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Sorbitunverträglichkeit

Blähungen, Durchfall, Mundgeruch: Das können die Symptome einer Sorbitunverträglichkeit sein. Werden sorbithaltige Lebensmittel nicht vertragen, dann spricht man von einer Sorbitintoleranz oder Sorbitunverträglichkeit.

Krankheitsbild: Was ist eine Sorbitunverträglichkeit?

Bei der Sorbitunverträglichkeit ist die Verwertung von Sorbit im Dünndarm ganz oder teilweise gestört. Das Sorbit kann nicht vom Dünndarm aufgenommen werden. Es gelangt daher in den Dickdarm, wo es durch die Bakterien verarbeitet wird. Dies führt zu Gasbildung (Blähungen) und weiteren Symptomen.
Die gestörte Aufnahme im Dünndarm (Resportionsstörung genannt) führt zu einer erhöhten Ballaststoffzufuhr im Darm und damit zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora.

Sorbithaltiges Trockenobst

Bei Menschen mit Sorbitintoleranz zeigen sich die Symptome schon nach dem Verzehr geringer Mengen von Sorbit. In großen Mengen genossen (ca. 20-30 g), führt Sorbit aber auch beim gesunden Menschen zu Beschwerden. Lebensmittel, die mehr als 10 Prozent Sorbit enthalten, müssen daher den Hinweis tragen: "...kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken".

Sorbit kann von fast 80 Prozent der westlichen Bevölkerung nicht oder nur schlecht verwertet werden 3.

Die Sorbitunverträglichkeit ist keine Allergie. Sie gehört zu den nicht allergischen Lebensmittelunverträglichkeiten, die wesentlich häufiger als die Lebensmittelallergien auftreten. Die Sorbitunverträglichkeit gehört zusammen mit der Laktoseintoleranz und Fructoseintoleranz zu den sogenannten Kohlenhydratmalassimilationen, auch Zuckerverwertungsstörung genannt. Die Sorbitunverträglichkeit wird in Fachkreisen Sorbitmalabsorption genannt.

Bei einer Sorbitunverträglichkeit sollten sorbithaltige Lebensmittel möglichst gemieden und die individuelle Toleranzgrenze festgestellt werden (siehe Ernährung & Therapie).

Isolierte Sorbitintoleranz

Fachärzte sprechen von einer isolierten Sorbitmalabsorption oder isolierten Sorbitintoleranz, wenn sich die Unverträglichkeit nur auf Sorbit beschränkt, also gleichzeitig keine Fruchtzuckerunverträglichkeit besteht.

Bei der isolierten Sorbitunverträglichkeit spielt die Menge der verzehrten Fructose keine Rolle.

Kombinierte Fructose- und Sorbitunverträglichkeit

Viel häufiger gibt es die kombinierte Fructose- und Sorbitunverträglichkeit. Das bedeutet, Fruchtzucker und Sorbit werden jeweils alleine vertragen, isst man beides jedoch in Kombination, treten die Symptome und Beschwerden auf. Die Diagnose lautet hier: sorbitabhängige Fruktosemalabsorption oder sorbitabhängige intestinale Fruktoseintoleranz.

Fructoseintoleranz

Menschen die keine Sorbitunverträglichkeit haben aber eine Fructoseintoleranz, müssen Sorbit trotzdem meiden.

Warum das so ist?

  • Zum einen, da Sorbit und Fructose den gleichen Stoffwechselweg nehmen und deshalb die bereits eingeschränkte Aufnahmefähigkeit von Fructose im Dünndarm zusätzlich gehemmt wird,

  • zum anderen weil Sorbit in Fruchtzucker umgewandelt werden kann.

Was ist Sorbit / Sorbitol?

Sorbit, auch genannt Sorbitol, ist das Abbauprodukt von Glukose und Fruktose. Sorbit stellt chemisch einen Alkohol dar, der wegen seiner Süße auch als Ersatz für Zucker genutzt wird. Sorbit ist ein natürlicher Bestandteil von bestimmten Obstsorten. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst kann daher sorbitreich sein und führt bei Menschen mit Sorbitunverträglichkeit zu Symptomen.

