Der Kern der Hashimoto Ernährungs-Therapie besteht in einer gesunden, entzündungshemmenden und darmgesunden Ernährung. Gleichzeitig wird das Immunsystem zusätzlich durch eine ideale Nährstoffversorgung gestärkt. Beides trägt dazu bei, den Organismus wieder in Balance zu bringen.
Diese Liste zeigt die wichtigsten Prinzipien einer Hashimoto Ernährung, die auch in der Lebensmittel-Tabelle und im Hashimoto-Ernährungsplan umgesetzt sind:
1. Esse viele pflanzliche und nur natürliche Lebensmittel
Gemüse, Kräuter und Salate sollten den größten Anteil der Hashimoto Ernährung ausmachen. Vor allem grünes Gemüse mit viel Chlorophyll stärkt den Körper. Zusätzlich sind Samen und Gewürze besonders geeignet, um dich mit den unterschiedlichsten Nährstoffen zu versorgen. Besonders die antientzündlichen Lebensmittel, solltest du verstärkt in den Speiseplan einbauen. Wer es verträgt, sollte auch Rohkost (z.B. als Smoothie) essen. Fertiglebensmittel mit Transfetten, Zusatzstoffen und wenigen Nährstoffen werden komplett weggelassen.
2. Hochwertiges Eiweiß und Kohlenhydrate in Maßen
Verwende Lebensmittel mit hochwertigem Eiweiß, wie Nüsse, Samen, Pilze, Bio-Eier oder auch etwas Fleisch oder Fisch - aber kein entzündungsförderndes Schweinefleisch. Halte dabei Maß - mehr als eine “Handtellergröße” sollte es nicht sein. Auch etwas Kohlenhydrate sind in Ordnung, aber nur komplexe wie Haferflocken oder Quinoa. Wer sich viel bewegt, darf mehr davon.
3. Gesunde Öle und Fette verwenden
Gesunde Fette und Öl in Kombination mit viel Gemüse haben Heilkraft und sind entgegen alten Meinungen sogar Schlankmacher. Vollziehe einen "Ölwechsel" in der Küche. Verwende möglichst unterschiedliche und qualitativ hochwertige Fette. Dabei ist es egal, ob es gesättigte, einfache oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind. Wichtiger ist das Verhältnis der Fettsäuren untereinander. Die heutige Ernährung hat oft zu viele entzündungsfördernde Omega-6 Fettsäuren. Wir brauchen mehr Omega-3, das antientzündlich und gefäßschützend wirkt.
Lasse daher z.B. raffinierte Distel-, Mais- und Sonnenblumenöl weg und ersetze sie durch native Öle wie Leinöl, Walnussöl, Hanföl, Algenöl, Weizenkeimöl und Olivenöl.
Achten Sie dabei auf Qualität: Bei Omega 3 Ölen sollte ein Hinweis “Unter Ausschluss von Licht, Hitze und Sauerstoff gepresst” oder “Omega-Safe” (wie bei Dr. Johanna Budwig Ölen), bei Olivenöl “extra Vergine” stehen (z.B. von der Ölmühle Solling) - eine leichte Schärfe zeigt bei Olivenöl eine gute Qualität an.
Übrigens: Gesunde Öle schmecken niemals bitter, wenn doch, sind sie ranzig und schädlich.
4. Meiden Sie Zucker und Weißmehlprodukte
Zucker und Weißmehlprodukte haben kaum Nährstoffe und bewirken, dass die „guten” Darmbakterien zerstört werden. Dies schwächt das Immunsystem und fördert Entzündungen. Tabu sind Süßigkeiten, Toast, helle Nudeln, süße Getränke oder weißer Reis. Wähle besser Kohlenhydrate, die der Körper langsam aufnimmt wie Vollkorn. Erlaubt sind Früchte, greife aber auch hier verstärkt zu zuckerarmem Obst wie Beeren oder Rhabarber statt zu Zuckerreichem wie Weintrauben, Mango und Kirsche.
5. Essen Sie glutenfrei
Häufig besteht bei Hashimoto-Patienten eine Glutenunverträglichkeit. Betroffene sollten sich grundsätzlich testen lassen, ob eine Glutenintoleranz besteht. Werden Antikörper gefunden, sollte Gluten dauerhaft gemieden werden.
Da Gluten die Darmbarriere stören kann, schwer verdaulich ist und den Körper insgesamt schwächt, sollten sich aber auch alle anderen Hashimoto-Patienten für mindestens 3 Monate glutenfrei ernähren. Du verzichtest also nicht nur auf Weißmehlprodukte, sondern ebenfalls auf Lebensmittel mit Gerste, Weizen, Roggen und Dinkel. Greif stattdessen greifen zu Quinoa, Buchweizen und Amarant.
