Schonkost

Ernährung bei Magen-Darm-Beschwerden

Der Magen drückt, der Bauch ist aufgebläht und die Verdauung macht, was sie will? In einem solchen Fall kann Schonkost oder leichte Kost helfen: Sie entlastet Magen, Darm und den gesamten Körper. Eine Anleitung für die Ernährung mit Schonkost, wann man Schonkost anwendet und mit welchen Lebensmitteln, bekommen Sie in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis


Schonkost bei Durchfall und Magen-Darm

Was ist Schonkost eigentlich?

Schonkost ist eine Ernährungsform, die vor allem die Verdauungsorgane, manchmal auch den gesamten Körper entlasten soll. Wie der Name schon sagt, ist es eine Ernährung, die den Magen-Darm schont. Sie wird von Medizinern und Ernährungsfachkräften bei vielen Erkrankungen des Verdauungssystems eingesetzt. Die Schonkost wird auch als leichte Vollwertkost oder als leichte Kost bezeichnet.

Die Schonkost ist keine richtige Therapie für Krankheiten. Das Ziel einer Ernährungsumstellung auf Schonkost ist,

  • das gesamte Verdauungssystem zu entlasten, um so
  • Beschwerden zu lindern und 
  • dem Körper zu helfen, gesund zu werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, stehen bei der Schonkost vorwiegend leichte und gut verträgliche Lebensmittel und Gerichte auf dem Speiseplan, die aber dennoch möglichst viele Vitamine und Nährstoffe enthalten.

Schonkost-Empfehlungen aus alten Zeiten rieten zu Zwieback, Banane und Weißbrot. Dies hat sich verändert: Grundlage für die Schonkost bzw. leichte Vollkost ist heute eine vollwertige ausgewogene Ernährung nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die empfohlenen prozentualen Anteile von Kohlenhydraten (50 bis 55 %), Fett (30%) und Eiweiß (15 bis 20 %) gelten auch bei der Schonkost.


Bei welchen Symptomen kann Schonkost helfen?

Schonkost wird von Ärzten und Ernährungsfachkräften bei folgenden Symptomen und Beschwerden empfohlen: 

  • Blähungen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen, Magendruck
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Sodbrennen

Von Medizinern wird die Empfehlung meist erst ausgesprochen, wenn diese Symptome bereits länger bestehen. Es spricht aber nichts dagegen, sich selbst Schonkost zu verordnen.


Krankheiten, bei denen Schonkost Symptome lindern kann

Wann ist Schonkost empfohlen? Bei den nachstehenden akuten oder chronischen Krankheiten wird die Schonkost / leichte Vollkost häufig angewendet:

  • Magen-Darm-Entzündung, Magen-Darm-Grippe (akute Enteritis)
  • Lebensmittelvergiftung
  • Reizdarmsyndrom
  • Speiseröhrenentzündung (Refluxkrankheit)
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)
  • Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis)
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • Leberzirrhose
  • Magengeschwür (Ulcus vetriculi)
  • Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulcus duodeni)
  • Gallensteine
  • Chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn, Colitits ulcerosa, Divertikulitis
  • Lebensmittelintoleranzen (z.B. Fructoseintoleranz)
  • Lebensmittelallergien (z.B. Kuhmilchallergie) 
  • unbekannte Lebensmittelunverträglichkeiten
  • nach Operationen

Hinweis: Erkrankungen, die von längerer Dauer sind, können nicht mit wenigen Tagen Schonkost behoben werden. Bei Reizdarmsyndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Reflux und Lebensmittelunverträglichkeiten sollten Betroffene eine umfassende Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.


Wie Schonkost funktioniert: Anleitung mit den 7 Schonkost-Regeln

Sie können einiges tun, um Ihre Verdauung zu entlasten. Wenn Sie folgende Schonkost-Regeln beachten, sind Sie auf dem richtigen Weg:

1. Achten Sie auf die Zubereitung

Die Zubereitung wirkt auf die Verträglichkeit unseres Essens: Kochen, Dämpfen, Grillen oder Dünsten ist besonders schonend, da dabei das Essen fettarm bleibt und wenig Vitamine verloren gehen. Scharfes Anbraten ist nicht im Sinne einer Schonkost. Auch auf panierte und frittierte Lebensmittel sollten Sie daher verzichten.
Beispiel: Eine gedünstete Pellkartoffel ist viel besser verträglich als eine Bratkartoffel oder Pommes.

