Sorbitunverträglichkeit / Sorbitintoleranz

Blähungen, Durchfall, Mundgeruch - das können Sorbitintoleranz-Symptome sein. Werden sorbithaltige Lebensmittel nicht vertragen, dann spricht man von einer Sorbitintoleranz, Sorbitunverträglichkeit oder Sorbitmalabsorption.

sorbitreiche Pflaume

Bei der Sorbitunverträglichkeit ist die Verwertung von Sorbit im Dünndarm ganz oder teilweise gestört. Das Sorbit kann nicht vom Dünndarm aufgenommen werden. Es gelangt daher in den Dickdarm, wo es durch die Bakterien des Dickdarms verarbeitet wird. Dies führt zu Gasbildung (Blähungen) und weiteren Symptomen.
Die gestörte Aufnahme im Dünndarm (Resportionsstörung genannt) führt zu einer erhöhten Ballaststoffzufuhr im Darm und damit zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora.

Bei Menschen mit Sorbitintoleranz zeigen sich die Symptome schon nach dem Verzehr geringer Mengen von Sorbit. In großen Mengen genossen (ca. 20-30 g), führt Sorbit aber auch beim gesunden Menschen zu Beschwerden.

Sorbithaltiges Trockenobst

Lebensmittel, die mehr als 10 Prozent Sorbit enthalten, müssen daher den Hinweis tragen: "...kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken".

Sorbit kann von fast 80 Prozent der westlichen Bevölkerung nicht oder nur schlecht verwertet werden 3.

Die Sorbitunverträglichkeit ist keine Allergie. Sie gehört zu den nicht allergischen Lebensmittelunverträglichkeiten, die wesentlich häufiger als die Lebensmittelallergien auftreten. Die Sorbitintoleranz gehört zusammen mit der Laktoseintoleranz und Fructoseintoleranz zu den sogenannten Kohlenhydratmalassimilationen, auch Zuckerverwertungsstörung genannt. Die Sorbitintoleranz wird in Fachkreisen Sorbitmalabsorption genannt.

Bei einer Sorbitunverträglichkeit sollten sorbithaltige Lebensmittel möglichst gemieden und die individuelle Toleranzgrenze festgestellt werden (siehe Ernährung & Therapie).

Isolierte Sorbitmalabsorption / isolierte Sorbitintoleranz

Fachärzte sprechen von einer isolierten Sorbitmalabsorption oder isolierten Sorbitintoleranz, wenn sich die Unverträglichkeit nur auf Sorbit beschränkt, also gleichzeitig keine Fruchtzuckerunverträglichkeit besteht.

Bei der isolierten Sorbitunverträglichkeit spielt die Menge der verzehrten Fructose keine Rolle.

Kombinierte Fructose- und Sorbitunverträglichkeit

Viel häufiger gibt es die kombinierte Fructose- und Sorbitunverträglichkeit. Das bedeutet, Fruchtzucker und Sorbit werden jeweils alleine vertragen, isst man beides jedoch in Kombination, treten die Symptome und Beschwerden auf. Die Diagnose lautet hier: sorbitabhängige Fruktosemalabsorption oder sorbitabhängige intestinale Fruktoseintoleranz.

Fructoseintoleranz 

Menschen die keine Sorbitunverträglichkeit haben aber eine Fructoseintoleranz (genauer einer Fructosemalabsorption), müssen Sorbit trotzdem meiden.

Warum das so ist?

  • Zum einen da Sorbit und Fructose den gleichen Stoffwechselweg nehmen und deshalb die bereits eingeschränkte Aufnahmefähigkeit von Fructose im Dünndarm zusätzlich hemmt.
  • Zum anderen weil Sorbit in Fruchtzucker umgewandelt werden kann.


Was ist Sorbit / Sorbitol?