  • Sorbit ist auch ein Lebensmittel-Zusatzstoff und wird in der Lebensmittelindustrie als Süßungsmittel, Trägerstoff für Aromen und Vitamine, sowie als Feuchthaltemittel eingesetzt. Es trägt die E-Nummer E420. 
  • Sorbit ist ungefähr halb so süß wie Haushaltszucker (Saccharose) und enthält viel weniger Kalorien. Sorbit hat pro Gramm 2,4 Kalorien und Haushaltszucker 4 Kalorien. Sorbit verbreitet einen leicht kühlenden Effekt beim Essen.
  • Sorbit ist kein Süßstoff, sondern ein Zuckeraustauschstoff.
  • Sorbit gehört genauso wie Mannit, Lactit, Isomalt, Malit oder Xylit zur Gruppe der Zuckeralkohole. Die Bezeichnung Alkoholkohlenhydrat ist eine chemische Definition. Sorbit enthält keinen Alkohol (Ethanol).
  • Da zum Abbau von Sorbit im Körper kein Insulin erforderlich ist und somit der Blutzuckerspiegel nicht ansteigt, wird Sorbit häufig in Light-Produkten, zuckerfreien Produkten und Diabetikerlebensmitteln verwendet.
  • Häufig wird Sorbit in zahnfreundlichen Produkten wie Kaugummis und Zahncremes verwendet, da es nicht die an der Kariesbildung beteiligten Bakterien im Mundraum nährt.

Herstellung / Gewinnung von Sorbit

Ursprünglich wurde Sorbit aus den Früchten der Eberesche (Vogelbeere) gewonnen, die bis zu 12 % Sorbit enthalten. Mittlerweile wird Sorbit jedoch mit Hilfe von Enzymen aus Traubenzucker (Glucose) hergestellt. Die industrielle Herstellung erfolgt aus Mais- und Weizenstärke. Das Herstellungsverfahren, dass gentechnisch veränderte Organismen verwendet, kommt in Europa nicht zum Einsatz.


Symptome der Sorbitunverträglichkeit

Wie äußert sich eine Sorbitunverträglichkeit? Wenn Sorbit im Darm nicht vollständig verarbeitet werden kann, kommt es zu den gleichen Symptomen wie bei der Laktose- oder Fructoseintoleranz. Die häufigsten Symptome einer Sorbitunverträglichkeit sind:

  • Blähungen
  • Blähbauch
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Darmkrämpfe
  • Aufstoßen
  • Mundgeruch
  • Druck- und Völlegefühle
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen und
  • Fettstühle.

Daneben besteht die Gefahr, dass es zu bakteriellen Fehlbesiedlungen im Darm kommt.

Wie schnell machen sich die Symptome der Sorbitunverträglichkeit bemerkbar?

Die Symptome zeigen sich oft nach wenigen Minuten, aber auch zeitversetzt bis 48 Stunden nach dem Verzehr sorbithaltiger Lebensmitteln.

Art und Schwere der Symptome

Die folgenden Faktoren beeinflussen die Art und Schwere der Symptome:

  • die Menge des verzehrten Sorbit,
  • bei kombinierter Fructose- und Sorbitunverträglichkeit die Menge der verzehrten Fructose
  • die individuelle Aufnahmekapazität (bei jedem Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt)
  • die Art und Anzahl der Darmbakterien.

Zusätzlich kommt es darauf an, welche weiteren Nahrungsbestandteile zusätzlich zur Fructose verzehrt wurden. So können z. B. der gleichzeitige Verzehr von Sorbit und Eiweißen und/oder Fetten die Verweildauer der Speisen im Dünndarm verlängern. Dies hat zur Folge, dass das Sorbit besser aufgenommen werden kann und die Beschwerden sich reduzieren.

Wie entstehen die Symptome?

Das Sorbit gelangt wegen der Aufnahmeschwäche in den Dickdarm. Dort wird esdurch Bakterien verarbeitet. Durch den bakteriellen Abbau des Sorbit (Sorbitol) folgt die Entstehung kurzkettiger Fettsäuren. Außerdem kommt es zur gesteigerten Gasbildung (Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff H2) und erzeugt so die genannten Symptome.


Test & Diagnose mit dem H2-Atemtest

Der H2-Atemtest (Wasserstoff-Atemtest) ist das Standardinstrument zur Diagnose einer Sorbitunverträglichkeit (Sorbit-Test).

Wie funktioniert der H2-Atemtest / Sorbit-Test?

Es lässt sich in der Atemluft testen, wenn Sorbit schlecht verwertet wird. Wenn Sie eine Sorbitunverträglichkeit haben, wird Sorbit durch Bakterien im Dickdarm abgebaut. Dabei entsteht unter anderem Wasserstoff (H2). Dieser Wasserstoff gelangt über die Blutbahn in die Lunge und schließlich in den Atem. 

