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Histaminintoleranz

Rebelliert deine Verdauung häufig? Leidest du oft unter Kopfschmerzen, Hautausschlag oder laufender Nase - ohne, dass dein Arzt trotz vieler Untersuchungen einen Grund für diese Beschwerden findet? Eine Histaminintoleranz, auch Histaminunverträglichkeit oder Histaminose genannt, könnte der Grund für deine Beschwerden sein. Informiere dich hier umfassend über Ursachen und Symptome und die richtige Ernährung bei Histaminintoleranz.

Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Histamin?
  2. Was macht Histamin im Körper?
  3. Was ist eine Histaminintoleranz?
  4. Ursachen der Histaminintoleranz
  5. Welche Symptome bei Histaminunverträglichkeit?
  6. Diagnose
  7. Therapie: Wie behandelt man eine Histaminintoleranz?
  8. Ernährung für die Behandlung von Histaminintoleranz

Was ist Histamin?

Histamin ist ein biogenes Amin, welches aus der Aminosäure Histidin gebildet wird. Aminosäuren sind natürliche Protein-Bausteine (Eiweißbausteine) im Körper.

Histamin ist der Stoff, der bei einer allergischen Reaktion im Körper freigesetzt wird und für die Symptome der Allergie verantwortlich ist.

Histamin selbst ist farb-, geruch- und geschmacklos.

Neben der normalen körpereigenen Produktion, nehmen wir Histamin auch durch die Nahrung auf. Es ist in praktisch jedem Lebensmittel enthalten. Besonders viel Histamin haben Lebensmittel, wenn sie reifen oder gären. Besonders viel Histamin steckt in Fisch, Wurst, alkoholischen Getränken, Käse und Hefeprodukten. Auch einzelne Gemüsesorten wie Spinat, Tomate und Aubergine zählen dazu.

Andere biogene Amine sind beispielsweise Tyramin, Serotonin, Putrescin und Spermin. Auch diese sind in Lebensmitteln enthalten und stehen im Verdacht Unverträglichkeitsreaktionen hervorzurufen oder den Histaminhaushalt zu beeinflussen.


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Was macht Histamin im Körper?

Die folgende Übersicht zeigt, wie vielfältig Histamin im Körper wirkt. Das erklärt, warum eine Histaminunverträglichkeit so viele verschiedene Symptome auslösen kann.

Histamin übernimmt folgende Funktionen im Körper:

  • es ist ein Botenstoff für Entzündungsreaktionen,
  • es stimuliert die Magensäure-Produktion,
  • es ist zuständig für die Gefäßerweiterung, für den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Appetitkontrolle und die Lernfähigkeit und
  • es steuert die Abwehr körperfremder Stoffe (Immunreaktion)

Was ist eine Histaminintoleranz?

Die Histaminintoleranz ist eine Abbaustörung von Histamin. Ein Enzymmangel oder eine gestörte Enzymtätigkeit verhindert den Abbau des Histamins. So gelangt Histamin in den Blutkreislauf. Die allergieähnlichen Symptome der Histaminintoleranz entstehen, weil zu viel Histamin im Körper ist. Dafür kann es mehrere Auslöser geben. Medikamente und bestimmte Lebensmittel können den Stoffwechsel dazu veranlassen, in Zellen gespeichertes Histamin auszuschütten. Belasten histaminhaltige Lebensmittel den Stoffwechsel zusätzlich und ist gleichzeitig der Abbau gestört, kann es zu den typischen Symptomen kommen. Für den Histaminüberschuss gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Histamin kann:

  1. vom Körper selbst produziert sein,
  2. durch verzehrte histaminhaltige Lebensmittel aufgenommen werden,
  3. durch Lebensmittel gebildet werden, die Histamin auch ohne Immunreaktion freisetzen (Histaminliberatoren)
  4. durch allergische Erkrankungen (wie z.B. Pollenallergie) im Körper ausgeschüttet werden.

Bei Menschen mit Histaminintoleranz ist der Körper nicht dazu in der Lage, Histamin in größeren Mengen zu verarbeiten. Überschreitet die Menge einen bestimmten Grenzwert, treten Symptome auf. Dieser Grenzwert ist individuell verschieden.

