Allergiepass
Allergien und Pseudoallergien nehmen immer mehr zu. Vielfach haben Betroffene nicht nur eine, sondern mehrere Allergien. Um den Überblick zu behalten und im Notfall gerüstet zu sein, ist ein Allergiepass/ Allergieausweis wichtig.
- Was ist ein Allergiepass?
- Wie sieht der Allergiepass aus?
- Wofür brauche ich einen Allergiepass?
- Wer braucht einen Allergiepass?
- Wo kriege ich einen Allergiepass?
- Allergiepass-Download (kostenlos, zum Ausdrucken)
- Wer füllt den Allergiepass aus?
- Welcher Allergiepass ist am besten?
- Internationaler Allergiepass
- Für Lebensmittelallergiker interessant
Was ist ein Allergiepass?
Ein Allergiepass ist ein anerkanntes, medizinisches Dokument mit folgenden Angaben:
- Name, Geburtsdatum, Adresse des Inhabers
- alle diagnostizierten Allergien (auch Unverträglichkeiten) samt Testverfahren, sortiert nach Schweregrad
- alle Allergene (Substanzen, die die Reaktionen auslösen)
- teilweise auch problematische Produkte, die die Allergene häufig enthalten
- Angaben zum Allergietyp (Typ I Soforttyp-Allergie / Typ IV verzögerte Reaktion)
- der behandelnde Arzt
- Notfallkontakt mit Telefonnummer
- Medikamente
Wie sieht der Allergiepass aus?
Einen einheitlichen, verbindlichen Standard für den Allergiepass - wie etwa beim Impfpass - gibt es nicht. Den Allergiepass gibt es in verschiedenen Farben und Formen. Auch die enthaltenen Angaben weichen teilweise leicht ab.
Bild: Allergiepass-Vorderseite
Bild: Allergiepass-Rückseite (Quelle: Wikipedia)
Wofür brauche ich einen Allergiepass?
Der Allergiepass ist eine wichtige Informationsquelle für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Rettungskräfte. Sind die Allergene bekannt, können falsche Behandlungen vermieden werden.
In einem Notfall oder nach einem anaphylaktischen Schock kann mit Hilfe der Angaben im Allergiepass eine bessere Einschätzung über den Gesundheitszustandes getroffen werden. Allergene stecken überall; sind sie bekannt, können Komplikationen von vornherein vermieden werden.
Bitte führe den Allergiepass am besten in der Brieftasche mit dir. Er wird nicht nur im Notfall, sondern vielleicht auch bei jedem neuen Arzt oder in der Apotheke benötigt. Möglicherweise brauchst du ihn auch beim Friseurbesuch oder in der Drogerie.
Wer braucht einen Allergiepass?
Allergiker mit einer ernsthaften, lebensbedrohlichen Allergie brauchen dringend einen Allergiepass. Lebensbedrohliche Allergien sind oft Allergien gegen Insektenstiche, die Erdnussallergie und viele Medikamentenallergien. Bei diesen schwerwiegenden Allergien solltest du den Allergiepass stets bei dir tragen.
Auch Betroffene einer mittelschweren nicht lebensbedrohlichen Lebensmittelallergie, Kontaktallergie (z. B. Nickelallergie) oder Pollenallergie können den Allergiepass gut gebrauchen, denn er kann das Leben sehr erleichtern.
Betroffene leichter Allergien mit harmlosen Symptomen brauchen nach Expertenmeinung nicht unbedingt einen ärztlich attestierten Allergiepass.
Nützlich kann der Allergiepass für Menschen sein, die viele Allergien und Unverträglichkeiten haben, etwa um den Überblick zu behalten oder um nichts zu vergessen.
Wo kriege ich einen Allergiepass?
Allergiker erhalten ihren Allergiepass/ Allergieausweis bei ihrem behandelnden Arzt, der meist Allergologe und Hautarzt (Dermatologe) oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) ist.
Der Allergiepass wird hier mit der Diagnose und den Allergenen sowie Arztstempel und Unterschrift des Arztes zu einem offiziellen Dokument.
Ärzte können den Allergiepass beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) kostenlos für Ihre Praxis- oder Klinik bestellen.
Allergiepass-Download (kostenlos, zum Ausdrucken)
Im Internet gibt es viele verschiedene Formen des Allergiepasses zum Download und zum Ausdrucken. Sogar eine App fürs Handy findet man im Netz. Manche Versionen sind kostenfrei, andere nicht. Sie werden von Pharmafirmen, Ärzteverbänden oder Gesundheitsplattformen zur Verfügung gestellt.
Hier ein Beispiel zum kostenlosen Allergiepass-Download:
- kostenloser Allergiepass der VividaBKK (Krankenkasse)
Wer füllt den Allergiepass aus?
Den Allergiepass sollte der behandelnde Allergologe ausfüllen. Er weiß, welche internationalen Abkürzungen es für Erkrankungen gibt und welche Informationen der ausländische Arzt im Notfall benötigt. Außerdem werden die Eintragungen fachlich richtig formuliert und nach Schweregrad geordnet.
Allergiker können sich ihren Allergiepass selbst erstellen. Um aber sicherzugehen, dass alles korrekt ist, sollte er anschließend von einem Arzt überprüft werden. Ganz besonders gilt dies, wenn lebensbedrohliche Allergien vorliegen.
Welcher Allergiepass ist am besten?
Welchen Allergiepass du letztlich nutzt, entscheidest du. Da es keine einheitliche Version gibt, kann der Allergiepass auch nicht der falsche sein. Es ist nicht wichtig für welchen Allergiepass (auch Allergieausweis genannt) du dich entscheidest. Entscheidend ist, dass er richtig ausgefüllt und aktuell ist.
Hast du mehr als eine Allergie, sollte der Allergiepass-Vordruck genügend Platz zum Eintragen der einzelnen Allergene haben. Vermutlich kann dir dein Allergologe den für dich geeigneten Allergiepass empfehlen oder sogar aushändigen.
Internationaler Allergiepass
Für Auslandsaufenthalte gibt es einen internationalen Allergiepass, damit Allergiker auch dort gut versorgt werden können. Bei Reisen ins nicht-deutschsprachige Ausland sollte der vorhandene Allergiepass durch einen internationalen Allergiepass ergänzt werden.
Wenn es im Ausland zu einem Allergieausbruch kommt und man sich nicht richtig zu verständigen kann, ist der internationale Allergiepass eine große Hilfe. Er kann sprachbedingten, gesundheitsgefährdenden Irrtümern zwischen Arzt und Patient vorbeugen.
Du kannst dir den internationalen Allergiepass kostenpflichtig online in der Sprache deiner Wahl erstellen lassen.
Für Lebensmittelallergiker interessant
Für Lebensmittelallergiker gibt es ergänzend zum Allergiepass einen Einkaufshelfer für die wichtigsten Allergieauslöser, der zum Beispiel im Restaurant vorgezeigt werden kann. Er ist kostenlos für Mitglieder des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e. V. (DAAB). Darin kann der Koch sehen, welche Lebensmittel der Gast des Restaurants nicht verträgt.
Alle Internetlinks geprüft am 17. Juni 2026, letzte Aktualisierung am 17. Juni 2026.
Autor: Sabine Theiding, Gründerin kochenOHNE
kontrolliert von Jana Bauer, Studentin der Ernährungstherapie (Bachelor of Science)