Beim H2-Atemtest zur Sorbitunverträglichkeit werden maximal 10 Gramm Sorbit in Wasser gelöst verabreicht. Es gibt aber tatsächlich derzeit keine einheitlichen Standards für den Sorbit-Test bezüglich der Menge an Sorbit. Da Sorbit auch bei gesunden Menschen ab einer bestimmten Menge abführend wirkt, fehlt die Festlegung, wo die konkrete Grenze zur Sorbitunverträglichkeit liegt. Es gibt bisher noch keine Klassifizierung in Schweregrade.

Wann wird der Sorbit-Test durchgeführt?

Hinweise auf eine Sorbitunverträglichkeit gibt ein Symptom- und Ernährungstagebuch, in dem Ihre Beschwerden und alles was Sie essen notiert wird. Der H2-Atemtest wird bei einem Facharzt durchgeführt. Dies ist oft ein Gastroenterologe, also ein Spezialist für Erkrankungen des Magen-/Darm-Traktes (innere Medizin). Auch Dermatologen und andere Fachärzte führen ihn durch.

Mittlerweile gibt es zur Sorbitintoleranz auch einen Selbsttest für Zuhause von der Firma Cerascreen.


Ursache einer Sorbitunverträglichkeit

Was die Ursache eine Sorbitunverträglichkeit sein könnte, ist Wissenschaftlern bisher unbekannt. Die Symptome treten auf, da Sorbit im Darm nicht richtig verwertet werden kann. Es gibt bisher nur die Vermutung, dass der höhere Konsum von Sorbit in industriell gefertigten Lebensmitteln mit dem Zusatzstoff E420 schuld daran ist. Auch andere Zusatzstoffe und Antibiotika stehen im Verdacht eine Irritation des Darmes, der Darmflora und Darmschleimhaut zu bringen, die dann Ursache für fehlende Enzyme ist.


Therapie & Ernährung der Sorbitunverträglichkeit

Es gibt keine Medikamente und Tabletten, die die Sorbitunverträglichkeit heilen können. Was hilft, ist die Verzehrmenge von Sorbit in Lebensmitteln und Getränken der persönlichen Toleranzschwelle anzupassen.

Dafür wird die Ernährung nach einem 3-stufigem Plan umgestellt. Ziel dieser Ernährungstherapie ist herauszufinden, wo die individuelle Toleranzgrenze des Sorbitintoleranten liegt. Es wird die Antwort auf die Frage gesucht “Welche Menge kann ich genau vertragen? Was darf ich essen?“ Der Patient soll lernen, welche Lebensmittel für ihn gut verträglich sind und welche Mengen an sorbithaltigen Lebensmitteln er in einer ausgewogenen Dauerernährung einbauen kann – ohne komplett auf sorbithaltiges Obst und Gemüse verzichten zu müssen. 

So sieht der 3-stufige Plan aus:

1. Phase: Diät - nur sorbitfreie Lebensmittel

Zwei bis vier Wochen muss sich der Patient einer strengen Diät unterziehen. In dieser Phase muss sich der Patient sorbitfrei ernähren (< 0.5 g Sorbit am Tag). Auch andere Zuckeralkohole (Mannit, Isomalt, Xylit) werden weggelassen. Ziel dieser Phase ist es, dass die Beschwerden des Patienten verschwinden. Als Unterstützung und zum Überprüfen ist es unumgänglich ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem zum einen notiert wird, was wann gegessen wurde und wann es zu welchen Beschwerden kam. 

2. Phase: Testphase / Kostaufbau

In dieser Phase werden einzelne sorbithaltige Lebensmittel in den Ernährungsplan aufgenommen, denn in dieser Phase soll langsam ausgetestet werden, welche Lebensmittel der Patient beschwerdefrei verträgt und in welchen Mengen (Verträglichkeitsgrenzen). Zu Beginn werden nur ein bis zwei sorbithaltige Lebensmittel pro Tag gegessen. Nach und nach wird die Menge gesteigert. Auch in dieser Phase ist es äußerst wichtig, die Ergebnisse in einem Ernährungs- und Symptomtagebuch aufzuschreiben.