2. Essen Sie weiche und stark zerkleinerte Lebensmittel

Je feiner ein Mehl gemahlen, desto verträglicher ist es. Rohes Gemüse ist hart und schwer verdaulich. Gekocht ist es viel leichter zu verdauen - und püriert als Suppe sogar noch besser. Das gilt auch für Obst, das geschält oder - noch besser - zu Mus oder Püree verarbeitet ist. Brot ist erlaubt - sogar Vollkorn, wenn es fein geschrotet ist und keine Nüsse oder Samen enthält (z.B. Feinbrot).
“Gut gekaut ist halb verdaut” - intensives Kauen zerkleinert unser Essen und hilft dabei, Lebensmittel besser verdaulich zu machen. Unterstützen Sie den Körper bei der Verdauung, indem Sie das Essen gut kauen.

3. Reizendes vermeiden & geschickt würzen

Scharfe Gewürze (wie Chili, Knoblauch, schwarzer Pfeffer) reizen die Schleimhäute des Magen und Darms. Salzen Sie nur nur mäßig und würzen stattdessen geschickt mit frischen Kräutern. Als besonders beruhigend gelten Anis, Fenchel, Kümmel, Kamille und Koriander. Auch Alkohol, schwarzer Kaffee und Zigaretten reizen. Auf diese Substanzen sollten Sie besser verzichten.

4. Fett vermeiden

Die Verdauung von Fett ist besonders aufwendig für den Körper. Wählen Sie deshalb fettarme Varianten bei Fleisch, Milchprodukten, Käse, Backwaren oder Aufschnitt. Auch Öl und Butter sollten Sie sparsam verwenden.

5. Blähendes meiden

Gemüse und Salate sind erlaubt. Meiden Sie jedoch blähendes Gemüse (alle Kohlarten, Zwiebeln, Brokkoli, Sauerkraut). Auch alle Hülsenfrüchte (Bohnen, Soja, Linsen, Erdnüsse) gelten generell als blähend und sind durch ihre komplexe Eiweißzusammensetzung schwer verdaulich.

6. Ballaststoffe essen

Zu viele Ballaststoffe sind zwar tatsächlich “Ballast”, aber dennoch sind sie wichtig für den Darm. Ohne Ballaststoffe wird der Darm träge und eine dauerhafte Ernährung ohne sie ist ungesund. Die leichte Vollkost soll wenig Zucker, wenig Weißmehlprodukte und so viel Ballaststoffe wie möglich enthalten. Sie sollten also weniger Weißbrot und Zwieback, sondern vielmehr feines Vollkornbrot, Gemüse (besonders schonend als Säfte oder Suppen) oder Haferflockenbrei (Porridge) essen. Versuchen Sie, sich an Ihre persönliche Toleranzschwelle heranzutasten.

7. Wann und wie Sie essen, ist wichtig

Es kommt nicht nur darauf an, was Sie essen, sondern auch wie und wann:

  • Kleine Portionen sind leichter verdaulich. Steigen Sie also lieber von drei großen Mahlzeiten auf sechs kleine Mahlzeiten um. Wenig essen entlastet generell.
  • Seien Sie kein Stress-Esser - nehmen Sie sich Zeit für das Essen. Ruhe beim Essen ist ein wichtiger Faktor für empfindliche, gereizte oder entzündete Verdauungsorgane. Konzentrieren Sie sich voll auf das Essen und geniessen Sie ihr Essen mit jedem Bissen - Fernseher und Handy haben dabei nichts verloren.
  • In den Abendstunden wird die Verdauung träge. Das Abendbrot sollte daher besonders leicht sein. Essen Sie also abends kein rohes Gemüse und keine eiweißreichen Lebensmittel wie Ei, Fleisch oder Quark. Essen Sie mindestens drei Stunden vorm Schlafengehen nichts mehr. 