Sorbit, auch genannt Sorbitol, ist das Abbauprodukt von Glukose und Fruktose und stellt chemisch einen Alkohol dar, der wegen seiner Süße auch als Ersatz für Zucker genutzt wird. Sorbit ist ein natürlicher Bestandteil von bestimmten Obstsorten. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst kann daher sorbitreich sein und führt bei Menschen mit Sorbitunverträglichkeit zu Symptomen.

  • Sorbit ist auch ein Lebensmittel-Zusatzstoff und wird in der Lebensmittelindustrie als Süßungsmittel, Trägerstoff für Aromen und Vitamine, sowie als Feuchthaltemittel eingesetzt. Es trägt die E-Nummer E420. 
  • Sorbit ist ungefähr halb so süß wie Haushaltszucker (Saccharose) und enthält viel weniger Kalorien. Sorbit hat pro Gramm 2,4 Kalorien und Haushaltszucker 17 Kalorien. Sorbit verbreitet einen leicht kühlenden Effekt beim Essen.
  • Sorbit ist kein Süßstoff, sondern ein Zuckeraustauschstoff.
  • Sorbit gehört genauso wie Mannit, Lactit, Isomalt, Malit oder Xylit zur Gruppe der Zuckeralkohole. Die Bezeichnung Alkoholkohlenhydrat ist eine chemische Definition. Sorbit enthält keinen Alkohol (Ethanol).
  • Da zum Abbau von Sorbit im Körper kein Insulin erforderlich ist und somit der Blutzuckerspiegel nicht ansteigt, wird Sorbit häufig in Light-Produkten, zuckerfreien Produkten und Diabetikerlebensmitteln verwendet.
  • Häufig wird Sorbit in zahnfreundlichen Produkten wie Kaugummis und Zahncremes verwendet, da es nicht die an der Kariesbildung beteiligten Bakterien im Mundraum nährt.

Herstellung / Gewinnung von Sorbit

Ursprünglich wurde Sorbit aus den Früchten der Eberesche (Vogelbeere) gewonnen, die bis zu 12 % Sorbit enthalten. Mittlerweile wird Sorbit jedoch mit Hilfe von Enzymen aus Traubenzucker (Glucose) hergestellt. Die industrielle Herstellung erfolgt aus Mais- und Weizenstärke. Das Herstellungsverfahren, dass gentechnisch veränderte Organismen verwendet, kommt in Europa nicht zum Einsatz.


Symptome

Wenn die Aufnahme von Sorbit (Sorbitol) vermindert ist, kann es zu den gleichen Symptomen wie bei der Laktose- oder Fructoseintoleranz kommen. Die häufigsten Symptome einer Sorbitunverträglichkeit sind:

  • Blähungen
  • Blähbauch
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Darmkrämpfe
  • Aufstoßen
  • Mundgeruch
  • Druck- und Völlegefühle
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen und
  • Fettstühle.

Daneben besteht die Gefahr, dass es zu bakteriellen Fehlbesiedlungen im Darm kommt.

Die Symptome zeigen sich nach dem Verzehr geringer Mengen und treten nach oft wenigen Minuten aber auch zeitversetzt bis 48 Stunden später auf. 

Art und Schwere der Symptome einer Sorbitunverträglichkeit

Die folgenden Faktoren beeinflussen die Art und Schwere der Symptome:

  • die Menge des verzehrten Sorbit,
  • bei kombinierter Fructose- und Sorbitintoleranz die Menge der verzehrten Fructose
  • die individuelle Aufnahmekapazität (bei jedem Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt)
  • die Art und Anzahl der Darmbakterien.

Zusätzlich kommt es darauf an, welche weiteren Nahrungsbestandteile zusätzlich zur Fructose verzehrt wurden. So können z. B. der gleichzeitige Verzehr von Sorbit und Eiweißen und/oder Fetten die Verweildauer der Speisen im Dünndarm verlängern. Dies hat zur Folge, dass das Sorbit besser aufgenommen werden kann und die Beschwerden sich reduzieren.

Wie entstehen die Symptome?