3. Phase: sorbitarme tägliche Ernährung festlegen

Ein Sorbitintoleranter sollte sich auf jeden Fall dauerhaft so ernähren, dass er beschwerdefrei leben kann und nicht mehr unter den Symptomen einer Sorbitunverträglichkeit leidet. Die Obstauswahl sollte so gewählt werden, dass deren Sorbitgehalt im tolerablen Bereich liegt, aber trotzdem der Nährstoffbedarf gedeckt wird. Die dauerhafte Ernährung wird in der 3. Phase individuell festgelegt und aufgeschrieben.

Wichtig ist, in regelmäßigen Abständen die individuellen Toleranzgrenzen auszutesten, denn diese ändern sich oftmals nach einiger Zeit.


Sorbithaltige Lebensmittel & sorbitfreie Lebensmittel

Sorbit findet sich

  1. in natürlicher Nahrung, hauptsächlich in Obst wie Brombeeren, Pflaumen, oder Birnen und
  2. in Fertigprodukten aus dem Supermarkt, wie Muffins, Kuchen, Toast, Kaugummis, Senf, Mayonnaise oder Pralinenfüllungen.
  3. in Medikamenten als Trägerstoff, z.B.in Brausetabletten

Die folgende Lebensmittelliste gilt als Orientierungshilfe und Grundinformation für die sorbitfreie Ernährung.

Liste der sorbitfreien und sorbithaltigen Lebensmittel*

sorbitfreie Lebensmittel

sorbithaltige Lebensmittel (verstecktes Sorbit)

sorbitfreies Obst

Ananas
Avocados
Banane
Grapefruit
Hagebutte
Holunderbeere
Honigmelone
Johannisbeere (rot, schwarz)
Kiwi
Mandarine
Mango
Mirabelle
Orange
Preiselbeere
Sanddorn
Stachelbeere
Wassermelone
Zitrone
Zwetschge

sorbithaltiges Obst

Apfel
Birne
Brombeere
Cranberries
Dattel
Dosenmarille
Erdbeere (wenig Sorbit)
Fenchel
Heidelbeere / Blaubeere (wenig Sorbit)
Himbeere (wenig Sorbit)
Kirsche
Marille / Aprikose
Nektarine
Pflaume
Pfirsich
Sauerkirsche
Vogelbeere / Ebereschenbeere
Weintraube

sorbitfreies Gemüse

Artischocke
Erbsen
Grünkohl
Karotte / Möhre
Kohlrabi
Kürbis
Mangold
Pastinake
Radiesche
Salate (alle Sorten)
Spargel
Spinat
Tomate
Zucchini
Zwiebel

sorbithaltiges Gemüse

Aubergine / Melanzani*
Brokkoli*
Fenchel*
grüne Bohne*
Paprika (grün)*
Rosenkohl*
Weisskohl*

*enthalten sehr geringe Sorbitmengen. In der Regel werden alle Gemüsesorten vertragen.

sorbitfreies Trockenobst

Bananenchips
getrocknete Ananas

 

Trockenobst

getrockneter Apfel
getrocknete Aprikose
getrocknete Cranberries
getrocknete Dattel
getrocknete Pflaume
getrockneter Pfirsich
Kokosraspeln
Rosine

sorbitfreie Getränke

Kaffee
Wasser
Saft(schorlen) aus sorbitfreien Obstsorten
Tee
Alkohol/ Spirituosen wie Wodka, Gin,

 

Getränke

Bier*
Light-Getränke
Rotwein
Saft(schorlen) aus sorbithaltigen Obstsorten
Weisswein*
Rosewein*
Wellnessgetränke

*enthalten sehr wenig Sorbit. Verträglichkeit sollte vorsichtig getestet werden..

sorbitfreie Getreideprodukte

Alle Getreidesorten sind von Natur aus sorbitfrei.

selbstgebackenes Brot
Brot vom Bäcker (nachfragen)
Müsli ohne Trockenfrüchte
Getreidekaffee

sorbithaltige Getreideprodukte

häufig sorbithaltig, Zutatenliste prüfen bei:

abgepackter Kuchen, Muffins, Waffeln
abgepacktes Toast
abgepacktes Brot
Müsli mit Trockenfrüchten

 

sorbitfreie Milch, Milchprodukte, Käse

Milch ist von Natur aus sorbitfrei.