Was darf man bei der Schonkost essen und auf was sollte man besser verzichten?

Grundsätzlich ist bei einer Schonkost das erlaubt, was der Körper verträgt. Schlecht verträglich und zu meiden sind Lebensmittel,  

  • gegen die eine Allergien oder Unverträglichkeit besteht,
  • die schwer verdaulich sind,
  • die langsam verdaut werden,
  • die den Magen reizen und
  • die eine blähende Wirkung haben.

Stöbern Sie in unseren verträglichen Schonkost-Rezepten für Frühstück, Mittag oder Abendbrot.


Lebensmittel-Tabelle zur Schonkost

Einen Überblick über verträgliche und schlecht verträgliche Lebensmittel bietet die nachstehende Schonkost-Lebensmittel-Tabelle. Sie listet Lebensmittel auf, die die meisten Menschen gut und schlecht vertragen. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Liste nicht unbedingt 100-prozentig für Sie passen muss. Die Lebensmittelliste gibt lediglich einen Anhaltspunkt und dient als erste Orientierung. Gerade wenn Sie chronische Krankheiten haben und über einen längeren Zeitraum Beschwerden mittels Schonkost lindern müssen, ist es sinnvoll, die für Sie unverträglichen Lebensmittel mit Hilfe eines Ernährungsberaters herauszufinden und sich so ihre individuelle Liste zu erstellen. Nur so stellen Sie sicher, nicht unnötig Lebensmittel zu meiden und dadurch an Lebensqualität einzubüßen.

Lebensmittel für die Schonkost (Tabelle)

 

Gut verträgliche Lebensmittel

Schlecht verträgliche Lebensmittel

Brot, Brötchen
  • Brote aus allen Getreidesorten (Hafer, Dinkel, Weizen, Gerste, Roggen ...)
  • ohne Nüsse und Samen gebacken
  • Vollkornbrot aus fein gemahlenem Mehl z.B. Feinbrot, Grahambrot
  • Am besten wird Brot vertragen, das schon mehr als einen Tag alt ist.
  • Produkte aus Blätterteig (z.B. Croissants)
  • Brot oder Brötchen aus grobem Schrot
  • frisch gebackenes Brot
Gemüse

Viele Gemüsesorten sind gekocht/ gedünstet erlaubt, besonders gut sind fettgedruckte Sorten:

  • Aubergine
  • Artischocken
  • Blattsalate (Kopfsalat, Endiviensalat, Eisbergsalat mit mildem Dressing bzw. fettarmen Salatsoßen)
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Fenchel
  • Gurken
  • Karotten
  • Kohlrabi
  • Kürbis
  • Möhren / Karotten
  • Mangold
  • Pastinaken
  • Rote Beete
  • Romanesco
  • Schwarzwurzeln
  • Spargel
  • Kartoffeln
  • Kohlrabi
  • Knollen- und Staudensellerie
  • Spinat
  • Tomaten
  • Zucchini

Roh sollte man Gemüse nur in kleinen Mengen genießen.

Rohes Gemüse in großen Mengen

Alle schwer verdaulichen, blähende Sorten,z.B.:

  • Champignons
  • Essiggurken
  • Grünkohl
  • Gurkensalat
  • Gurken (eingelegt)
  • Knoblauch
  • Kohl
  • Lauch
  • Mais
  • Oliven
  • Paprika
  • Pilze
  • Rettich
  • Rosenkohl
  • Rotkohl
  • Sauerkraut
  • Senfgurken (eingelegt)
  • Tomaten (rohe)
  • Weißkohl
  • Wirsing
  • Zwiebeln
Hülsenfrüchte
  • keine

alle Hülsenfrüchte sind schlecht verträglich, da sie blähen

  • Bohnen
  • Erbsen
  • Erdnüsse
  • Kichererbsen
  • Linsen
  • Sojabohnen
  • Lupinen

Obst

Reifes Obst, das möglichst wenig Säure enthält:

  • Bananen
  • Äpfel (milde Sorten, z.B. Jonagold, Gala oder Golden Delicious)
  • Avocados (nach Verträglichkeit, da fettreich)
  • Erdbeeren
  • Brombeeren
  • Himbeeren
  • Papaya
  • Mango
  • Melone
  • Johannisbeeren
  • Weintrauben

Am besten verträglich gerieben, als Kompott, Obstmus, gedünstetes oder eingekochtes Obst.