Das Sorbit gelangt wegen der Aufnahmeschwäche in den Dickdarm. Dort wird esdurch Bakterien verarbeitet. Durch den bakteriellen Abbau des Sorbit (Sorbitol) folgt die Entstehung kurzkettiger Fettsäuren. Außerdem kommt es zur gesteigerten Gasbildung (Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff H2) und erzeugt so die genannten Symptome.


Diagnose mit dem H2-Atemtest (Wasserstoff-Atemtest)

Der H2-Atemtest ist das Standardinstrument zur Diagnose einer Sorbitunverträglichkeit (Sorbit-Test).

Wie funktionoert der H2-Atemtest / Sorbittest?

Da bei einer Sorbitunverträglichkeit keine oder nur geringfügige Mengen von Sorbit verarbeitet werden können, wird das Sorbit nach dem Verzehr von sorbithaltigen Lebensmitteln durch Bakterien im Dickdarm abgebaut. Beim bakteriellen Abbau entsteht unter anderem Wasserstoff (H2). Dieser Wasserstoff gelangt über die Blutbahn in die Lunge und schließlich in den Atem. Dieser lässt sich in der Atemluft messen.

Der H2-Atemtest wird bei einem Facharzt durchgeführt. Dies ist oft ein Gastroenterologe, also ein Spezialist für Erkrankungen des Magen-/Darm-Traktes (innere Medizin). Auch Dermatologen und andere Fachärzte führen ihn durch.

Beim H2-Atemtest zur Sorbitunverträglichkeit werden maximal 10 Gramm Sorbit in Wasser gelöst verabreicht. Es gibt aber tatsächlich derzeit keine einheitlichen Standards für den Sorbit-Test bezüglich der Menge an Sorbit. Da Sorbit auch bei gesunden Menschen ab einer bestimmten Menge abführend wirkt, fehlt die Festlegung, wo die konkrete Grenze zur Sorbitunverträglichkeit liegt. Es gibt keine Klassifizierung in Schweregrade.


Therapie & Ernährung der Sorbitunverträglichkeit

Es gibt kein Medikament, das die Sorbitunverträglichkeit heilen kann. Was hilft, ist die Verzehrmenge von Sorbit in Lebensmitteln und Getränken je nach persönlicher Toleranzschwelle anzupassen.

Dafür wird die Ernährung nach einem 3-stufigem Plan umgestellt. Ziel dieser Ernährungstherapie ist herauszufinden, wo die individuelle Toleranzgrenze des Sorbitintoleranten liegt. Es wird die Antwort auf die Frage gesucht “Welche Menge kann ich genau vertragen? Was darf ich essen?“ Der Patient soll lernen, welche Lebensmittel für ihn gut verträglich sind und welche Mengen an sorbithaltigen Lebensmitteln er in einer ausgewogenen Dauerernährung einbauen kann – ohne komplett auf sorbithaltiges Obst und Gemüse verzichten zu müssen. 

So sieht der 3-stufige Plan aus:

1. Phase: Diät - nur sorbitfreie Lebensmittel

Zwei bis vier Wochen muss sich der Patient einer strengen Diät unterziehen. In dieser Phase muss sich der Patient sorbitfrei ernähren (< 0.5 g Sorbit am Tag). Auch andere Zuckeralkohole (Mannit, Isomalt, Xylit) werden weggelassen. Ziel dieser Phase ist es, dass die Beschwerden des Patienten verschwinden. Als Unterstützung und zum Überprüfen ist es unumgänglich ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem zum einen notiert wird, was wann gegessen wurde und wann es zu welchen Beschwerden kam. 

2. Phase: Testphase / Kostaufbau

In dieser Phase werden einzelne sorbithaltige Lebensmittel in den Ernährungsplan aufgenommen, denn in dieser Phase soll langsam ausgetestet werden, welche Lebensmittel der Patient beschwerdefrei verträgt und in welchen Mengen (Verträglichkeitsgrenzen). Zu Beginn werden nur ein bis zwei sorbithaltige Lebensmittel pro Tag gegessen. Nach und nach wird die Menge gesteigert. Auch in dieser Phase ist es äußerst wichtig, die Ergebnisse in einem Ernährungs- und Symptomtagebuch aufzuschreiben.