Kuhmilch, Schafsmilch Molke, Buttermilch, Kefir
Sahne, Joghurt, saure Sahne
Frischkäse, Quark, Feta, Ziegenkäse

sorbithaltige Milch, Milchprodukte, Käse

Milchprodukte mit sorbitreichen Obstsorten

Fruchtjoghurt (z.B. mit Brombeeren)
Fruchtquark
Fruchtmolke
Fruchtbuttermilch
Eis mit Früchten

sorbitfreie/s Fleisch(produkte) & Fisch(produkte)

Unverarbeitetes Fleisch und Fisch ist sorbitfrei.

 

sorbitfreie/s Fleisch(produkte) & Fisch(produkte)

häufig sorbithaltig, Zutatenliste prüfen bei:

Paniertes Fleisch, z.B. Wiener Schnitzel
Fleischfertiggerichte, z.B Pfannengerichte, Hühnerfrikassee
Würste + Aufstrich: Leberwurst, Pastete, Bratwurst, Brühwurst, Kochwurst, Mortadella und Fleischsalate
Panierter Fisch, Fischstäbchen
Fischsalate, Fischfertiggerichte, Fischpastete

 

sorbitfreie Brotaufstriche, Süßigkeiten

Erdnussbutter
Mandelmus
Honig
Marmeladen / Gelees aus sorbitfreien Obstsorten, z. B. Sanddornmarmelade
Schoko-Aufstrich
Schokolade ohne Füllung
Traubenzucker

sorbithaltige Brotaufstriche, Süßigkeiten

Diabetikermarmelade
Diabetikersüßigkeiten
Fruchteis / Sorbet
Kaubonbons Kaugummis (zuckerfreie)
Marmeladen / Gelees (aus sorbithaltigen Obstsorten)
Müsliriegel
Schaumzuckerwaren (Schokoküsse, Waffeln, Marshmallows)
Schokoladen mit Füllungen
Brotaufstriche mit Paprika, Aubergine

Beilagen, Fette und Öle, Würzmittel, Sonstiges

Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, Reis
alle Öle (z. B. Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl)
Butter
frische Kräuter
Nüsse & Samen (alle Sorten)
Hülsenfrüchte (alle Sorten)
Pfeffer
Salz

Beilagen, Fette und Öle, Würzmittel, Sonstiges

häufig sorbithaltig, Zutatenliste prüfen bei:

Brühwürfel, Gemüsebrühe
Fertigsuppen und -Soßen, Würzmischungen
Mayonnaise, Remoulade, Dressing, Meerrettichsoße, Würzpasten
Rotweinessig

* Diese Liste zur sorbitfreien Ernährung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Quellen dieser Lebensmittelliste zur Sorbitunverträglichkeit 5  6 

Die Lebensmittelliste gilt als Orientierungshilfe und Grundinformation für die sorbitarme Ernährung. Beachten Sie bitte, dass es sich um eine pauschale Liste handelt, die nicht auf Ihre individuelle Situation und Empfindsamkeit angepasst ist. Für die dauerhafte Ernährung bei Sorbitunverträglichkeit (also für die Zeit nach der Diätphase) gilt: Betroffene bei denen eine Sorbitintoleranz/ Sorbitunverträglichkeit eindeutig festgestellt wurde, sollten mit Hilfe eines Arztes oder Ernährungsfachkraft herausfinden, welche Lebensmittel in welche Mengen konkret verzehrt werden können und sich so eine eigene Lebensmittelliste verträglicher und unverträglicher Lebensmittel(mengen) erstellen.


Lebensmittelliste als PDF kostenlos zum Ausdrucken

Die abgebildete Lebensmittelliste können sie kostenfrei downloaden und ausdrucken. Sie enthält eine Tabell mit Empfehlungen für sorbithaltige lebensmittel und sorbitfreie Lebensmittel zum Drucken.

Wir freuen uns, wenn Sie dafür nach Ihren Möglichkeiten etwas Spenden oder uns über einen Einkauf per integrierter Werbebanner unterstützen!