Der menschliche Stoffwechsel verfügt über zwei verschiedene Enzyme, die Histamin verarbeiten:

  • Histamin-N-Methyl-Transferase: Dieses Enzym vernichtet Histamin im Inneren von Zellen.
  • Diaminoxidase (DAO): Dieses Enzym baut Histamin außerhalb von Körperzellen ab, etwa im Blut.

Funktionieren beide oder auch nur eines dieser Enzyme nicht richtig, kann eine Histaminintoleranz entstehen. Zahlreiche Faktoren können die Enzymtätigkeit beeinflussen. Zum einen können zahlreiche Stoffe die Tätigkeit von Enzymen beeinträchtigen, beispielsweise Kaffee und bestimmte Medikamente. Der Stoffwechsel braucht zudem bestimmte Vitamine und Mineralstoffe, damit die Enzyme richtig arbeiten. Besonders wichtig sind Kupfer, Vitamin B6 und Vitamin C. Manche Menschen haben jedoch auch einen angeborenen Mangel an DAO.

Gute Nachrichten für alle Personen mit Histaminunverträglichkeit: Eine 2019 veröffentlichte Pilotstudie deutet darauf hin, dass Nahrungsergänzungsmittel mit dem Enzym Diaminoxidase die Symptome von Histaminunverträglichkeit lindern können. Da die Studie klein und ohne Placebo-Vergleich war, sind allerdings weitere Untersuchungen nötig. Nahrungsergänzungsmittel mit diesem Enzym sind mittlerweile auch in Deutschland rezeptfrei zu bekommen, beispielsweise Daosin. 

Unterschied: Histaminunverträglichkeit ist keine Allergie

Die Symptome von Allergien und Histaminintoleranz sind sich zum Verwechseln ähnlich. Kein Wunder: Beide Arten werden von Histamin verursacht. Bei einer Allergie handelt es sich jedoch um eine Reaktion des Immunsystems auf ein Allergen, eine Allergie auslösende Substanz. Bei einer Histaminunverträglichkeit kann der Stoffwechsel Histamin nicht verarbeiten und ein Übermaß löst Symptome aus. Das Immunsystem hat in diesem Fall nichts mit den Reaktionen auf Histamin zu tun. Aufgrund ähnlicher Symptome vermuten manche Menschen mit Histaminunverträglichkeit auch, dass sie an dem Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) leiden.


Ursachen der Histaminintoleranz

Wissenschaftler beschäftigen sich nach wie vor mit dieser Krankheit. Die folgende Übersicht zeigt, welche Auslöser für eine Histaminunverträglichkeit in Frage kommen.

Hormonelle Gründe

Histaminintoleranz wird häufiger bei Frauen beschrieben. Deshalb wird ein Zusammenhang mit weiblichen Geschlechtshormonen vermutet. Östrogen kann die Wirkung von Histamin beeinflussen und möglicherweise den Histaminabbau über das Enzym Diaminoxidase (DAO) verändern. Die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Stress

Stress kann die Beschwerden bei einer Histaminintoleranz verstärken. Psychischer und körperlicher Stress beeinflussen das Immunsystem und können die Freisetzung von Histamin fördern.

Mögliche Stressfaktoren sind zum Beispiel:

  • psychischer Stress (z. B. Konflikte oder anhaltende Belastungen)
  • körperlicher Stress (z. B. intensive sportliche Belastung oder Verletzungen)

Umwelteinflüsse

Bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe und andere Faktoren können bei manchen Menschen Beschwerden verstärken. Ein direkter Zusammenhang zwischen Umweltgiften wie Feinstaub, Amalgam oder BPA und einer Histaminintoleranz ist bisher jedoch nicht eindeutig nachgewiesen.

Medikamente

Einige Medikamente können den Abbau von Histamin beeinflussen, indem sie möglicherweise die Aktivität des Enzyms Diaminoxidase (DAO) hemmen oder die Histaminfreisetzung fördern. Unsere Medikamenten-Tabelle gibt Auskunft, bei welchen Wirkstoffen Vorsicht geboten ist. Setze jedoch niemals ein Medikament ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.

Genetischer Enzymdefekt

Eine seltene Form der Histaminintoleranz beruht auf einem angeborenen Enzymdefekt, bei dem Diaminoxidase nicht ausreichend vom Körper hergestellt wird. Gene sind dafür verantwortlich, Enzyme zu produzieren.

