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11 häufige Irrtümer über Sorbitintoleranz

An einer Sorbitintoleranz leiden ungefähr zehn Prozent aller Menschen. Trotz dieser weiten Verbreitung kursieren viele Halbwahrheiten und falsche Vorstellungen über Sorbit und die Sorbitintoleranz. 11 der häufigsten Irrtümer hat kochenOHNE hier zusammengestellt.

von Sabine Theiding, Gründerin

Irrtum 1: Spuren von Sorbit können gefährlich sein.

Falsch! Spuren von Sorbit sind egal. Eine Sorbitintoleranz ist keine Allergie, bei der kleinste Spuren gemieden werden müssen. In den allermeisten Fällen genügt es, einfach weniger Sorbit zu sich zu nehmen. Deshalb ist auch Zahncreme, die häufig Sorbit enthält, unproblematisch. Die Zahncreme wird in der Regel nicht geschluckt, deshalb können höchstens Spuren von Sorbit aufgenommen werden.


Irrtum 2: Ohne Sorbitintoleranz kann man so viel Sorbit essen, wie man will.

Falsch! In großen Mengen genossen führt Sorbit auch beim gesunden Menschen zu Beschwerden. Dies ist ab ungefähr 20 g Sorbit pro Portion bzw. 50 g am Tag der Fall. Aus diesem Grund müssen Lebensmittel, die mehr als 10 Prozent Sorbit enthalten, den Hinweis tragen: "...kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken".


Irrtum 3: Sorbit ist ein Süßstoff ohne Kalorien.

Falsch! Sorbit oder Sorbitol ist kein Süßstoff, sondern ein Zuckeraustauschstoff. Sorbit wird genau wie Fructose in der Regel aus natürlichen Rohstoffen gewonnen. Dabei ist Sorbit ungefähr halb so süß wie normaler Haushaltszucker, enthält jedoch viel weniger Kalorien. Sorbit hat pro Gramm 2,4 Kalorien und Haushaltszucker 17 Kalorien.


Sorbit in Lebensmitteln

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Irrtum 4: Sorbit ist in allen Früchten enthalten.

Falsch! Sorbit findet sich zwar vor allem in Obst, es ist jedoch nicht jedes Obst sorbithaltig. Zum Beispiel Ananas, Bananen, Mandarinen, Orangen, Wassermelone und Johannisbeeren sind sorbitfreie Obstsorten und können bedenkenlos in größeren Mengen gegessen werden. Ganz anders sieht es dagegen z.B. mit Birnen, Äpfeln, Brombeeren, Datteln oder Pflaumen aus. Sie enthalten besonders viel Sorbit und sind bei Sorbitintoleranz daher tabu. Wer an einer Sorbitintoleranz leidet, sollte daher die Liste mit dem Sorbitgehalt von Obst, Gemüse und Fertiggerichten kennen.


Irrtum 5: Sorbit ist ungesund.

Stimmt nicht! Nur für diejenigen, die an einer Sorbitunverträglichkeit leiden, ist Sorbit nicht gut. Hier gelangt das Sorbit wegen der Aufnahmeschwäche in den Dickdarm und verursacht Symptome.  
Für alle anderen gilt: Sorbit ist als Süßungsmittel insulinunabhängig. Das bedeutet, unser Körper braucht kein Insulin, um Sorbit zu verarbeiten. Kein Insulin bedeutet keine zusätzlichen Fettpolster. Sorbit ist außerdem gut zu den Zähnen. Häufig wird Sorbit neben Xylit in zahnfreundlichen Produkten wie Kaugummis verwendet, da Zuckeraustauschstoffe von den an der Kariesbildung beteiligten Bakterien im Mund nicht verwertet werden können. 


Irrtum 6: Eine Sorbitintoleranz ist eine gefährlich Krankheit.

Falsch! Eine Sorbitintoleranz ist im Grunde völlig harmlos. Die Sorbitunverträglichkeit ist eine Nahrungsmittelintoleranz. Sie ist weder eine Allergie noch eine Krankheit. Aber: Wird Sorbit von Betroffenen nicht gemieden, kann es durch die Symptome zu starken Einbußen der Lebensqualität kommen, weil Leistungsfähigkeit, Privatleben und Lebensfreude stark von den Beschwerden beeinträchtigt werden. Außerdem ist dann nicht auszuschließen, dass der Darm geschädigt wird und andere Krankheiten entstehen.