Sorbitgehalt von Lebensmitteln *

Lebensmittel Sorbitgehalt in g pro 100g
Sorbit 99,00
Diabetikerzucker / Diabetiker Sirup 99,00
Beerenobstmarmelade 8,67
Vogelbeere 8,16
Pflaumen getrocknet 6,57
Pflaumenmus 6,00
Heidelbeermarmelade 5,10
Aprikosen getrocknet 4,62
Paprikapulver / Paprikagewürz 4,36
Apfel geschält, getrocknet (Apfelringe, Apfelchips) 4,02
Nektarine getrocknet 3,65
Vogelbeerenkonfitüre 3,12
Brombeeren 2,82
Brombeersaft 2,73
Wald-Brombeeren 2,70
Pflaumen 2,33
Eierpflaumen 2,33
Pflaumensaft / Zwetschgensaft 2,16
Birnen 2,10
Süßkirschen 1,91
Brombeermarmelade 1,65
Kirschen 1,61
Kirschsaft 1,51
Datteln (getrocknet) 1,35
Kirschen ungesüßt (Glas) 1,25
Cranberry (getrocknet) 1,15
Pflaumen (Konserve) 1,08
Birnenfruchtsaft 0,98
Sauerkirschsaft 0,97
Sauerkirschen 0,93
Rosinen / Sultaninen 0,89
Schoko-Lebkuchen mit Pflaumenfüllung 0,86
Pflaumenmarmelade 0,85
Aprikose / Marille 0,80
Birnen (Dose/Glas) 0,80
Nektarinen 0,77
Aprikosensaft 0,73
Nektarinensaft 0,71
Pfirsich 0,71
Kokosnussraspeln (getrocknet) 0,68
Pflaumensaft /Zwetschgensaft 0,65
Pfirsichsaft 0,64
Kirschnektar 0,60
Cocktail-Kirsche 0,57
Apfelsaft 0,56
Sauerkirschen gesüßt (Glas) 0,52
Aprikosenmarmelade 0,51
Sauerkirschen ungesüßt (Glas) 0,49
Apfelkorn 0,48
Traubendicksaft 0,45
Apfel / Äpfel 0,42
Birnendicksaft 0,40
Brokkoli 0,40
Früchte-Müsli 0,39
Apfeldicksaft 0,39
Paprika grün(tiefgefroren) 0,36
Brokkoli (tiefgefroren) 0,35
Sauerkirschmarmelade 0,34
Paprika (grün) 0,33
Weinbrand-Kirsche 0,32
Apfelmus (Konserve/ungesüßt) 0,31
Apfelmus (Konserve) 0,31
Pfirsich (Dose) 0,30
Nektarinenmarmelade 0,30
Paprika grün (Konserve) 0,26
Paprika in Öl (grün/Konserve) 0,26
Pfirsichmarmelade 0,25
Dominosteine 0,25
Rosenkohl 0,19
Konfitüre extra 0,18
Müsli 0,17
Joghurt-Müsli 0,17
grüne Bohnen / Buschbohnen 0,17
Mispel 0,17
Apfelstreuselkuchen 0,16
Dresdener Stollen aus Hefeteig 0,16
Pfirsich-Maracuja-Saftschorle 0,16
Müsli-Riegel 0,15
Altbierbowle 0,15
grüne Bohnen (tiefgefroren) 0,14
Rosenkohl (im Glas) 0,14
Weißkohl 0,14
Fenchelknolle / Fenchel 0,14
Stangenbohnen grün 0,14
Aubergine/n 0,11
Krautsalat mit Essig und Öl 0,11
Weintrauben (weiss) 0,10
Weintraube (rot) 0,10
Traubensaft (weiss) 0,10
Traubensaft (rot) 0,10
Rosinenbrot 0,09
Kokoszwieback 0,09
Erdbeermarmelade 0,08
Aubergine (Konserve) 0,08
Schoko-Müsli 0,08
Himbeerkonzentrat 0,07
Eis gemischt (Schoko, Vanille, Frucht) 0,04
Eis gemischt (Schoko, Vanille, Nuss) 0,04
Beerenobst 0,03
Erdbeeren 0,03
Wald-Erdbeeren 0,03
Erdbeersaft 0,03
Rotwein (süss) 0,02
Rotwein (trocken) 0,02
Holunderbeerensaft 0,02
Weißwein Spätlese (halbtrocken) 0,02
Himbeeren 0,009
Sojawurst (Konserve) 0,006
Bockbier (hell) 0,006
Weißwein trocken 0,006
Federweißer 0,006
Gemüsebrühe 0,006
Heidelbeeren 0,004
Heidelbeersaft 0,004
Himbeermarmelade 0,003
Himbeeren (Konserve) 0,003
Bier 0,003
Weißherbst 0,003
Wein rose 0,003

* Quellen dieser Lebensmittelliste samt Angaben zum Sorbitgehalt 6  5 
   Sorbitgehalt angegeben in Gramm pro 100 Gramm