Histaminintoleranz durch Erkrankungen des Darms

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts können eine vorübergehende Histaminunverträglichkeit verursachen. Ein großer Teil des Enzyms Diamonoxidase befindet sich in der Schleimhaut des Darms. Ein Durchfall oder eine Infektion kann die Enzymtätigkeit so stark behindern, dass eine kurzzeitige Histaminintoleranz entsteht.

Ist die Darmschleimhaut regeneriert, kann das Enzym Diaminoxidase Histamin wieder abbauen. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kann eine eingeschränkte Darmfunktion den Histaminabbau beeinflussen. Der genaue Zusammenhang wird noch erforscht.

Histaminintoleranz: Psychische Ursachen?

Symptome und Psyche: Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb könnten auch psychische Ursachen zur Entstehung einer Histaminunverträglichkeit beitragen. Allerdings neigen Mediziner dazu, für Erkrankungen psychosomatische Gründe anzuführen, falls du keine rationale Erklärung für die Beschwerden findest. Wie weit die Psyche zur Entstehung von Unverträglichkeiten beiträgt, bleibt weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

Histaminunverträglichkeit ein Teil des Mastzellaktivierungssyndroms?

Die Wissenschaft forscht auch, ob die Histaminintoleranz keine eigene Erkrankung ist sondern Teil des sogenannten Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) bzw. ob sie dadurch erzeugt wird.


Welche Symptome bei Histaminunverträglichkeit?

Die Symptome der Histaminintoleranz treten auf, wenn der Körper Histamin nicht ausreichend abbauen kann oder empfindlich darauf reagiert. Histamin kann dann verschiedene Organe beeinflussen und unterschiedliche Symptome auslösen. Durch die vielfältigen Funktionen von Histamin im Körper können sie zahlreiche Formen annehmen. Sie ähneln weitgehend den Symptomen, die das Histamin auch bei Allergien auslöst.

Meist treten die Beschwerden bereits kurz nach dem Essen histaminhaltiger Lebensmittel auf. Es können aber auch bis zu 24 Stunden vergehen, bis sich Anzeichen bemerkbar machen.

 

 

 

Histaminunverträglichkeit: Symptome der Haut

In der Haut wird Histamin unter anderem von Mastzellen freigesetzt. Diese Zellen gehören zum Immunsystem. Histamin bindet anschließend an spezielle Rezeptoren und kann dadurch typische Beschwerden wie Rötungen, Juckreiz oder Nesselsucht (Urtikaria) auslösen. Dabei entstehen Quaddeln, also kleine Schwellungen der Haut. Diese roten oder weißen Stellen mit rotem Rand treten meist in Gruppen auf. Sie können sich an einzelnen Körperteilen oder am ganzen Körper bilden. Meist verschwinden sie innerhalb eines Tages wieder. Massiver Juckreiz kann die Nesselsucht begleiten.

Darüber hinaus erweitert Histamin die Blutgefäße und kann dadurch Hautrötungen und Wärmegefühl verursachen. Im Gesicht wird diese Reaktion als Flush bezeichnet.

Histaminintoleranz: Magen-Darm-Beschwerden

Im Magen-Darm-Trakt kann Histaminose zahlreiche verschiedene Beschwerden verursachen (30). Im Magen fördert Histamin die Produktion der Magensäure. Außerdem beeinflusst Histamin die Bewegung des Darms. Blähungen, Bauchschmerzen und Krämpfe sind häufige Symptome im Verdauungstrakt. Manche Menschen berichten auch über Völlegefühl oder Verstopfung. Die Beschwerden können individuell sehr unterschiedlich sein.

Histaminintoleranz: Auswirkungen auf das Gehirn

Im Gehirn kann Histamin Stickstoffmonoxid freisetzen. Das weitet die Blutgefäße. Drücken Arterien auf Hirnhäute, kann das Kopfschmerzen verursachen. Mittlerweile vermuten Wissenschaftler, dass dieser Mechanismus Migräne auslösen könnte. Weitere Symptome von der Histaminwirkung im Gehirn sind Schwindel und dadurch erzeugte Übelkeit und Erbrechen sowie Schlafstörungen. Verminderte Aufmerksamkeit und starke Müdigkeit zählen ebenfalls zu den Symptomen. Unabhängig von der Histaminintoleranz erforscht die Wissenschaft die Rolle des körpereigenen Histamin-Systems im Gehirn bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen. Diese Forschung betrifft die Histamin-Signalübertragung im Nervensystem – nicht das Histamin, das wir über die Nahrung aufnehmen. Ein Zusammenhang zwischen histaminreicher Ernährung und solchen Erkrankungen ist nicht belegt.