Irrtum 7: Süßstoffe sind bei Sorbitintoleranz verboten.

Stimmt nicht! Süßstoffe sind in Maßen verträglich. Dies betrifft Stevia, Acesulfam (E 950), Aspartam (E 951), Cyclamat (E 952), Saccharin (E 954) und Sucralose. Hingegen können andere Zuckeralkohole wie Mannit, Lactit, Isomalt, Maltit oder Xylit die Symptome auslösen. Alle geeigneten und ungeeigneten Süßungsmittel sind im in unserer Tabelle "Sorbit in Lebensmitteln" gelistet.


Irrtum 8: Sorbit ist immer in der Zutatenliste aufgeführt.

Falsch! Die Zutatenliste gibt keine zuverlässige Auskunft darüber, ob Sorbit enthalten ist. Sorbit muss nämlich nur als künstlicher Zusatzstoff in der Zutatenliste aufgeführt werden. Wenn Sorbit als ein natürlicher Bestandteil in Früchten oder Gemüse ins Lebensmittel gelangt, muss Sorbit nicht deklariert werden. Das bedeutet: Zum Beispiel Apfelmus im Glas enthält keinen Hinweis auf Sorbit, obwohl sogar recht viel Sorbit enthalten ist. Kaugummis und Diätprodukte hingegen tragen die Kennzeichnung Sorbit, Sorbitol oder E 420. Auch hier gilt: Betroffenen sollten sich ein Grundwissen über sorbitarme und sorbitreiche Lebensmittel aneignen, um Sorbit im Alltag erfolgreich zu meiden.


Irrtum 9: Bei Sorbitunverträglichkeit darf man gar kein Sorbit mehr essen.

Das ist falsch! Es ist häufig so, dass Betroffene noch kleine Mengen an Sorbit vertragen. Sie müssen also nicht komplett auf sorbithaltiges Obst und Gemüse verzichten. Jeder Mensch mit einer Sorbitintoleranz hat eine persönliche Toleranzgrenze für die Sorbitaufnahme, die sehr unterschiedlich ist. Die wenigsten sind so stark betroffen, dass sie gar kein Sorbit mehr vertragen. Außerdem ist die Verträglichkeit von anderen Faktoren abhängig. So wird z. B. Sorbit bei gleichzeitigem Verzehr mit Eiweißen und/oder Fetten besser verarbeitet, da es im Darm länger Zeit hat, aufgespalten zu werden. So werden beispielsweise Kirschen mit Sahnequark deutlich besser vertragen, als würden Sie allein verzehrt.


Irrtum 10: Eine Sorbitintoleranz tritt immer zusammen mit einer Fructoseintoleranz auf.

Stimmt nicht! Es ist zwar richtig, dass die kombinierte Fructose- und Sorbitintoleranz sehr häufig ist: In circa 80 bis 90 % der Fälle besteht gleichzeitig eine Fructoseintoleranz oder einer andere Unverträglichkeit gegenüber Kohlenhydraten. Es gibt aber auch eine Sorbitintoleranz, die unabhängig ist von Fructose - auch isolierte Sorbitintoleranz genannt.


Irrtum 11: Lebensmittel mit dem Zusatz „zuckerfrei“ oder "für Diabetiker geeignet“ sind besonders geeignet bei Sorbitunverträglichkeit

Falsch! Diese Lebensmittel enthalten meist Sorbit und sind ungeeignet. Da Sorbit nicht als Zucker deklariert werden muss, findet sich häufig eine Beschriftung wie „zuckerfrei“ auf sorbithaltigen Lebensmitteln im Supermarkt, z.B. auch auf Müslis. Und weil durch Sorbit der Blutzuckerspiegel nicht ansteigt, wird er häufig in Lightprodukten und Diabetikerlebensmitteln verwendet. Wenn Sie auf diese Kennzeichnungen achten, erkennen Sie unverträgliche Lebensmittel also schneller. Ein Blick auf die Zutatenliste kann dies bestätigen.


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