Die Liste gilt als Orientierungshilfe und Grundinformation für die sorbitarme Ernährung. Beachten Sie bitte, dass es sich um eine pauschale Liste handelt, die nicht auf Ihre individuelle Situation und Empfindsamkeit angepasst ist. Für die dauerhafte Ernährung bei Sorbitunverträglichkeit (also für die Zeit nach der Diätphase) gilt: Betroffene bei denen eine Sorbitunverträglichkeit / Sorbitintoleranz eindeutig festgestellt wurde, sollten mit Hilfe eines Arztes oder Ernährungsfachkraft herausfinden, welche Lebensmittel in welche Mengen konkret verzehrt werden können und sich so eine eigene Lebensmittelliste verträglicher und unverträglicher Lebensmittel erstellen.



Tipps zur Sorbitunverträglichkeit

Folgende Tipps und Hinweise zur Ernährung und zum Handeln sollten Sie bei Sorbitunverträglichkeit kennen:

  1. Die Kombination sorbithaltiger Lebensmittel mit fett- und eiweißhaltigen Zutaten, beeinflussen die Symptome positiv.
    Bei der sorbitarmen Ernährung spielt nicht allein der Sorbitgehalt der Lebensmittel eine Rolle, auch die Nährstoffzusammensetzung (vor allem der Protein- und Fettgehalt) ist entscheidend für die Verträglichkeit eines sorbitreichen Lebensmittels. So wird beispielsweise eine Birne mit Sahnequark deutlich besser vertragen, als wenn Sie allein verzehrt wird.

  2. Naturbelassenes Gemüse (alle Sorten) sind in der Regel verträglich. Auch wenn einige Sorten zwar Sorbit enthalten, ist die Menge in der Regel so gering, dass sie nicht relevant ist. Bei verarbeitetem Gemüse (z.B. eingelegte Paprika) ist allerdings die Zutatenliste zu beachten.

  3. Leichte Vollkost während der Ernährungsumstellung empfohlen
    Betroffene von Zuckerverwertungsstörungen reagieren nicht selten auf schwer verdauliche Lebensmittel. Daher ist in der Zeit der Ernährungsumstellung oft auch die sogenannte leichte Vollkost (früher Schonkost genannt) empfohlen. Bei dieser Ernährungsform werden blähstoffarme und ballaststoffarme Lebensmittel gegessen. Es wird auf grobe Vollkornprodukte und auf blähendes Gemüse, wie Kohl, Brokkoli, Zwiebeln und Hülsenfrüchte verzichtet. Außerdem sollten Betroffene langsam essen, gründlich kauen, lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und auch viel trinken.

  4. Ausgebildete Ernährungsberater hinzuziehen
    Durch die Ernährungsumstellung erreichen Sorbitintolerante meist eine deutliche Besserung der Symptome oder sogar eine Beschwerdefreiheit. Es sollte aber nicht in jedem Fall nicht komplett auf Sorbit verzichtet werden, da die Abbaufähigkeit des Darms dadurch noch weiter verschlechtert werden könnte. Auch auf eine ausreichende Nährstoffversorgung ist zu achten. Dies alles zusammen ist eine komplexe Sache. Deshalb sollte die Hilfe von Ernährungsberatern mit speziellen Kenntnissen zu Allergien und Unverträglichkeiten in Anspruch genommen werden. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Adressen von allergologisch spezialisierten Ernährungsfachkräften erhalten Sie beim Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie oder beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Daab.

  5. Achten Sie auf Mannit, Isomalt, Xylit & Co
    Nicht selten bereiten andere Zuckeralkohole wie Mannit (E421), Lactit (E966), Isomalt (E953), Maltit (E965) ebenfalls Beschwerden. Finden Sie heraus, ob Sie auch auf diese Zuckeraustauschstoffe sensibel reagieren. Wesentlich besser verträglich sind aus der gleichen Gruppe Eryhritol (E986) und Xylit / Birkenzucker (E967).

  6. Lebensmittel mit dem Zusatz „zuckerfrei“ oder "für Diabetiker geeignet“ enthalten häufig Sorbit
    Da Sorbit nicht als Zucker deklariert werden muss, findet sich häufig eine Beschriftung wie „zuckerfrei“ auf sorbithalten Lebensmittels im Supermarkt, z. B. auch auf Müslis. Und weil durch Sorbit der Blutzuckerspiegel nicht ansteigt, wird er häufig in Lightprodukten und Diabetikerlebensmitteln verwendet. Wenn Sie auf diese Kennzeichnungen achten, erkennen Sie unverträgliche Lebensmittel also schneller. Zuverlässig gibt aber die Zutatenliste Auskunft.