3. Phase: sorbitarme tägliche Ernährung festlegen

Ein Sorbitintoleranter sollte sich auf jeden Fall dauerhaft so ernähren, dass er beschwerdefrei leben kann und nicht mehr unter den Symptomen einer Sorbitunverträglichkeit leidet. Die Obstauswahl sollte so gewählt werden, dass deren Sorbitgehalt im tolerablen Bereich liegt, aber trotzdem der Nährstoffbedarf gedeckt wird. Die dauerhafte Ernährung wird in der 3. Phase individuell festgelegt und aufgeschrieben.

Wichtig ist, in regelmäßigen Abständen die individuellen Toleranzgrenzen auszutesten, denn diese ändern sich oftmals nach einiger Zeit.


Sorbithaltige Lebensmittel & sorbitfreie Lebensmittel

Sorbit findet sich

  1. in natürlicher Nahrung, hauptsächlich in Obst wie Brombeeren, Pflaumen, oder Birnen und
  2. in Fertigprodukten aus dem Supermarkt, wie Muffins, Kuchen, Toast, Kaugummis, Senf, Mayonnaise oder Pralinenfüllungen.

Die folgende Lebensmittelliste gilt als Orientierungshilfe und Grundinformation für die sorbitfreie Ernährung.

Sorbithaltige Lebensmittel / Sorbitfreie Lebensmittel* (Lebensmittelliste)

 

sorbitfreie Lebensmittel

sorbithaltige Lebensmittel

Obst

Ananas
Avocados
Bananen
Grapefruit
Hagebutte
Holunderbeeren
Honigmelone
Johannisbeeren (rot, schwarz)
Kiwi
Mandarine
Mango
Mirabellen
Orangen
Preiselbeeren
Sanddorn
Stachelbeeren
Wassermelone
Zitronen

Apfel
Birne
Brombeere
Cranberries
Datteln
Dosenmarillen
Erdbeere (wenig Sorbit)
Fenchel
Heidelbeere / Blaubeere (wenig Sorbit)
Himbeere (wenig Sorbit)
Kirsche
Marille / Aprikose
Nektarine
Pflaume / Zwetschge
Pfirsich
Sauerkirschen
Vogelbeeren / Ebereschenbeeren
Weintrauben

Gemüse

Artischocke
Erbsen
Grünkohl
Karotte / Möhren
Kohlrabi
Kürbis
Mangold
Pastinake
Radieschen
Salate (alle Sorten)
Spargel
Spinat
Tomaten
Zucchini
Zwiebeln

Aubergine / Melanzani
Brokkoli
Fenchel
grüne Bohnen
Paprika
Rosenkohl
Weisskraut

Trockenobst

Bananenchips
getrocknete Ananas

 

getrockneter Apfel
getrocknete Aprikosen
getrocknete Cranberries
getrocknete Datteln
getrocknete Pflaumen
getrockneter Pfirsich
Kokosraspeln
Rosinen

Getränke

Kaffee
Wasser
Saft(schorlen) aus sorbitfreien Obstsorten
Tee

 

Bier, helles Bockbier
Light-Getränke
Rotwein
Saft(schorlen) aus sorbithaltigen Obstsorten
Weisswein
Wellnessgetränke

Getreideprodukte

Alle Getreidesorten sind von Natur aus sorbitfrei.

selbstgebackenes Brot
Brot vom Bäcker (nachfragen)
Müsli ohne Trockenfrüchte
Getreidekaffee

Häufig sorbithaltig, Zutatenliste prüfen:

abgepackter Kuchen, Muffins, Waffeln
abgepacktes Toast
abgepacktes Brot
Müsli mit Trockenfrüchten

 

Milch, Milchprodukte, Käse

Milch ist von Natur aus sorbitfrei.

