesalzene und marinierte Fische
eingelegte Fische/ Fischkonserven

Meeresfrüchte (alle Arten)
Fluss- und Taschenkrebse (alle Arten)
Schalentiere (alle Arten)

Liste

Alaskaseelachs (Köhler)
Adlerfisch
Dorsch
Forelle
Glattbutt
Goldbarsch
Heilbutt
Hoki
Kabeljau
Knurrhahn
Lengfisch
Limande (Rotzunge)
Meerbarbe
Meerbrassen / Dorade
Merlan
Petersfisch
Rascasse
Rochen
Rotbarsch
Schellfisch
Scholle
Schwertfisch
Seehecht
Seelachs
Seeteufel
Seezunge
Steinbeißer
Steinbutt
Stint

Liste

Aal
Felchen
Fischsoße
Flußbarsch (Kretzer, Egli)
Flußbrasse (Brachse/ Breitling)
Forelle
Garnele
Goldbarsch
Hecht
Hering
Hummer
Kalmare
Karpfen
Krabbe
Krill
Lachs
Languste
Makrele
Matjes
Muscheln
Pangasius
Rollmöpse
Russen
Sardelle
Sardine
Scampi
Schleie
Schnecken
Shrimp
Thunfisch
Tilapia
Tintenfische
Victoriabarsch
Wels
Zander

 

Käse-, Milch-, und Milchersatzprodukte bei Histaminintoleranz

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltiger Käse)

Allgemein

Junger ungereifter Käse
Frische Milch
Frischkäse

Allgemein

gereifte Käsesorten (je höher der Reifegrad, desto höher der Histamingehalt)

Bergkäse (alle Sorten)
Hartkäse (alle Sorten)
Schimmelkäse (alle Sorten)
Weichkäse (alle Sorten)

Rohmilch und Rohmilchprodukte
Soja-/produkte (Sojamilch, Sojasahne, Tofu, Sojasoße)

Liste

Butter
Butterkäse
Buttermilch
Dickmilch
Edamer
Frische Milch
Frischkäse
Hafermilch
Hüttenkäse
Joghurt
Gouda (jung)
Kefir
Kokosmilch
Kondensmilch
Mascarpone
Milch (frisch, pasteurisiert, keine Rohmilch)
Milchersatz (Reis-, Hafer-, Kokosmilch)
Mozarella
Quark
Ricotta
Reismilch
Sahne
Schmand

Liste

Brie
Camembert
Chaumes
Cheddarkäse
Chester
Comté
Emmentaler
Gorgonzola
Gouda (mittelalt und alt)
Grana Padano
Gruyère
Harzer Käse
Limburger
Livarot
Manchego
Munsterkäse
Parmesan
Rohmilch
Romadur
Rougette
Roquefort
Schmelzkäse
Vorzugsmilch

 

Getreide, Nudeln, Pseudogetreide

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltiges Getreide)

Amaranth
Dinkel, Dinkelmehl, Dinkelnudeln
Getreideflocken, Getreidekörner (alle ausser Weizen)
Hafer, Haferflocken
Hirse, Hirsemehl
Kartoffeln
Mais, Maiswaffeln, Mais-Reis-Knäckebrot
Quinoa
Reis, Reismehl, Reisnudeln, Reiswaffeln
Roggen, Roggenmehl, hefefreies Roggenbrot
Vollkornnudeln (alle ausser Weizen)

Buchweizen
Bulgur
Couscous
Gerste
Weizen, Weizenkeime und Weizenprodukte

 

Sonstiges, Gewürze und Süßes

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltig)

Eigelb
Backwaren ohne Hefe
Gebäck ohne Schokolade, Nüsse und Weizen
Popcorn
weisse Schokolade

Kakao
Schokolade
Hefe
Weinessig (besonders Rotweinessig)
Tafelessig
scharfe Gewürze
Marzipan
Nougat
Knabbergebäck
Süßigkeiten mit Konservierungs- und/oder Farbstoffen