 

Obst in großen Mengen, saures oder unreifes Obst.

Schwerer verträglich sind:

  • Steinobst, wie:
    • Aprikosen
    • Kirschen
    • Mirabellen
    • Nektarinen
    • Pflaumen
    • Pfirsiche
  • Kernobst, wie:
    • Äpfel (saure Sorten, z.B. Boskop)
    • Birnen
    • Quitten
    • Zitrusfrüchte,wie:
    • Grapefruits
    • Mandarinen
    • Orangen
    • Zitronen
  • Trockenobst, wie:
    • Rosinen
    • Datteln
    • getrocknete Feige

Nüsse

alle Nüsse sind schlecht verträglich

 

Alle Nüsse, z.B.
  • Haselnüsse
  • Mandeln
  • Pistazien
  • Walnüsse
  • Erdnüsse
  • Macadamianüsse

Beilagen / Getreide / Pseudogetreide

  • Kartoffeln (Pellkartoffeln, Kartoffelbrei, gedünstet- oder gekochte Kartoffeln)
  • Reis
  • Nudeln
  • Spätzle
  • Gnocchi
  • Hirse
  • Bulgur
  • Amaranth
  • Quinoa
  • Couscous
  • Grünkern
  • Polenta
  • Vollkornnudeln
  • Buchweizen
  • Haferflocken
  • Weizen- und Maisgries

  • Pommes Frites
  • Bratkartoffeln
  • Kroketten
  • Kartoffelsalat
  • ganzer Grünkern
  • ganzer Weizen
  • ganzer Dinkel
  • Weizenschrot
  • Dinkelschrot
  • Vollkornreis

 

Milch / Milchprodukte
  • Milch
  • Dickmilch
  • Quark
  • Joghurt
  • Buttermilch
  • Frischkäse Sahne (nur in kleinen Mengen)
  • milder Schnitt-Weichkäse bis 45 % Fett i.Tr.:
    • Gouda
    • Edamer
    • Tilsiter
    • Mozzarella
    • Hüttenkäse
    • Ziegenkäse
  • Creme fraîche
  • Sahnejoghurt (in größeren Mengen)
  • Sahnequark (in größeren Mengen)
  • Schmand
  • pikante Käsesorten sowie sehr fetthaltige Käsesorten über 45% Fett i.Tr., z.B.
    • Bergkäse
    • Brie
    • Gorgonzola
    • Camembert
    • Parmesan
    • Harzer
    • Mainzer

Fleisch
  • Hackfleisch
  • Hähnchenfleisch
  • Kalbfleisch
  • Kaninchenfleisch
  • Lammfleisch
  • mageres Rindfleisch
  • mageres Schweinefleisch
  • Putenfleisch
  • Wild- und Wildgeflügel
  • Ziegenfleisch

Fettes und stark angebratenes oder geräuchertes Fleisch

  • Eisbein
  • Gans
  • Ente
  • Geflügelhaut
  • paniertes Fleisch, z.B. Wiener Schnitzel
  • Speck
  • Schweinebauch
Wurst
  • milde, fettarme Wurst, wie
  • Bierschinken
  • Corned beef
  • Currywurst
  • Geflügelwurst
  • gekochter Schinken
  • kalter Braten
  • Lachsschinken
  • Lyoner, Mortadella
  • Geflügelwurst
  • Schinken ohne Fettrand
  • Schinkenwurst
  • Sülzwurs
  • Weißwurst
  • Wiener Würstchen

 

  • stark gewürzte, sehr fette Wurst, wie
  • Cervelatwurst
  • Kassler
  • Leberwurst
  • Mett / Mettwurst
  • Salami
  • Schinken
  • Türkische Knoblauchwurst Sucuk
  • Teewurst
Fisch / Meerestiere

fettarmer Fisch:

  • Forelle
  • Felchen
  • Flunder
  • Hecht
  • Heilbutt
  • Karpfen
  • Kabeljau
  • Schellfisch
  • Rotbarsch
  • Seelachs
  • Seehecht
  • Steinbutt
  • Seezunge
  • Schleie
  • Scholle
  • Zander

Panierter oder geräucherter Fisch (Fischstäbchen, Pannfisch)

eingelegter Fisch (Heringsfilet, Thunfisch in Öl)

sehr fetter Fisch, wie

  • Aal
  • Hering
  • Matjes
  • Sardinen
  • Sprotten
  • Makrele
  • Lachs

Schalen- und Krustentiere:

  • Austern
  • Hummer
  • Garnelen
  • Krabben
  • Muscheln
  • Shrimps
  • Scampi

Eier
  • weich gekochte Eier
  • pochierte Eier
  • Rühreier (ohne Fett)
  • Eierstich
  • Omelette
  • verarbeitete Eier, z.B. in Aufläufen oder Kuchen

 

  • große Mengen Eier (mehr als drei in der Woche)
  • mit Fett gebratene Eier, wie zum Beispiel Spiegelei
  • hart gekochte Eier
  • Eiersalat
  • Mayonnaise
  • Remoulade

Fette / Öle

möglichst sparsam einsetzen

  • Butter
  • Pflanzenmargarine
  • hochwertige
  • Pflanzenöle z.B. Rapsöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Leinöl

  • Schmalz
  • Plattenfette, z.B. Palmkernfett
Gewürze / Kräuter

Gartenkräuter, milde Gewürze, besonders verträgliche fettgedruckt:

  • Anis
  • Basilikum
  • Curry (in kleinen Mengen)
  • Fenchel
  • Dill
  • Estragon
  • Ingwer
  • Kamille
  • Kardamom
  • Kerbel
  • Kümmel
  • Koriander
  • Liebstöckel
  • Lorbeer
  • Muskat
  • Oregano
  • Nelke
  • Rosmarin
  • Salz
  • Safran
  • Salbei
  • Thymian
  • Vanille
  • Wachholder
  • Zucker
  • Zimt
  • Zitronenmelisse

Scharfe Gewürze, wie z.B.

  • Essig
  • Chili
  • Cayennepfeffer
  • Knoblauch
  • Meerrettich
  • Pfeffer (schwarz)
  • Senf
  • Wasabi
  • Würzsoßen z.B. wie Maggi, Soja-Sauce
Getränke
  • Kräutertee (am besten ungesüßt)
  • schwarzer Tee und Früchtetee nach Verträglichkeit
  • Kaffee nach Verträglichkeit (milde, magenschonende Sorten bevorzugen, besser mit Milch trinken)
  • Mineralwasser ohne Kohlensäure
  • Gemüsesäfte
  • stark verdünnte Fruchtsäfte

 

  • Alkoholische Getränke (Bier, Sekt, Wein, Spirituosen)
  • starker, schwarzer Filterkaffee
  • Wasser mit Kohlensäure
  • Grapefruitsaft
  • Orangensaft
  • Heisse Zitrone
  • Cola / Softdrinks
  • Sauerkrautsaft
  • generell eiskalte uns sehr heisse Getränke
  • unverdünnte Fruchsäfte

Kuchen / Gebäck

  • fettarme Sorten, wie zum Beispiel Hefezopf
  • Kuchen mit Biskuitteig
  • Käsekuchen
  • leichte Hefekuchen, z.B. Apfelkuchen
  • Kuchen aus Quark-Öl-Teig
  • Obstkuchen mit geeigneten Früchten
  • Baiser
  • Kekse ohne Nüsse
  • Butterkekse
  • fettarme Rührkuchen (fettarm, ohne Nüsse) Beispielrezept
  • Zwieback