Histaminunverträglichkeit und das Herz-Kreislauf-System

Histamin kann das Herz-Kreislauf-System beeinflussen. Manche Menschen berichten über unregelmäßigen Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen) oder Herzrasen. Falls sich die Blutgefäße in Armen und Beinen stark erweitern, sinkt der Blutdruck. Das kann ebenfalls Schwindel verursachen. In seltenen Fällen sackt der Blutdruck so stark ab, dass ein Schock eintritt.

Histaminintoleranz-Symptome im Atemtrakt

Eine verstopfte oder laufende Nase ist häufig das erste Anzeichen, nachdem du histaminreiche Lebensmittel verzehrt hast. Bei Menschen mit starker Unverträglichkeit kann darauf ein Anfall von Asthma folgen, den starke Atemnot begleitet.

Histaminintoleranz und weibliche Hormone

Bei Frauen produzieren die Gebärmutter und die Eierstöcke Histamin. Fest steht, dass zwischen weiblichen Geschlechtshormonen und Histamin ein Zusammenhang besteht. Das kann Menstruationsbeschwerden wie Prämenstruelles Syndrom (PMS) und Bauchschmerzen verursachen.

Liste der Symptome, die das Histamin auslösen kann

Magen-Darm-Beschwerden

  • Durchfälle (Diarrhö)
  • Bauchschmerzen
  • Blähbauch / Blähungen (Flatulenz)
  • Sodbrennen
  • Erbrechen
  • Übelkeit

Symptome der Haut

  • Urtikaria (Nesselsucht, Nesselfieber)
  • Neurodermitis
  • Hautrötungen (Flush-Symptomatik)
  • Schwellungen der Augenlider
  • Ekzeme, Quaddeln, Juckreiz, Aphthen

Symptome zu Herz-/Kreislaufbeschwerden

  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Herzstolpern (Extrasystolen)
  • Herzrhythmusstörungen
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Symptome im Allgemeinbefinden

  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Gliederschmerzen

Weitere Symptome

  • Laufende Nase
  • Verstopfte Nase
  • Asthma
  • Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung
  • Regelbeschwerden, besonders am ersten Tag der Regel, PMS (Dysmenorrhoe)
  • Heißhunger

Heuschnupfen-Patienten, die an einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie (Kreuzallergie) leiden, haben ein statistisch erhöhtes Risiko für eine Histaminintoleranz.

Hinweis: Für einige der genannten Beschwerden fehlen bislang eindeutige wissenschaftliche Nachweise als gesicherte Folge einer Histaminintoleranz. Jedoch werden diese Beschwerden von manchen Betroffenen im Zusammenhang mit Histaminintoleranz berichtet. Zur eindeutigen Abklärung sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden. 


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Diagnose

Das Krankheitsbild von Histaminintoleranz bleibt nach wie vor umstritten. Manche Ärzte leugnen kategorisch, dass es Histaminintoleranz tatsächlich gibt. Die Diagnose ist schwierig, weil es keine eindeutigen Untersuchungen gibt. Außerdem ähneln sich die Symptome stark Allergien oder dem Mastzell-Aktivierungs-Syndrom (MCAS).

Du vermutest, dass du an einer Histaminintoleranz leidest? In diesem Fall brauchst du in erster Linie einen aufgeschlossenen Arzt. Internisten oder Allergologen sind Ansprechpartner, die sich mit dem Thema Histamintoleranz bereits befasst haben. Bei einem ersten Besuch solltest du zunächst abklären, welche Einstellung der Mediziner zu dieser unerforschten Krankheit hat. Frage ihn ruhig, was er von der Histaminintoleranz hält.

Schritte auf dem Weg zur Diagnose

Da es keinen einzelnen Test gibt, erfolgt die Diagnose in erster Linie dadurch, ähnliche Erkrankungen auszuschließen. Das ist als Differenzialdiagnostik bekannt. Erhärtet sich der Verdacht, schließt sich eine Umstellung der Ernährung an. Nach einer Zeit ohne histaminreiche Lebensmittel, kann ein Provokationstest die Diagnose bestätigen.