Kuhmilch, Schafsmilch Molke, Buttermilch, Kefir
Sahne, Joghurt, saure Sahne
Frischkäse, Quark, Feta, Ziegenkäse

Milchprodukte mit sorbitreichen Obstsorten

Fruchtjoghurt (z. B. mit Brombeeren)
Fruchtquark
Fruchtmolke
Fruchtbuttermilch
Eis mit Früchten

Fleisch, Würste, Geflügel, Wild, Fisch Unverarbeitetes Fleisch und Fisch ist sorbitfrei.

 

Häufig sorbithaltig, Zutatenliste prüfen:

Paniertes Fleisch, z.B. Wiener Schnitzel
Fleischfertiggerichte, z.B Pfannengerichte, Hühnerfrikassee
Würste + Aufstrich: Leberwurst, Pastete, Bratwurst, Brühwurst, Kochwurst, Mortadella und Fleischsalate
Panierter Fisch, Fischstäbchen
Fischsalate, Fischfertiggerichte, Fischpastete

 

Brotaufstriche, Süßigkeiten

Erdnussbutter
Mandelmus
Honig
Marmeladen / Gelees aus sorbitfreien Obstsorten, z. B. Sanddornmarmelade
Schoko-Aufstrich
Schokolade ohne Füllung
Traubenzucker

Diabetikermarmelade
Diabetikersüßigkeiten
Fruchteis / Sorbet
Kaubonbons Kaugummis (zuckerfreie)
Marmeladen / Gelees (aus sorbithaltigen Obstsorten)
Müsliriegel
Schaumzuckerwaren (Schokoküsse, Waffeln, Marshmallows)
Schokoladen mit Füllungen
Brotaufstriche mit Paprika, Aubergine

Beilagen, Fette und Öle, Würzmittel, Sonstiges

Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, Reis
alle Öle (z. B. Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl)
Butter
frische Kräuter
Nüsse & Samen (alle Sorten)
Hülsenfrüchte (alle Sorten)
Pfeffer
Salz

 

Apfelessig
Brühwürfel, Gemüsebrühe
Fertigsuppen und -Soßen, Würzmischungen
Mayonnaise, Remoulade, Dressing, Meerrettichsoße, Würzpasten
Rotweinessig

 

* Diese Liste zur sorbitfreien Ernährung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Quellen dieser Lebensmittelliste zur Sorbitunverträglichkeit 2  3 

Die Lebensmittelliste gilt als Orientierungshilfe und Grundinformation für die sorbitarme Ernährung. Beachten Sie bitte, dass es sich um eine pauschale Liste handelt, die nicht auf Ihre individuelle Situation und Empfindsamkeit angepasst ist. Für die dauerhafte Ernährung bei Sorbitunverträglichkeit (also für die Zeit nach der Diätphase) gilt: Betroffene bei denen eine Sorbitunverträglichkeit / Sorbitunverträglichkeit eindeutig festgestellt wurde, sollten mit Hilfe eines Arztes oder Ernährungsfachkraft herausfinden, welche Lebensmittel in welche Mengen konkret verzehrt werden können und sich so eine eigene Lebensmittelliste verträglicher und unverträglicher Lebensmittel(mengen) erstellen.