  7. Lesen Sie die Zutatenliste von abgepackten Lebensmitteln
    Sorbit muss auf allen abgepackten Lebensmitteln in der Zutatenliste aufgeführt werden, es sei denn es ist natürlicher Bestandteil in Obst und Gemüse. Lesen Sie die Zutatenliste von Fertigprodukten daher bitte genau. Hier kennt man Sorbit am Wort selbst oder es steht dort Sorbitol oder die E-Nummer E420.
    Auch unter den E-Nummern E432, E433, E434, E435 und E436 (sogenannte Polysorbate) und E491, E492, E493, E494, E495 verbergen sich sorbithaltige Zusatzstoffe.

  8. Spuren von Sorbit sind egal
    Eine Sorbitunverträglichkeit ist keine Allergie, bei der kleinste Spuren gemieden werden müssen. In den allermeisten Fällen genügt es, einfach weniger Sorbit zu sich zu nehmen. Deshalb ist auch Zahncreme, die häufig Sorbit enthält, unproblematisch. Die Zahncreme wird in der Regel nicht geschluckt, so können höchstens Spuren von Sorbit aufgenommen werden.

  9. Frisch gekocht ist halb gewonnen
    Wer selbst kocht und keine Fertigprodukte isst, wird mit der Sorbitintoleranz einfacher zurechtkommen. Er hat die volle Kontrolle, weil er weiß was im Essen steckt. Dann bleiben nur noch manche Obst- und Gemüsesorten, die gemieden oder eingeschränkt werden müssen. Viele selbstgemachte Speisen können im Gegensatz zu industriell gefertigten Produkten bedenkenlos gegessen werden. Wer z. B. seinen Kuchen oder Brot selbst backt und nicht im Supermarkt besorgt, geht in Sachen Sorbitgehalt auf Nummer sicher.

Passend zum Thema: Unbedingt lesen!

11 häufige Irrtümer über Sorbit & Sorbitintoleranz

"Sorbit ist ein Süßstoff und enthält keine Kalorien". Stimmt nicht! Wußten Sie das? Es kursieren viele falsche Aussagen und Halbwarheiten zum Thema Sorbit und Sorbitintoleranz.

Lesen Sie in unserem Blogbeitrag die Wahrheit über 11 häufige Irrtümer zur Sorbitunverträglichkeit.

Sorbitfreie Rezepte

Stöbern sie in 400 sorbitfreien Rezepten für Frühstück, Mittag und Abendbrot.

Alle Rezept dieser Liste haben weniger als 5 mg Sorbit pro Portion und sind für die Diätphase der Ernährungstherapie einer Sorbitunverträglichkeit geeignet.

Sorbitfrei essen ohne Beschwerden ist so einfach.


Bücher zum Thema Sorbitunverträglichkeit

Hilfreiche Bücher für Menschen mit Sorbitunverträglichkeit und/oder deren Angehörige (z. B. Eltern, Lebenspartner):

Quellenangaben zum Text Sorbitunverträglichkeit / Sorbitintoleranz

  1. E 420 – Sorbit, Sorbitol: Feuchthaltemittel, Füllstoff, Süßungsmittel, zusatzstoffe-online.de, Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.
  2. E 420 – Sorbit/Sorbitsirup, zusatzstoffmuseum.de, Hamburger Lebensmittelstiftung
  3. Univ. Doz. Dr. med. Ledochowski, M.: Genussvoll leben trotz Nahrungsmittel-Intoleranzen,
    München 2009, 2. Auflage Februar 2013
  4. Reese, I., Schäfer, C.: Ernährungstherapie in der Allergologie, München, 
    2. erweiterte Auflage 2012 
  5. Cremer, M; Köhnke, K: Essen und Trinken bei Fructosemalabsorption, DGE-Infothek, 2. Auflage, Bonn 2019
  6. Klimek, Dr. Prof, l.: Fructoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit), 13.03.2020
  7. Nährwertdatenbank: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), BLS-Version 3.02, Max Rubner-Institut

erstellt am 05. Januar 2016

Alle Internetlinks abgerufen und aktualisiert am 16. März 2020

Autor: Sabine Theiding


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