Wissenschaftler beschäftigen sich nach wie vor mit dieser Krankheit. Die folgende Übersicht zeigt, welche Auslöser für eine Histaminunverträglichkeit in Frage kommen.
Hormonelle Gründe
Histaminintoleranz wird häufiger bei Frauen beschrieben. Deshalb wird ein Zusammenhang mit weiblichen Geschlechtshormonen vermutet. Östrogen kann die Wirkung von Histamin beeinflussen und möglicherweise den Histaminabbau über das Enzym Diaminoxidase (DAO) verändern. Die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Stress
Stress kann die Beschwerden bei einer Histaminintoleranz verstärken. Psychischer und körperlicher Stress beeinflussen das Immunsystem und können die Freisetzung von Histamin fördern.
Mögliche Stressfaktoren sind zum Beispiel:
- psychischer Stress (z. B. Konflikte oder anhaltende Belastungen)
- körperlicher Stress (z. B. intensive sportliche Belastung oder Verletzungen)
Umwelteinflüsse
Bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe und andere Faktoren können bei manchen Menschen Beschwerden verstärken. Ein direkter Zusammenhang zwischen Umweltgiften wie Feinstaub, Amalgam oder BPA und einer Histaminintoleranz ist bisher jedoch nicht eindeutig nachgewiesen.
Medikamente
Einige Medikamente können den Abbau von Histamin beeinflussen, indem sie möglicherweise die Aktivität des Enzyms Diaminoxidase (DAO) hemmen oder die Histaminfreisetzung fördern. Unsere Medikamenten-Tabelle gibt Auskunft, bei welchen Wirkstoffen Vorsicht geboten ist. Setze jedoch niemals ein Medikament ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.
Genetischer Enzymdefekt
Eine seltene Form der Histaminintoleranz beruht auf einem angeborenen Enzymdefekt, bei dem Diaminoxidase nicht ausreichend vom Körper hergestellt wird. Gene sind dafür verantwortlich, Enzyme zu produzieren.
Histaminintoleranz durch Erkrankungen des Darms
Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts können eine vorübergehende Histaminunverträglichkeit verursachen. Ein großer Teil des Enzyms Diamonoxidase befindet sich in der Schleimhaut des Darms. Ein Durchfall oder eine Infektion kann die Enzymtätigkeit so stark behindern, dass eine kurzzeitige Histaminintoleranz entsteht.
Ist die Darmschleimhaut regeneriert, kann das Enzym Diaminoxidase Histamin wieder abbauen. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kann eine eingeschränkte Darmfunktion den Histaminabbau beeinflussen. Der genaue Zusammenhang wird noch erforscht.
Histaminintoleranz: Psychische Ursachen?
Symptome und Psyche: Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb könnten auch psychische Ursachen zur Entstehung einer Histaminunverträglichkeit beitragen. Allerdings neigen Mediziner dazu, für Erkrankungen psychosomatische Gründe anzuführen, falls du keine rationale Erklärung für die Beschwerden findest. Wie weit die Psyche zur Entstehung von Unverträglichkeiten beiträgt, bleibt weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.
Histaminunverträglichkeit ein Teil des Mastzellaktivierungssyndroms?
Die Wissenschaft forscht auch, ob die Histaminintoleranz keine eigene Erkrankung ist sondern Teil des sogenannten Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) bzw. ob sie dadurch erzeugt wird.