 

Getränke bei Histaminintoleranz

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltige Getränke)

Säfte aus geeigneten Obstsorten
Säfte aus geeignetem Gemüse
- bei allen Säften unbedingt auf Zusätze achten

Akoholische Getränke in kleinen Mengen und nicht zu den Mahlzeiten (bestimmte untergärige Biere, klare Schnäpse, wie Wodka, Rum etc., histaminarmer Weißwein)

Reizarmer Kaffee
Kräutertee
grüner Tee
schwacher Schwarztee
Wasser

 

Säfte aus ungeeigneten Obstsorten
Säfte aus ungeeignetem Gemüse

Alkoholische Getränke (besonders Rotwein, Weisswein, Bier, Champagner, Likör, Rum, Weinbrand, Sekt, Champagner)

Apfelmost
Cola
Energydrinks
Früchtetee
Kaffee
Limonade
Mate Tee
Schokoladenheissgetränke
schwarzer Tee
Zitrusfruchtsäfte

 

Lebensmittel-Zusatzstoffe (E-Nummern) bei Histaminintoleranz

geeignet (histaminarm)

nicht geeignet (histaminhaltig)

Farbstoffe

Curcumin /Kurkumin (E 100)
Zuckerkulör (E150, E150a)

Farbstoffe

Allurarot AC (E 129)
Amaranth (E 123)
Azorubin / Karmesin (E 122)
Brilliantblau (E 133)
Brilliantschwarz FCF (E 151)
Braun FK (E 154)
Braun HAT (E 155)
Echtes Karmin (E 120)
Eisenoxid (E 172)
Erythrosin (E 127)
Chinolingelb, E 104
Cochenillerot A (E 124)
Cu Chlorophyll (E 141)
Gelborange S (E 110)
Indigotin I (E 132)
Karmin, Cochenille, E 120
Litholrubin (E 180)
Patentblau V (E 131)
Rot 2G (E 128)
Säurebrilliantgrün BS (E 142)
Tartrazin (E102)

Konservierungsmittel

Natriumnitrit (E 250)

Konservierungsmittel

Benzoesäure und Benzoate (E210 - E 213)
Natriumorthophenylphenolat (E 232)
Nisin (E 234)
Orthophenylphenol, 2-Phenylphenol (E 231)
Parabene (E 214 - E 219)
Salicylat, Salicylsäure
Schwefeldioxid und Sulfite (E 220 - E 228)
Sorbinsäure und deren Salze (E200 - E 203)
Thiabendazol

Antioxidanzien / Säurungsmittel

Ascorbinsäure, Vitamin C (E 300)
Citronensäure, Zitronensäure (E 330)

Antioxidanzien

Gallate (E 310 - E 312)
Butylhydroxyanisol/ BHA (E 320)
Butylhydroxytoluol/ BHT (E 321)

Geschmacksverstärker

keine verträglichen Geschmacksverstärker bekannt

Geschmacksverstärker

Glutaminsäure und Glutamate (E 620 - E 625)
Guanylate (E 627 - E 629)
Hefeextrakt
Inositol und Inosinate (E 630 - 633)

Verdickungsmittel

Pektin, Pektine
Stärke (Kartoffel-/Mais-/Weizen- etc.)

Verdickungsmittel

Carrageen (E 407)
Glycerin (E 422)
Gummi arabicum (E 414)
Johannisbrotkernmehl (E 410)
Traganth (E 413)

Emulgatoren

keine verträglichen Emulgatoren bekannt

Emulgatoren

Polysorbate ( E 432 E 436)
Ammoniumphosphatide (E 442)
Phosphate (E 450 - E 452)
Sorbitanfettsäureester (E 491 - E 495)

Treibmittel

Backpulver
Weinsteinbackpulver
Kaliumtartrat (E336)