  • stark gezuckertes oder sehr fettiges Gebäck, wie Schmalzgebäck/ Donuts
  • frischer Hefekuchen
  • Rosinenkuchen
  • Sahnetorten (z.B. Käsesahne, Sacher-Torte, Schokoladen-Torte)
  • Creme-Torten (z.B. Frankfurter Kranz)
  • Blätterteig-Gebäck (z.B. süsse Schweineohren, Käsestangen, Schokocroissant)

 

Brotaufstriche / Süßes
  • Marmelade
  • Fruchtgelee
  • Honig
  • Bananen-Chips
  • Gummibärchen
  • Fruchtriegel

 

  • Schokoaufstrich (z.B. Nutella)
  • Erdnußbutter
  • Schokolade
  • Schokoriegel
  • Marzipan
  • Pralinen
  • Süssigkeiten mit Zuckeraustauschstoffen (Sorbit, Xylit, Mannit)

Diese Liste zur Schonkost Ernährung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Lebensmittelliste gilt als Orientierungshilfe und Grundinformation für die Schonkost. Beachten Sie bitte, dass es sich um eine pauschale Liste handelt, die nicht auf Ihre individuelle Situation angepasst ist.


Wie lange ist Schonkost sinnvoll?

Bei einigen Erkrankungen gibt der Arzt eine konkrete Empfehlung für die Dauer der Schonkost-Ernährung. Haben Sie sich die Schonkost selbst verschrieben, gilt folgende Grundregel:

  • Eine Schonkost-Ernährung sollte solange eingehalten werden, bis Ihre Beschwerden abgeklungen sind.

Haben Sie eine harmlose Magen-Darm-Grippe, essen Sie also einfach so lange nach den Schonkost-Regeln, bis sie wieder ganz gesund und beschwerdefrei sind. Dies dauert in der Regel nicht länger als ein bis zwei Wochen.

Sind Ihre Beschwerden chronisch, können Sie aber auch über einen sehr langen Zeitraum,- auch über Jahre, Schonkost essen. Die moderne Schonkost oder leichte Vollkost ist sehr ausgewogen, gesund und versorgt Sie mit allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen.

Grundsätzlich gilt: Wenn die Beschwerden nicht abklingen, immer wiederkommen oder Sie Blut im Stuhl entdecken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und ihm die Beschwerden schildern. Dabei ist es hilfreich, wenn Sie festhalten, wann die Beschwerden zum ersten Mal aufgetreten sind, wie sie sich äußern und in welchen Situationen sie auftreten.


Tipps & Hinweise rund um die Schonkost

Empfindliche Bäuche können mit folgenden Regeln weiter entlastet werden:

  • Stärken Sie Ihren Körper, indem Sie sich ausreichend Schlaf und Entspannung gönnen.

  • Bereiten Sie ihr Essen nährstoffschonend zu: Vitamine sind empfindlich gegenüber Hitze und Licht und werden durch Kochwasser ausgewaschen. Sie sollten daher das Gemüse erst kurz vor der Mahlzeit zubereiten und in wenig Wasser oder Wasserdampf bissfest garen. Bereiten Sie Kartoffeln als Pell- oder Ofenkartoffeln zu und garen Sie Reis oder Quinoa nur mit der doppelten Menge Wasser - so müssen Sie kein Wasser weggießen.

  • Bewegen Sie sich: Das fördert die Verdauung. Sie müssen bei Magenproblemen kein straffes Sportprogramm absolvieren. Bereits ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft tut dem Körper gut.

  • Wenn Sie vor allem unter Symptomen wie Blähungen oder Verstopfung leiden oder ein Reizdarmsyndrom haben, dann können Sie eine Behandlung mit Flohsamenschalen versuchen, um dem Körper mehr Ballaststoffe zu liefern. Sie verursachen in der Regel weniger Blähungen als herkömmliche Ballaststoffe, die beispielsweise in Vollkornprodukten enthalten sind und sie können die Darmtätigkeit regulieren. Die Flohsamen entfalten ihre Wirkung aber nur, wenn Sie dazu ausreichend viel trinken.