Sorbitgehalt von Lebensmitteln *

Lebensmittel Sorbitgehalt in g pro 100g
Sorbit 99,00
Diabetikerzucker / Diabetiker Sirup 99,00
Beerenobstmarmelade 8,67
Vogelbeere 8,16
Pflaumen getrocknet 6,57
Pflaumenmus 6,00
Heidelbeermarmelade 5,10
Aprikosen getrocknet 4,62
Paprikapulver 4,36
Apfel geschält, getrocknet (Apfelringe, Apfelchips) 4,02
Nektarine getrocknet 3,65
Vogelbeerenkonfitüre 3,12
Brombeeren 2,82
Brombeersaft 2,73
Wald-Brombeeren 2,70
Pflaumen / Zwetschgen 2,33
Eierpflaumen 2,33
Pflaumensaft / Zwetschgensaft 2,16
Birnen 2,10
Süßkirschen 1,91
Brombeermarmelade 1,65
Kirschen 1,61
Kirschsaft 1,51
Datteln (getrocknet) 1,35
Kirschen ungesüßt (Glas) 1,25
Cranberry (getrocknet) 1,15
Pflaumen (Konserve) 1,08
Birnenfruchtsaft 0,98
Sauerkirschsaft 0,97
Sauerkirschen 0,93
Rosinen / Sultaninen 0,89
Schoko-Lebkuchen mit Pflaumenfüllung 0,86
Pflaumenmarmelade 0,85
Aprikose / Marille 0,80
Birnen (Dose/Glas) 0,80
Nektarinen 0,77
Aprikosensaft 0,73
Nektarinensaft 0,71
Pfirsich 0,71
Kokosnussraspeln (getrocknet) 0,68
Pflaumensaft /Zwetschgensaft 0,65
Pfirsichsaft 0,64
Kirschnektar 0,60
Cocktail-Kirsche 0,57
Apfelsaft 0,56
Sauerkirschen gesüßt (Glas) 0,52
Aprikosenmarmelade 0,51
Sauerkirschen ungesüßt (Glas) 0,49
Apfelkorn 0,48
Traubendicksaft 0,45
Apfel / Äpfel 0,42
Birnendicksaft 0,40
Brokkoli 0,40
Früchte-Müsli 0,39
Apfeldicksaft 0,39
Paprika (tiefgefroren) 0,36
Brokkoli (tiefgefroren) 0,35
Sauerkirschmarmelade 0,34
Paprika 0,33
Weinbrand-Kirsche 0,32
Apfelmus (Konserve/ungesüßt) 0,31
Apfelmus (Konserve) 0,31
Pfirsich (Dose) 0,30
Nektarinenmarmelade 0,30
Paprika (Konserve) 0,26
Paprika in Öl (grün/Konserve) 0,26
Pfirsichmarmelade 0,25
Dominosteine 0,25
Rosenkohl 0,19
Konfitüre extra 0,18
Müsli 0,17
Joghurt-Müsli 0,17
grüne Bohnen / Buschbohnen 0,17
Mispel 0,17
Apfelstreuselkuchen 0,16
Dresdener Stollen aus Hefeteig 0,16
Pfirsich-Maracuja-Saftschorle 0,16
Müsli-Riegel 0,15
Altbierbowle 0,15
grüne Bohnen (tiefgefroren) 0,14
Rosenkohl (im Glas) 0,14
Weißkohl 0,14
Fenchelknolle / Fenchel 0,14
Stangenbohnen grün 0,14
Aubergine/n 0,11
Krautsalat mit Essig und Öl 0,11
Weintrauben (weiss) 0,10
Weintraube (rot) 0,10
Traubensaft (weiss) 0,10
Traubensaft (rot) 0,10
Rosinenbrot 0,09
Kokoszwieback 0,09
Erdbeermarmelade 0,08
Aubergine (Konserve) 0,08
Schoko-Müsli 0,08
Himbeerkonzentrat 0,07
Eis gemischt (Schoko, Vanille, Frucht) 0,04
Eis gemischt (Schoko, Vanille, Nuss) 0,04
Beerenobst 0,03
Erdbeeren 0,03
Wald-Erdbeeren 0,03
Erdbeersaft 0,03
Rotwein (süss) 0,02
Rotwein (trocken) 0,02
Holunderbeerensaft 0,02
Weißwein Spätlese (halbtrocken) 0,02
Himbeeren 0,009
Sojawurst (Konserve) 0,006
Bockbier (hell) 0,006
Weißwein trocken 0,006
Federweißer 0,006
Gemüsebrühe 0,006
Heidelbeeren 0,004
Heidelbeersaft 0,004
Himbeermarmelade 0,003
Himbeeren (Konserve) 0,003
Bier 0,003
Weißherbst 0,003
Wein rose 0,003