Treibmittel

Hefe

Aromastoffe

Vanillin (synthetisch)

Aromastoffe

Chinin (z. B. in Bitterlemon, Tonic Water)

Süßstoffe

keine eindeutig verträglichen Süßstoffe bekannt

Süßstoffe

Aspartam (E 951)
Cyclamat (E 952)
Saccharin (E 954)


Tabelle / Übersicht: Liste unverträglicher Lebensmittelzusatzstoffe / Pseudoallergene bei Histaminintoleranz, Quellen: Jarisch 2013 1, Fritzsche 2013 10

 


Medikamente / Medikamentenstoffe die zu meiden sind

Es gibt Medikamentenwirkstoffe, die das Histamin abbauende Enzym Diaminoxidase (DAO) beeinträchtigen und so zu einem Histaminanstieg im Körper führen. Die nachstehende Liste führt außerdem Histamin freisetzende Medikamente (sogenannte Histaminliberatoren). Diese sind mit * gekennzeichnet.

Histaminintolerante sollten vorsichtig mit den in der Übersicht genannten Medikamenten-Wirkstoffen sein. Wenn Sie genannte Medikamente einnehmen, besprechen Sie mögliche Alternativen mit Ihrem Arzt oder achten Sie besonders konsequent auf eine histaminarme Ernährung. Sie sollten Medikamente niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen.

Wirkstoff

Einsatz des Medikaments als

Beispiele für Medikamente im Handel

Acemetacin Antirheumatikum Rantudil forte®
Acetylcystein Schleimlöser, Hustenlöser ACC akut®, Myxofat®
Acetylsalicylsäure * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend) Aspirin®, ASS Hexal®, Neuralgin®
Alcuroniumchlorid Muskelrelaxantien, Narkosemittel Alloferin®
Alprenolol Betablocker, Blutdrucksenker Aptin®
Ambroxol Schleimlöser, Hustenlöser Ambroxol®, Mucosolvan®
Amilorid Entwässerungsmittel (bei Bluthochdruck oder Herzschwäche) Amilorid HCT AL®, Diaphal®
Aminophyllin Asthma-Medikament Aminophyllin 125®
Amitriptylin Antidepressivum Saroten®, Tryptizol®
Cefotiam Antibiotikum Spizef®, Texotil®, Taketiam®
Cefuroxim Antibiotikum Zinacef®
Chinidin Herzmittel Cordichin®
Chloroquin Malariamittel, Antirheumatikum
Cimetidin H2-Antihistaminikum, Hemmung der Magensäureproduktion Cimetidin acis®
Clavulansäure Antibiotika  
Cycloserin Antibiotika Seromycin®
Cyclophosphamid Krebsmittel, Autoimmunkrankheiten Endoxan®
Diazepam Beruhigungsmittel (Psychopharmaka) Valium®
Dihydralazin Blutdrucksenkendes Medikament Nepresol®, Depressan®
Dobutamin Notfallmedikament Herztherapie  
Diclofenac * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend) Voltaren®
Flurbiprofen * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend) Dobendan®
Framycetin Antibiotikum Leukase N®
Furosemid Harntreibendes Medikament Lasix®
Haloperidol Neuroleptikum (Psychopharmaka) Haldol®
Indometacin * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend) Indo-Top-Rationpharm®-Spray
Isoniazid Tuberkulose-Medikament  
Ketoprofen * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend)
Mefenaminsäure * und Meclofenaminsäure * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend)
Metamizol Schmerzmittel Novalgin®
Metoclopramid Magen-Darm-Mittel (Übelkeit und Erbrechen) auch in Schmerzmitteln verwendet MCP Ratiopharm®, Paspertin®
Morphin Schmerzmittel
Naproxen * Antirheumatikum (schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend)
Pancuronium Muskelrelaxantien, Narkosemittel
Pethidin Schmerzmittel Dolantin®
Prilocain Lokales Betäubungsmittel  
Propafenon Medikament bei Herzrhytmusstörungen  
Propanidid Narkosemittel  
Röntgenkontrastmittel (alle) * Röntgenkontrastmittel  
Theophyllin Asthma-Medikament Euphilin®
Thiopental Schlafmittel Trapanal®
Verapamil Herz-Kreislauf-Mittel Isoptin®