So sieht der Weg zu einer eindeutigen Diagnose aus:

Anamnese

Das ausführliche Gespräch zur Vorgeschichte des Betroffenen steht am Anfang einer Behandlung. Erfragt werden Symptome, mögliche Auslöser, eingenommene Medikamente und der Alkoholkonsum.

Ausschluss anderer Erkrankungen (Differenzialdiagnostik)

Im zweiten Schritt wird der Arzt Krankheiten ausschließen, die ähnliche Beschwerden wie eine Histaminintoleranz hervorrufen. Dazu zählen:

Mögliche Tests für die Diagnose

Zahlreiche Tests sind möglich, um den Verdacht auf Histaminintoleranz zu bekräftigen. Allerdings liefert kein Test 100 % eindeutige Ergebnisse. Folgende Untersuchungen können gemacht werden:

Konzentration der Diaminooxidase (DAO) im Blut

Ist Diaminoxidase (DAO) nicht besonders aktiv, kann sich Histamin im Körper anreichern. Ein Bluttest kann die DAO-Konzentration messen. Ein niedriger Wert kann auf eine Histaminintoleranz hindeuten, ist aber kein Beweis: Der Wert schwankt durch viele Einflüsse und sagt allein wenig über die tatsächlichen Symptome aus. Deshalb gilt er nur als zusätzlicher Baustein neben Anamnese und Ernährungsumstellung.

Messung von Histamin im Stuhl

Manchmal rät ein Arzt dazu, die Histaminmenge im Stuhl zu testen. Das Problem ist, dass Darmbakterien ebenfalls Histamin ausscheiden. Das Ergebnis ist daher schwer zu deuten.

Methylhistamin im Urin

Methylhistamin entsteht, wenn Histamin abgebaut wird. Die Konzentration im Urin kann Hinweise auf eine Histaminintoleranz geben. Auch die Botenstoffkonzentration Tryptase und Histamin kann bestimmt werden und Anhaltspunkte geben. 


Umstellung der Ernährung in drei Stufen

An die Differenzialdiagnose schließt sich in der Regel eine Ernährungsumstellung in drei Stufen an, um den Verdacht einer Histaminintoleranz zu bestätigen. Das Führen eines Tagebuchs begleitet diese Maßnahme.

Beschwerde-/ Ernährungstagebuch

Um die Symptome und einen Zusammenhang zwischen Lebensmitteln zu erforschen, ist es ratsam, ein Beschwerde-/Ernährungstagebuch zu führen. In einem Buch oder Notizheft notierst du mit der Uhrzeit,

  • was du isst und trinkst,
  • welche Medikamente du nimmst,
  • welche Beschwerden aufgetreten sind und
  • weitere Faktoren, beispielsweise Stress.

Auch eine spätere histaminarme Diät wird mit einem Ernährungs-Beschwerde-Protokoll begleitet.

Erst durch die Beobachtung über einen längeren Zeitraum hinweg ist ein Rückschluss über die Herkunft von Beschwerden möglich. Sehr häufig gehen mit der Histaminintoleranz eine oder mehrere andere Unverträglichkeiten einher. Der behandelnde Arzt kann mithilfe deiner Aufzeichnungen Symptome und Ursachen leichter erkennen.

1. Stufe: Karenzphase

Dauer: 10 -14 Tage

In dieser Zeit meidest du histaminhaltige Lebensmittel. Ziel dieser Eliminationsdiät ist es, die Beschwerden weitestgehend zu reduzieren. Ein symptomfreier Zustand ist wichtig, um herauszufinden, welche Lebensmittel vertragen werden und welche nicht.

Provokationstest

Ein sogenannter Provokationstest kann nach einer strengen Karenzphase zeigen, ob du tatsächlich an einer Histaminunverträglichkeit leidest. Dafür erhältst du in Abständen von zwei Stunden eine Histaminlösung oder histaminreiche Lebensmittel. Idealerweise bestätigt ein Test mit Placebos nach einer weiteren Karenzzeit die Ergebnisse des ersten Provokationstests.

2. Stufe: Testphase

Dauer: 6 Wochen

Jetzt wird die Auswahl der Lebensmittel erweitert. Nach der Entwöhnung isst du nun gezielt einzelne, histaminreiche Lebensmittel. Alle zwei bis drei Tage führst du ein neues Lebensmittel ein. Dein Arzt oder eine Ernährungsfachkraft kann dich dabei beraten. Ziel ist es, Ihre Reaktion auf verschiedene Lebensmittel auszutesten.