* Quellen dieser Lebensmittelliste samt Angaben zum Sorbitgehalt 6  5 
   Sorbitgehalt angegeben in Gramm pro 100 Gramm

Die Liste gilt als Orientierungshilfe und Grundinformation für die sorbitarme Ernährung. Beachten Sie bitte, dass es sich um eine pauschale Liste handelt, die nicht auf Ihre individuelle Situation und Empfindsamkeit angepasst ist. Für die dauerhafte Ernährung bei Sorbitunverträglichkeit (also für die Zeit nach der Diätphase) gilt: Betroffene bei denen eine Sorbitunverträglichkeit / Sorbitintoleranz eindeutig festgestellt wurde, sollten mit Hilfe eines Arztes oder Ernährungsfachkraft herausfinden, welche Lebensmittel in welche Mengen konkret verzehrt werden können und sich so eine eigene Lebensmittelliste verträglicher und unverträglicher Lebensmittel erstellen.



Tipps zur Sorbitunverträglichkeit

Folgende Tipps und Hinweise zur Ernährung und zum Handeln sollten Sie bei Sorbitunverträglichkeit kennen:

  1. Die Kombination sorbithaltiger Lebensmittel mit fett- und eiweißhaltigen Zutaten, beeinflussen die Symptome positiv.
    Bei der sorbitarmen Ernährung spielt nicht allein der Sorbitgehalt der Lebensmittel eine Rolle, auch die Nährstoffzusammensetzung (vor allem der Protein- und Fettgehalt) ist entscheidend für die Verträglichkeit eines sorbitreichen Lebensmittels. So wird beispielsweise eine Birne mit Sahnequark deutlich besser vertragen, als wenn Sie allein verzehrt wird. 

  2. Leichte Vollkost während der Ernährungsumstellung empfohlen
    Betroffene von Zuckerverwertungsstörungen reagieren nicht selten auf schwer verdauliche Lebensmittel. Daher ist in der Zeit der Ernährungsumstellung oft auch die sogenannte leichte Vollkost (früher Schonkost genannt) empfohlen. Bei dieser Ernährungsform werden blähstoffarme und ballaststoffarme Lebensmittel gegessen. Es wird auf grobe Vollkornprodukte und auf blähendes Gemüse, wie Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte verzichtet. Außerdem sollten Betroffene langsam essen, gründlich kauen, lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und auch viel trinken.

  3. Ausgebildete Ernährungsberater hinzuziehen
    Durch die Ernährungsumstellung erreichen Sorbitintolerante meist eine deutliche Besserung der Symptome oder sogar eine Beschwerdefreiheit. Es sollte aber nicht in jedem Fall nicht komplett auf Sorbit verzichtet werden, da die Abbaufähigkeit des Darms dadurch noch weiter verschlechtert werden könnte. Auch auf eine ausreichende Nährstoffversorgung ist zu achten. Dies alles zusammen ist eine komplexe Sache. Deshalb sollte die Hilfe von Ernährungsberatern mit speziellen Kenntnissen zu Allergien und Unverträglichkeiten in Anspruch genommen werden. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Adressen von allergologisch spezialisierten Ernährungsfachkräften erhalten Sie beim Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie oder beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Daab.

  4. Achten Sie auf Mannit, Isomalt, Xylit & Co
    Nicht selten bereiten andere Zuckeralkohole wie Mannit (E421), Lactit (E966), Isomalt (E953), Maltit (E965) ebenfalls Beschwerden. Finden Sie heraus, ob Sie auch auf diese Zuckeraustauschstoffe sensibel reagieren. Wesentlich besser verträglich sind aus der gleichen Gruppe Eryhritol (E986) und Xylit / Birkenzucker (E967).