6. Entlastung: Reizende Lebensmittel und Giftstoffe meiden
Die Hälfte aller Hashimoto-Patienten haben auch eine Autoimmungastritis (Gastritis A). Schon deswegen ist es sehr wichtig, alle Stressfaktoren in der Ernährung zu eliminieren und Reizendes zu meiden.
- Tabu ist daher Milch, weil die Laktose und auch das Milcheiweiß Casein häufig unverträglich sind und autoimmune Prozesse ankurbeln können.
- Soja besitzt eine schilddrüsenhemmende Wirkung, weswegen dieses gesunde Lebensmittel in großen Mengen verzehrt eine chronische Schilddrüsenentzündung fördern kann.
- Auch größere Mengen an Nachtschattengewächsen, Soja, Hülsenfrüchte und stärkehaltige oder geräucherte Lebensmittel sollten gemieden werden, da sie häufig Probleme bereiten.
- Lektine in Lebensmittel stehen generell im Verdacht bei Hashimoto problematisch zu sein. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, Lektine generell zu meiden.
- Goitrogene Lebensmittel sollten nur in kleinen Mengen verzehrt werden.
- Generell sollten Betroffene lernen, gut auf Ihren Körper zu achten, um alles, was nicht vertragen wird, wegzulassen. Schwächen Sie Ihren Organismus nicht durch Giftstoffe. Es ist daher besser, auf Alkohol, Nikotin, Koffein und alle stark verarbeitete Lebensmittel mit Zusatzstoffen und Transfetten zu verzichten.
7. Selen als Nahrungsergänzung
Selen stärkt die Schilddrüse besonders, da es den Umbau des Speicherhormons T4 (Thyroxin) in das aktive Hormon T3 (Trijodthyronin) fördert. Der Selenbedarf kann bei gesunden Menschen, die sich gesund ernähren, zwar leicht gedeckt werden: Viel Selen steckt in Lebensmitteln wie Leinsamen, Hirse oder Hering.
Wegen der entzündungshemmenden Wirkung von Selen und Studien, die Symptomverbesserungen nachweisen, raten aber einige Experten Hashimoto-Patienten nicht nur bei Selenmangel zu Selen als Nahrungsergänzung. Die therapeutische Dosis beträgt hier 100-200 µg Selen.
Da aber auch zu viel Selen schadet, sollte man immer sorgfältig mit der Selenzufuhr über Tabletten umgehen. Dabei macht es Sinn, die Selenversorgung mit einem Bluttest beim Arzt oder per Mineralstofftest für zu Hause (z.B. von Cerascreen) zu prüfen.
8. Stärken Sie Ihre Darmflora mit Probiotika und Präbiotika
Ein gesunder Darm bringt ein gesundes Immunsystem: Esse dafür probiotische und präbiotische Lebensmittel wie frisches Sauerkraut, Gemüse, Salat, Apfel oder Grünkohl. Zusätzlich können Bitterstoffe (3-mal täglich als Tropfen), Flohsamenschalen, Akazienfasern (1-2 EL) oder Zitruspektin (1-2 TL als Pulver) oder Bifidobakterien und Lactobakterien (täglich 10 Milliarden Lebendkulturen) ergänzt werden.
9. Immun- und entzündungshemmende Nahrungsergänzungen
Unterstützung für den Körper: Nicht selten haben Hashimoto-Patienten neben Selen auch zu niedrige Eisen-, Zink und Vitamin-D-Werte im Blut und diese Nährstoffe spielen eine wichtige Rolle für die Funktion der Schilddrüse. Decke deinen Mikronährstoffbedarf und versorge deinen Körper zusätzlich zur gesunden Ernährung mit folgenden Nahrungsergänzungsmitteln:
- Zink
Zink stärkt unter anderem das Immunsystem und ist ein wichtiger Co-Faktor von Schilddrüsenhormonen. Bei Hashimoto sind 10 - 15 mg pro Tag abends zu den Mahlzeiten (aber nicht zusammen mit Magnesium und Eisen) empfohlen.
Produkt: Natural Elements Zink 25mg, 365 Tabletten
- Eisen
Zu niedrige Eisenwerte sind bei Hashimoto-Patienten recht häufig. Der Eisenmangel wird durch die Schilddrüsenunterfunktion begünstigt. Eisen spielt wie Selen eine wichtige Rolle bei der Funktion der Schilddrüse. Damit hier kein Abwärtskreislauf entsteht, ist es wichtig, den Eisenspiegel im Auge zu behalten (per Bluttest beim Arzt oder mit einem Selbsttest) und bei einem Eisenmangel zu ergänzen. Aber niemals die Eisenpräparate zusammen mit L-Thyroxin einnehmen, weil so die Aufnahme des Hormons reduziert wird. 4 Stunden Pause sind ausreichend.