3. Stufe: Dauerhafte Ernährung

Mit Arzt und Ernährungsfachkraft werden nun individuelle Empfehlungen erarbeitet und auch schriftlich festgehalten. Diese orientieren sich an der individuellen Histaminintoleranz. Das Symptom- und Ernährungstagebuch hilft, verdächtige Lebensmittel und deren Mengen sowie die Begleitumstände zu ermitteln, die eine Überempfindlichkeit erzeugen.

Ziel bei der dauerhaften Ernährungsumstellung ist, die Lebensqualität mit dieser Art von Therapie möglichst hoch zu halten. Pauschale Ernährungsregeln und eine strikte histaminarme Diät sind dafür meist hinderlich.

Tipp: Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen Ernährungstherapien. Lies dazu: Wie finde ich einen Ernährungsberater in meiner Nähe?


Therapie: Wie behandelt man eine Histaminintoleranz?

Ist eine Histaminintoleranz heilbar? Die Antwort auf diese Frage ist zur Zeit noch unklar. Was jedoch sicher ist: Du kannst die Beschwerden einer Histaminintoleranz mit den heute zur Verfügung stehenden Methoden erheblich reduzieren. 

Diese 5 Therapie-Bausteine helfen bei Histaminintoleranz:

1. Histaminarme Ernährung

Erstes Augenmerk einer Behandlung liegt auf einer histaminarmen Ernährung, bei der histaminreiche Lebensmittel, Histaminliberatoren und Lebensmittel mit anderen biogenen Aminen gemieden werden.

2. Vitamine & Mikronährstoffe

Vor allem ein Mangel an Vitamin B6, Vitamin C, Quercetin, Kupfer und Zink verstärkt die Histaminunverträglichkeit. Sind diese Vitamine und Spurenelemente nicht ausreichend vorhanden, können die beiden Enzyme DAO und N-Methyltransferase nicht optimal produziert werden. Das Kombipräparat Betadianin ist speziell auf diese Anforderungen einer Histaminintoleranz zugeschnitten.

3. Darmgesunde Ernährung & Probiotika

Da die Enzymbildung der DAO vom Darm und dem Darmbiom abhängt, hilft eine darmgesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen und erlaubten probiotischen Lebensmitteln. Auch Probiotika können helfen, die Histamin-Aktivität von Mastzellen zu verringern. Eine Studie aus dem Jahr 2008 untersuchte die Bakterienmischung Lac-B (Bifidobacterium infantis und Bifidobacterium longum) an Ratten mit allergischem Schnupfen. Sie senkte messbar Histamin-Rezeptoren, das Histamin-bildende Enzym und die allergischen Beschwerden der Tiere. Ob das auch beim Menschen funktioniert, ist bislang nicht ausreichend erforscht.

4. Medikamente

Ergänzend können Medikamente bei Histaminintoleranz helfen, indem sie die Ausschüttung von Histamin verhindern oder dem Körper helfen Histamin abzubauen.

5. Bestimmte Zusatzstoffe & Medikamentenwirkstoffe meiden

Mehrere Lebensmittel-Zusatzstoffe (z.B. Emulgatoren, Konservierungsmittel, Farbstoffe) und viele Medikamente sollten gemieden werden, weil sie die Enzymbildung hindern, die Histaminausschüttung fördern oder das Darmbiom schädigen. Dazu gehören Schmerzmittel, Antidepressiva, Antirheumatika, Antibiotika und viele weitere Medikamentenwirkstoffe (siehe ausführliche Liste)


Ernährung für die Behandlung von Histaminintoleranz

Generell empfiehlt es sich, auf eine ausreichende Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen zu achten. Ökothrophologen oder Diätassistenten können dich dabei beraten. Nimm falls erforderlich nach Absprache mit einem Arzt oder Ernährungsberater lebensnotwendige Mikronährstoffe und Spurenelemente als Nahrungsergänzungsmittel ein. Welche Vitamine helfen bei Histaminintoleranz? Vor allem ein Mangel an Vitamin B6, Vitamin C, Folsäure, Kupfer und Zink stehen im Verdacht, die Histaminunverträglichkeit zu verstärken.