  5. Lebensmittel mit dem Zusatz „zuckerfrei“ oder "für Diabetiker geeignet“ enthalten häufig Sorbit
    Da Sorbit nicht als Zucker deklariert werden muss, findet sich häufig eine Beschriftung wie „zuckerfrei“ auf sorbithalten Lebensmittels im Supermarkt, z. B. auch auf Müslis. Und weil durch Sorbit der Blutzuckerspiegel nicht ansteigt, wird er häufig in Lightprodukten und Diabetikerlebensmitteln verwendet. Wenn Sie auf diese Kennzeichnungen achten, erkennen Sie unverträgliche Lebensmittel also schneller. Zuverlässig gibt aber die Zutatenliste Auskunft.

  6. Lesen Sie die Zutatenliste von abgepackten Lebensmitteln
    Sorbit muss auf allen abgepackten Lebensmitteln in der Zutatenliste aufgeführt werden, es sei denn es ist natürlicher Bestandteil in Obst und Gemüse. Lesen Sie die Zutatenliste von Fertigprodukten daher bitte genau. Hier kennt man Sorbit am Wort selbst oder es steht dort Sorbitol oder die E-Nummer E420.
    Auch unter den E-Nummern E432, E433, E434, E435 und E436 (sogenannte Polysorbate) und E491, E492, E493, E494, E495 verbergen sich sorbithaltige Zusatzstoffe.

  7. Spuren von Sorbit sind egal
    Eine Sorbitunverträglichkeit ist keine Allergie, bei der kleinste Spuren gemieden werden müssen. In den allermeisten Fällen genügt es, einfach weniger Sorbit zu sich zu nehmen. Deshalb ist auch Zahncreme, die häufig Sorbit enthält, unproblematisch. Die Zahncreme wird in der Regel nicht geschluckt, so können höchstens Spuren von Sorbit aufgenommen werden.

  8. Frisch gekocht ist halb gewonnen
    Wer selbst kocht und keine Fertigprodukte isst, wird mit der Sorbitintoleranz einfacher zurechtkommen. Er hat die volle Kontrolle, weil er weiß was im Essen steckt. Dann bleiben nur noch manche Obst- und Gemüsesorten, die gemieden oder eingeschränkt werden müssen. Viele selbstgemachte Speisen können im Gegensatz zu industriell gefertigten Produkten bedenkenlos gegessen werden. Wer z. B. seinen Kuchen oder Brot selbst backt und nicht im Supermarkt besorgt, geht in Sachen Sorbitgehalt auf Nummer sicher.


 Quellenangaben zum Text Sorbitunverträglichkeit / Sorbitintoleranz

  1. E 420 – Sorbit, Sorbitol: Feuchthaltemittel, Füllstoff, Süßungsmittel, zusatzstoffe-online.de, Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.
  2. E 420 – Sorbit/Sorbitsirup, zusatzstoffmuseum.de, Hamburger Lebensmittelstiftung
  3. Univ. Doz. Dr. med. Ledochowski, M.: Genussvoll leben trotz Nahrungsmittel-Intoleranzen,
    München 2009, 2. Auflage Februar 2013
  4. Reese, I., Schäfer, C.: Ernährungstherapie in der Allergologie, München, 
    2. erweiterte Auflage 2012 
  5. Hilfe durch Ernährungsumstellung und Liste: Sorbitgehalt in Lebensmitteln (auch Glucose, Fruktose und Saccharose), was-wir-essen.de, aid Infodienst, Bonn 
  6. Nährwertdatenbank: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), BLS-Version 3.02, Max Rubner-Institut

Alle Internetlinks abgerufen am 05. Januar 2016.

Autor: Sabine Theiding


Bücher zum Thema Sorbitunverträglichkeit

Hilfreiche Bücher für Menschen mit Sorbitunverträglichkeit und/oder deren Angehörige (z. B. Eltern, Lebenspartner):

LAXIBA - Der Sorbitnavigator: Bei Sorbitintoleranz

von Jan Niklas Stratbücker
LAXIBA Verlag
Taschenbuch, 304 Seiten
19,99 Euro


Anmelden
Login
Passwort vergessen?
Hilfreiche Bücher bei Histaminintoleranz










Die neusten Rezepte