Produkt: Pure Encapsulations® -EISEN-C, 60 Kapseln
- Vitamin D
Vitamin D wirkt antientzündlich und ist wichtig für die Schilddrüse und das Immunsystem. Eine ausreichende Vitamin-D-Produktion über die Haut ist im Norden durch die UVB-Strahlung der Sonne nur im Sommer vor 16 Uhr möglich. Eine Nahrungsergänzung ist also für die meisten Menschen - nicht nur bei Hashimoto - wichtig. Ein Vitamin D Mangel kann mit einem Selbsttest festgestellt werden.
Dosierung: 1000 - 3000 ug Vitamin D pro Tag.
Zielwerte im Blut: 60 - 90 ng/ml.
Produkt: Sanhelios Vitamin D3, 1000 I.E., 365 Microtabletten, ohne Zusatzstoffe
- Vitamin C
stärkt das Immunsystem und hilft bei chronischen Krankheiten und Stress.
Therapeutische Dosis: 500 - 2000 mg
Produkt: NATURE LOVE® Vitamin C, 1000 mg, 365 Kapseln
- Algenöl
Algenöl hat besonders viel entzündungshemmendes Omega-3 aus DHA und EPA, das der Körper direkt verwenden kann. Zwar etwas teurer als Fischöl ist es jedoch nachhaltiger, tier- und umweltfreundlicher. Therapeutische Dosis 0,2 bis 4 g.
Produkt: Natural Elements Algenöl Kapseln Omega 3 vegan, 90 Kapseln, laborgeprüft
- Vitamin A
Vitamin-A-Mangel steigert die Ausschüttung des TSH, was die Leistung der Schilddrüse beeinträchtigen kann. Zum Glück ist Vitamin-A-Mangel recht selten. Etwas häufiger tritt er bei Krankheiten wie beispielsweise Morbus Crohn oder Alkoholismus auf. Nur dann sollte er dringend mit einer Gabe von 850 (Mann) oder 700 (Frau) µg RAE pro Tag behandelt werden.
- Schwarzkümmel
Er hat zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen. Erste Studien weisen darauf hin, dass Schwarzkümmel auch für Hashimoto-Thyreoiditis eine natürliche Behandlungsoption sind.
Produkt: Natural Elements Schwarzkümmelöl, 400 Kapseln
10. Jod ist wichtig, aber nicht zu viel
Die Schilddrüse benötigt Jod, um zu funktionieren. Erwachsene brauchen 200 ug pro Tag, Schwangere etwas mehr. Ein Jodmangel ist bei uns sehr verbreitet, kann Auslöser einer Unterfunktion sein und verschlechtert eine bestehende Hashimoto. Außerdem hat er weitere negative Folgen. Jod ist also wichtig: ABER: Eine zu große Jodaufnahme ist für Hashimoto Patienten eher schädlich. Das Spurenelement fördert in hohen Dosierungen die Antigenpräsentation des Immunsystems sowie ein schnelles Zellwachstum. Bei Hashimoto-Thyreoiditis ist daher keine jodarme Ernährung notwendig. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie spricht sich gegen eine jodarme Ernährung bei Hashimoto aus, denn die Jodmenge aus der Nahrung ist absolut unbedenklich. Du kannst und solltest also jodreichen Fisch oder Jodsalz auch als Hashimoto Patient essen. Tabu sind aber Jodtabletten, getrocknete Algen und Algenpräparate wie Spirulina oder Chlorella. Es macht Sinn, seine Jodversorgung zu prüfen und dafür einen Bluttest beim Arzt oder einen Urintest zu Hause (z.B. Jodmangeltest) zu machen.
11. Möglichst selten essen und richtig essen
Nicht zuletzt spielt es eine große Rolle, wie oft du isst. Drei Mahlzeiten sollten es maximal sein. Iss erst bei "echtem" Hunger und meide Zwischenmahlzeiten. Höre auf, wenn du satt bist. Probiere vielleicht sogar Intervallfasten aus, um eine große Mahlzeit "einzusparen". Die Essenspause über Nacht sollte mindestens 12 Stunden betragen. Warum? Jede Mahlzeit setzt einen Blutzucker-Reiz und jede Mahlzeit bringt eine kleine Entzündung mit sich. Längere Essenspausen hingegen lösen die sogenannte Autophagie aus, die eine körpereigene Selbstreparatur des Körpers bewirkt. Richtig essen: Iss in Ruhe, nimm dir Zeit fürs Essen und kaue so lange bis im Mund ein Brei entsteht. Genieße dein Essen. Trinke nicht zu den Mahlzeiten.