Tabelle / Übersicht: Liste unverträglicher Medikamente und Medikamentenwirkstoffe bei Histaminintoleranz, Quellen: Jarisch 2013 1, Fritzsche 2013 10

 


Quellenangaben zum Text Histaminintoleranz

  1. Prof. Dr. Jarisch, R (hrsg.): Histaminintoleranz - Histamin und Seekrankheit, Stuttgart, 3. Auflage 2013,
  2. Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI), www.histaminintoleranz.ch
  3. aid infodienst - Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.: Fachtext Histaminintoleranz, was-wir-essen.de, Bonn
  4. Maintz, L; Bieber, T; Novak, N: Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz, Dtsch Ärztebl 2006; 103 (51-52)
  5. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA): Leitlinie: Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin, Allergo J 2012; 21 (1): 22–28
  6. Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (Daab), www.daab.de/ernaehrung/histamin-intoleranz
  7. Univ. Doz. Dr. med. Ledochowski, M: Genussvoll leben trotz Nahrungsmittel-Intoleranzen, München, 2. Auflage Februar 2013
  8. Prof. Dr. med. Worm, M; Grünhagen, J: Histaminunverträglichkeit, Stiftung ECARF, www.ecarf.org, Dezember 2013
  9. Dr. med. Irion, R.: Biogene Amine - Auslöser von pseudoallergischen Reaktionen, Alles zu Allergologie.de, Regensburg
  10. Fritzsche, D: Histamin-Intoleranz (GU Gesundheits-Kompasse), München, 4. Auflage 2013
  11. Müller, S-D; Weissenberger, C: Ernährungsratgeber Histamin-Intoleranz, Hannover 2014


Bücher zur Histaminintoleranz

Hilfreiche Bücher für Histaminintolerante und/oder deren Angehörige (z. B. Eltern, Lebenspartner):

Histaminintoleranz - Histamin und Seekrankheit

von Reinhart Jarisch
Thieme Verlag
Broschiert, 196 Seiten
29,95 Euro


Histamin-Intoleranz (GU Gesundheits-Kompasse)

von Doris Fritzsche
GRÄFE UND UNZER Verlag
Taschenbuch, 96 Seiten
6,99 Euro


Mastzellenfreundliche und histaminarme Küche: Diätanleitung und Rezeptsammlung

Schweizerische Interessen-
gemeinschaft Histamin Intoleranz
Pro Business Verlag
Taschenbuch, 206 Seiten
22,00 Euro


Gesund essen bei Histaminintoleranz (GU Gesund essen)

von Anne Kamp
GRÄFE UND UNZER Verlag
Taschenbuch, 128 Seiten
14,99 Euro


Histaminarm kochen und sich wohl fühlen

Verband der diplom Diätassistenten und EMB
Kneipp Verlag
Taschenbuch, 96 Seiten
14,90 Euro


Histamin-Intoleranz: Wenn Essen krank macht

von Thilo Schleip
TRIAS Verlag
Broschiert, 136 Seiten
14,99 Euro


Genuss ohne Verdruss: Histaminarm und laktosefrei für Alle!

von Sabine Kodalle
Holtenauer Verlag
Taschenbuch, 142 Seiten
19,90 Euro


Ernährungsratgeber Histamin-Intoleranz: Genießen erlaubt!

von Sven-David Müller
Schlütersche
Taschenbuch, 144 Seiten
19,99 Euro


Genussvoll leben mit Histaminintoleranz

von Kathrin Sebastian
Umschau Buchverlag
Broschiert, 144 Seiten
16,95 Euro


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