Individuelle Diät mit begrenzter Menge von Histamin

Für die längerfristige Behandlung sollte eine individuell abgestimmte histaminarme Diät eingehalten werden. Was darf man nicht essen bei Histaminintoleranz? Oder: Was essen bei Histaminintoleranz? Diese Fragen tauchen häufig in der Google-Suchmaschine auf. Sie lassen sich ebenso schwer beantworten wie die Frage: Welches Brot bei Histaminunverträglichkeit essen?

Der Grund: Dein Stoffwechsel ist so individuell wie deine Persönlichkeit. Das Stichwort dafür heißt Polymorphismus (39). Gene liefern nur den Bauplan für Enzyme. Sie können in leicht unterschiedlichen Varianten vorkommen. Deshalb unterscheiden sich Enzyme in winzigen Details von Mensch zu Mensch.

Deshalb erarbeitet dein Arzt oder dein Ernährungsberater nach der Diagnose individuelle Ernährungsempfehlungen. Sie bilden die Grundlage für deine Ernährung.

Histamin ist in fast jedem Lebensmittel enthalten, daher ist eine histaminfreie Ernährung gar nicht möglich. Viele Lebensmittel enthalten jedoch Histamin in sehr geringen, unbedenklichen Dosen. Der Histamingehalt unterliegt einer hohen Schwankungsbreite, je nach Frische, Reife und Sorte. Sie liegt zwischen 0,4 bis 250 Milligramm je 100 Gramm Lebensmittel.

Grundregeln für eine histaminarme Ernährung

  • Je länger ein Lebensmittel lagert, desto mehr ist es mit Histamin belastet. Darum sollten die Produkte so frisch wie möglich verzehrt werden. Übrig gebliebene und aufgewärmte Speisen können deshalb zu Unverträglichkeiten führen.

  • Gärungsprozesse (Fermentieren) und Räuchern erhöhen den Histamingehalt ebenfalls.

  • Histamin ist hitze- und kältestabil. Darum wird es weder durch Backen, Braten, Kochen oder Tiefkühlen zerstört. Allerdings kann der Kochprozess die Menge an Histaminen leicht erhöhen und Kühlung die Histaminbildung verlangsamen.

  • Alkohol sollte gemieden werden, da Alkohol den Abbau von Histamin hemmt, die Aufnahme von Histamin im Darm erleichtert und zusätzlich auch noch die körpereigene Histaminproduktion anregen kann.

  • Histamin in Flüssigkeiten nimmt der Darm leichter auf. Deshalb sind histaminhaltige Getränke besonders schädlich. Ein Glas Wein oder Bier zum Essen ist daher zu meiden.

  • Am besten verträglich ist Essen, das mit frischen Zutaten selbst zubereitet ist (ohne Zusatzstoffe) und nicht fertig gekauft wurde.

Welche Lebensmittel enthalten viel Histamin?

Es gibt eine ausführliche Liste von Lebensmitteln, die als ungeeignet und geeignet gelten. Sie deckt alle Bereiche der Ernährung ab und beantwortet auch die Frage: Welche Nüsse bei Histaminintoleranz? Ist Kaffee erlaubt?

Für jeden Patienten muss jedoch individuell festgestellt werden, was er verträgt und was nicht, oder welche Lebensmittel er eventuell in kleinen Mengen zu sich nehmen kann.

Was du verträgst, kann zudem von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Dies hängt unter anderem damit zusammen, ob du bereits histaminhaltige Lebensmittel mit anderen biogenen Aminen zu dir genommen hast.

Die kochenOHNE-Tabelle mit histaminarmen / histaminhaltigen Lebensmitteln informiert über geeignete und ungeeignete Lebensmittel bei Histaminunverträglichkeit.

Histaminarme Rezepte kannst du ebenfalls bei uns recherchieren.


Quellenverzeichnis

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Alle Internetlinks geprüft am 16. Juni 2026, letzte Aktualisierung am 09. August 2026.

Autor
Sabine Theiding
Diplom Verw.- wirtin, Medizinautorin
Sabine gründete kochenOHNE 2008 aus eigener Betroffenheit – und baut seitdem aus fast 20 Jahren Erfahrung, Recherche und gelebtem Alltag echtes Wissen auf.
Geprüft von
Anna Plümacher
M.Sc. Ernährungswissenschaft | Ökotrophologin (B.Sc.)
Anna hat Ernährungswissenschaften nicht nur studiert – sie hat darin geforscht. Bei kochenOHNE sorgt sie dafür, dass unsere Texte fachlich stimmen und trotzdem verständlich bleiben.

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