  • Wenn Sie nicht auf Kaffee verzichten mögen: Arabica Kaffee ist generell milder und säurearmer als Robusta Kaffee und daher magenschonender. Weniger Säure als Filterkaffee hat der Kaffee, wenn er mit einer Espressomaschine (einer sogenannten Siebträgermaschine) zubereitet ist. Viel zu trinken ist ebenfalls wichtig für den Organismus. Der Darm braucht ausreichend Flüssigkeit für die Verdauungs- und Ausscheidungstätigkeit. Trinken Sie aber nicht zu den Mahlzeiten und nicht zu kalt - das stört den Magen und seine Säfte bei der Verdauung.

  • Für Abwechslung sorgen: Besonders dann, wenn Sie längere Zeit Schonkost essen, sollten Sie Abwechslung auf den Teller bringen, um sich vollwertig zu ernähren. Fettarmer Fisch und vegetarische Gerichte sollten nicht fehlen, Weißmehl und Zucker die Ausnahme sein.

  • Cola und Salzstangen helfen nicht bei Durchfall. Das ist ein Mythos und längst überholt: Sie sind bei Magen-Darm-Beschwerden eher schädlich. Cola enthält so viel Zucker, dass sie den Durchfall sogar verstärken kann. Und den Salzstangen fehlen die richtigen Salze wie Kalium oder Nitrate. Satt zu Cola und Salzstangen greifen Sie also lieber zu Haferbrei und Banane.

  • Passen Sie Ihre Ernährung schrittweise an Ihre Beschwerden an. Beginnen Sie am besten mit einer “Ess-Pause” und trinken schlückchenweise lauwarmen Tee, diese Ruhe entlastet den Magen-Darm-Trakt. Machen dann weiter mit Brei oder Haferschleim und tasten sich schrittweise zu “anspruchsvollen” Lebensmitteln vor.

  • Besteht die Gefahr der Austrocknung, weil Sie deutlich an Erbrechen und/oder Durchfall leiden, fügen Sie dem Tee auch Zucker und etwas Salz hinzu. Denn Ihr Körper verliert nicht nur Wasser, sondern auch wertvolle Elektrolyte. Anleitung für eine Rehydratationslösung nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsbehörde WHO


Fazit

Symptome wie Erbrechen und Durchfall können bei verschiedensten Krankheiten auftreten. Sind Magen und Darm erkrankt, liegt es nahe, die Ernährung der veränderten Situation anzupassen. Schonkost tut hier gut und wird häufig von Medizinern empfohlen. Essen Sie milde und fettarme Lebensmittel, die Sie gut vertragen und lassen Sie alles weg, was unverträglich ist und Symptome verschlimmert.

Eine Orientierung, was sie essen können, gibt die obige Lebensmittel Liste zur Schonkost. Beachten dabei aber bitte, dass die Übersicht nicht als pauschale “Erlaubt- oder Verbotsliste”‘ zu verstehen ist. Sie nennt Lebensmittel, die in der Regel gut oder weniger gut vertragen werden. Dies muss bei Ihnen nicht unbedingt stimmen. Beachten Sie immer Ihre individuellen Unverträglichkeiten und finden Sie selbst heraus, was Ihnen am besten bekommt.

Unsere Schonkost-Rezepte-Seite hilft Ihnen etwas magenfreundliches auf den Teller zu bekommen.


Quellenangaben zum Text

  1. Müller, David-Sven, Weissenberger, Christiane: Schonkost: Leichte Vollkost bei Sodbrennen, Magendruck, Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit, Schlütersche 2014.
  2. Patienteninformation Leichte Vollkost - Ernährungsberatung, Hegau-Bodensee-Klinikum Singen
  3. Leitlinien zur Gastroenterologischen Basisdiät, Uni-Tuebingen, März 2003
  4. Flyer Leichte Vollkost, Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V., www.dge-medienservice.de/leichte-vollkost.html
  5. DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Krankenhäusern, IN FORM, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), 2. Auflage 2014
  6. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) DGEM-Terminologie in der Klinischen Ernährung, Aktuelle Ernährungsmedizin 2013; 38: 97–111, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart New York, ISSN 0341-0501

 

Alle Internetlinks abgerufen am 2. Oktober 2017

Autor: Maria Berentzen / Sabine Theiding

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